Studenten sitzen in einer Vorlesung in einem Hörsaal der Universität in Leipzig
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Hochschulstudie Weniger Geld, aber niedrigere Mieten - Sachsens Studenten im Bundesvergleich

Studenten müssen sie jedoch oft mit wenig Geld auskommen. Wie viel es genau ist, hat die neue Sozialstudie des Studentenwerkes ermittelt. Am Freitag wurde sie in Dresden der Öffentlichkeit vorgestellt.

Studenten sitzen in einer Vorlesung in einem Hörsaal der Universität in Leipzig
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Sachsens Studenten haben mit 798 Euro pro Monat deutlich weniger Geld zur Verfügung als der Bundesdurchschnitt. Das geht aus einer Studie zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden in Sachsen im Auftrag der Studentenwerke hervor. Sie wurde am Freitag in Dresden vorgestellt. Im Osten haben Studenten demnach durchschnittlich 839 Euro in der Tasche, bundesweit sind es sogar 918 Euro. Mit durchschnittlich 259 Euro zahlen Sachsens Studenten jedoch weniger Miete als im Bundesschnitt. Dort liegt der Wert bei 323 Euro. Um sich das Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen, gehen 60 Prozent der künftigen Akademiker arbeiten. Das ist weniger als im Bundesschnitt. Das gleiche Bild ergibt sich auch bei den gearbeiteten Stunden pro Woche. Sachsens Studenten arbeiten im Schnitt zwei Stunden weniger in ihrem Nebenjob als der Bundesschnitt.  

Mensa und Studentenwohnheim sehr beliebt

Besonders hoch im Kurs stehen bei den Studenten im Freistaat zudem die Mensa und die Studentenwohnheime, die sie mehr als der Durchschnitt nutzen. Deshalb sei es wichtig, dass weiterhin in die soziale Infrastruktur wie Mensen und Wohnheime investiert werde, erklärte die Sprecherin der sächsischen Studentenwerke, Anja Schönherr. Laut Wissenschaftsministerium unterstützt Sachsen die Mensen sowie sozialen Betreuungsangebote der Studentenwerke mit jeweils elf Millionen Euro in den Jahren 2019 und 2020. Insgesamt zwölf Millionen Euro sind zudem für Investitionen in Verpflegungseinrichtungen sowie für die Sanierung und den Neubau von Wohnheimen geplant.

Alkohol und Drogen - 33 Prozent der Studenten haben Beratungsbedarf

Trotz dieser Investitionen werden nicht alle Angebote gleichermaßen genutzt. Auffällig ist das vor allem bei der Beratung im Bereich der persönlichen Themen. Bei Fragen zum Selbstwertgefühl, zu depressiven Verstimmungen, Partnerschaftsproblemen oder Problemen mit Alkohol oder anderen Drogen schauen sich viele auch außerhalb der Hochschule um. Laut der Studie haben von 33 Prozent der Studenten, die Beratungsbedarf hatten, nur 15 Prozent ein Angebot innerhalb der Hochschule genutzt. 87 Prozent suchten sich außerhalb Hilfe.

Anders ist dies bei studienbezogenen Themen wie Prüfungsangst oder Zeitmanagement, wo 75 Prozent innerhalb der Hochschule und 51 Prozent außerhalb der Schule Hilfe gesucht haben. Dabei zeigt sich, dass Studentinnen die Angebote eher nutzen als Studenten und dass der Beratungsbedarf mit zunehmendem Alter steigt. Der entsprechende Wert steigt von 36 Prozent bei den unter 20-Jährigen auf 55 Prozent bei den über 30-Jährigen.

Wie wurde die Studie erhoben? Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf der 21. Sozialerhebung, die im Sommersemester 2016 vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) per Onlineumfrage erhoben wurde. In Sachsen wurden insgesamt 12.679 Studenten angeschrieben, 2.016 haben sich mit verwertbaren Angaben an dem Online-Survey beteiligt.

Um die wirtschaftliche Situation zu bewerten, wurde von einem sogenannten "Fokus Typ" ausgegangen. Diese Gruppe setzt sich aus Studenten zusammen, die nicht verheiratet sind, alleine wohnen und wirtschaften, noch keinen Hochschulabschluss haben und in einem Präsenzstudium eingeschrieben sind. Für die Berechnung des Mittelwertes wurden sowohl Zuwendungen von den Eltern, Einnahmen aus Nebenjobs, Ersparnisse sowie Studienkredite und Bafög berücksichtigt.

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.02.2019 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2019, 16:53 Uhr

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