24.02.2020 | 15:59 Uhr Fragen und Antworten zur Sächsischen Sicherheitswacht

Um die Kräfte der Sächsischen Sicherheitswacht zu verstärken, sucht die Polizeidirektion Zwickau Nachwuchs. MDR SACHSEN hat die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Sächsische Sicherheitswacht zusammengestellt.

Aufnäher der Sächsischen Sicherheitswacht
Bildrechte: IMAGO

Seit wann gibt es die Sächsische Sicherheitswacht?

Das Sächsische Sicherheitswachtgesetz wurde im Dezember 1997 vom Landtag verabschiedet und damit die Sächsische Sicherheitswacht eingeführt. Auch in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern gibt es einen freiwilligen Polizeidienst. In Bayern heißt dieser ebenfalls Sicherheitswacht.

Welche Aufgaben hat die Sächsische Sicherheitswacht?

Die Sächsische Sicherheitswacht soll die Polizei vor allem durch zusätzliche Streifen in der Öffentlichkeit unterstützen. Sie soll Ansprechpartner für die Bürger sein und auch sicherheitsrelevante Hinweise entgegennehmen, die dann an das zuständige Polizeirevier weitergeleitet werden. Bei verdächtigen Vorkommnissen wird entweder die Polizeidienststelle informiert oder auch anlassbezogen eingeschritten.

Wer kann sich bewerben und welche Kriterien müssen die Bewerber erfüllen?

Bewerber für die Sächsische Sicherheitswacht müssen mindestens 18 Jahre alt und höchstens 60 Jahre alt sein. Zudem müssen sie den Anforderungen des Außendienstes gesundheitlich gewachsen sein. Außerdem gibt es an die Bewerber folgende Anforderungen:

  • guter Leumund
  • Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift
  • Zuverlässigkeit
  • Eintreten für die freiheitlich-demokratische Grundordnung
  • Absolvierung der Aus- und Fortbildungsmaßnahmen
  • über erforderliche rechtliche und fachliche Kenntnisse verfügen

Wie werden die Bewerber überprüft?

Wie die Polizeidirektion Zwickau mitteilte, müssen die Bewerber die erforderliche Zuverlässigkeit besitzen. Diese läge vor, wenn

  • das polizeiliche Führungszeugnis  aus dem Bundeszentralregister keine Eintragung enthält
  • die Einholung von Auskünften aus polizeilichen Auskunftssystemen keine Anhaltspunkte für eine Unzuverlässigkeit ergeben
  • keine Eignungsmängel im Sinne des Artikel 119 der Verfassung des Freistaates Sachsen vorliegen

Wie läuft die Ausbildung?

In 50 Unterrichtsstunden werden die Bewerber in ausgewählte Rechtsgebiete eingewiesen, lernen die Aufgaben und den Dienstbetrieb der Polizei kennen und erhalten praktische Hinweise für ihre künftige Tätigkeit. Die Ausbildung wird von der zuständigen Polizeidirektion durchgeführt. Weitere Fortbildungsveranstaltungen werden von den zuständigen Polizeidienststellen durchgeführt. Am Ende der Ausbildung steht ein Abschlussgespräch.

Welche Befugnisse hat die Sächsische Sicherheitswacht?

Wie die sächsische Polizei angibt, haben die Ehrenamtlichen der Sicherheitswacht die gleichen Rechte wie jeder andere Bürger. Dazu gehören das Festhalten eines auf frischer Tat gestellten Straftäters bis zum Eintreffen der Polizei sowie das Recht auf Notwehr und Nothilfe für andere Bürger. Darüber hinaus haben sie folgende Befugnisse:

  • Personen befragen, um dadurch sachdienliche Angaben zu erlangen.
  • Die Identität einer Person feststellen, von der eine Gefahr oder Störung ausgeht. Dazu kann die Person angehalten, nach den Personalien befragt und das Aushändigen der Ausweispapiere zur Prüfung verlangt werden. Kann die Identität am Ort nicht geklärt werden, darf die Person zur Polizeidienststelle gebracht werden.
  • Platzverweis gegenüber einer Person aussprechen, von der eine Gefahr oder Störung ausgeht.
  • Sachen sicherstellen, um den Eigentümer vor Verlust oder Beschädigung der Gegenstände zu schützen.

Welche Ausrüstung gibt es?

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter tragen eine dunkelblaue Jacke mit der Aufschrift "Sächsische Sicherheitswacht", ein dunkelblaues Basecap und ein blaues Polohemd. Über Sprechfunk sind sie mit dem nächsten Polizeirevier verbunden. Die Angehörigen der Sächsischen Sicherheitswacht führen keine Schuß-, Hieb- und Stoßwaffen mit sich. Das ist im Sächsischen Sicherheitswachtgesetz Paragraph 14 Abschnitt 2 geregelt. Laut der sächsischen Polizei besitzen sie zu ihrer persönlichen Sicherheit ein amtlich geprüftes und zugelassenes Reizstoffsprühgerät. Um sich zu legitimieren, führen sie auch einen Dienstausweis mit sich.

Wo wird die Sächsische Sicherheitswacht eingesetzt?

Wo und wann die Ehrenamtlichen der Sicherheitswacht eingesetzt werden, entscheiden die zuständigen Polizeireviere. Vorrangige Einsatzgebiete sind:

  • größere Wohnsiedlungen
  • öffentliche Parks und Anlagen
  • Haltestellenbereiche öffentlicher Verkehrsmittel
  • Fußgängerzonen
  • Schulen, Freizeitzentren und Kinderspielplätze

Pro Monat dürfen maximal 40 Stunden Dienst verrichtet werden. Die Aufwandsentschädigung pro Einsatzstunde beträgt sechs Euro.

Wie viele Ehrenamtliche sind derzeit sachsenweit in der Sächsischen Sicherheitswacht tätig?

Derzeit sind 386 Ehrenamtliche sachsenweit bei der Sächsischen Sicherheitswacht tätig. Das geht aus der Antwort des sächsischen Innenministeriums auf eine kleine Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Juliane Nagel im Januar 2020 hervor. Für das Haushaltsjahr 2020 sind Aufwandsentschädigungen von 1,1 Millionen Euro und Sachkosten in Höhe von 5.000 Euro veranschlagt.

Ehrenamtliche in der Sächsischen Sicherheitswacht, aufgeschlüsselt nach Revieren Stand 01.01.2020
Polizeirevier Anzahl der Ehrenamtlichen in der Sächsischen Sicherheitswacht
Annaberg 7
Aue 8
Auerbach-Klingenthal 9
Bautzen 11
Borna 6
Chemnitz-Nordost 7
Chemnitz-Südwest 10
Delitzsch 5
Döbeln 12
Dresden-Mitte 11
Dresden-Nord 8
Dresden-Süd 7
Dresden-West 4
Eilenburg 9
Freiberg 6
Freital-Dippoldiswalde 18
Glauchau 18
Görlitz 20
Grimma 14
Großenhain 6
Hoyerswerda 3
Kamenz 7
Leipzig-Nord 7
Leipzig-Südost 16
Leipzig-Südwest 7
Leipzig Zentrum 8
Marienberg 3
Meißen 16
Mittweida 6
Oschatz 5
Pirna 13
Plauen 11
Riesa 5
Rochlitz 9
Sebnitz 8
Stollberg 7
Torgau 8
Weißwasser 11
Werdau 5
Zittau-Oberland 27
Zwickau 8

Was ist der Unterschied zur Wachpolizei?

Die Wachpolizei nimmt Aufgaben des Objektschutzes wahr und unterstützt die Landespolizei bei der Personenbewachung. Die Angehörigen der Wachpolizei stehen für zwei Jahre in einem Arbeitnehmerverhältnis zum Freistaat Sachsen und sind keine Ehrenamtlichen.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.02.2020 | 07:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2020, 15:59 Uhr

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