11.07.2019 | 09:42 Uhr Zahnersatz: Ostdeutsche geben 600 Euro weniger aus als Westdeutsche

Schreckensbild für einige Patienten: Der Zahnarzt beginnt mit der Arbeit
Mehr als Dreiviertel aller Sachsen sahen ihren Zahnarzt 2017 aus dieser Persepektive beim Arzttermin. Sachsen gehen bundesweit am häufigsten zur Vorsorge. Bildrechte: IMAGO

Bei der Zahnversorgung bestehen in Deutschland starke regionale Unterschiede, hat eine Auswertung der Krankenkasse Barmer für das Jahr 2017 ergeben. Laut "Zahngesundheitsatlas" gab die Kasse in den östlichen Bundesländern für jeden Versicherten im Mittel rund 1.300 Euro für Zahnersatz wie Kronen oder Implantate aus. In den westlichen Bundesländern seien es dagegen fast 1.900 Euro gewesen, heißt es in dem Bericht.

Sachsen sind spitze bei Zahnarztbesuchen

Der Studie zufolge gehen Versicherte in Ostdeutschland auch häufiger zum Zahnarzt als im Westen. Spitzenreiter ist Sachsen: Mehr als drei Viertel (77,1 Prozent ) der Menschen im Freistaat seien 2017 mindestens einmal beim Zahnarzt gewesen. Im Saarland waren das nur 65,2 Prozent. Auch bei Vorsorgeuntersuchungen liegen die ostdeutschen Bundesländer vorn.

Ein Grund für die Ost-West-Unterschiede könnte im traditionell höheren Präventionsverhalten in den östlichen Bundesländern liegen.

Christoph Straub Barmer-Chef

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen für Zahnersatz einen festen Zuschuss. Versicherte, die mehr als die Regelversorgung haben möchten, müssen die Mehrkosten selbst bezahlen. Deshalb dürfte bei der Entscheidung über Brücken und Kronen auch die Wirtschaftskraft der Versicherten eine Rolle spielen, schlussfolgert die Krankenkasse.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.07.2019 | 12:00 Uhr in den Nachrichten

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2 Kommentare

11.07.2019 16:02 Sachse43 2

Bei 2000 Euro für ein Zahnimplantat ist dies kein Wunder. Zuzahlung der Kasse ca. 500 Euro, dann noch was von der Zahnzusatzversicherung, trotzdem bleibt da für einen einzigen Zahn noch allerhand privat hängen.

11.07.2019 10:57 Gaihadres 1

@MDR: Aus dem Artikel geht nicht hervor, ob die Summe kumuliert oder ein Durchschnittswert ist. Sind weniger Ausgaben im Osten notwendig, weil die Vorsorge die Kosten minimiert? Führen Zahnärzte im Westen generell häufiger Behandlungen durch und treiben die Kosten damit Hoch? Sprechen wir nur über die Regelleistung die für Ost und West gleich ist oder sind da höherwertiger Ersatz dabei und die Zuzahlung durch die Patienten inkludiert? Haben Westdeutsche ggf. häufiger eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen? Ich setze hier überall ein dickes Fragezeichen, weil das aus dieser Meldung nicht hervorgeht. Die Grundaussage, dass die Kassen Ostdeutschen weniger zahlen würde ist aber absolut Falsch. Richtig wäre - im Kontext der Nachricht - dass die Kassen 600 Euro weniger für Ostdeutsche aufbringen müssen, da der Katalog keinen Unterschied zwischen Ost und West macht. Bitte überdenken Sie den Headliner noch einmal, hier suggerieren Sie ein falsches Bild.

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