23.05.2020 | 14:36 Uhr Erdbeersaison: Selber pflücken schmeckt am besten

Die Natur hat die Leckereien gut gestaffelt: Erst Spargel, dann Erdbeeren und danach Kirschen. Momentan bereiten die Obstbauern also die Erdbeerernte vor. Auch Selbstpflücker sollen auf den Geschmack kommen - trotz Corona.

Erdbeeren am Strauch.
Noch sind nicht alle Früchtchen reif. Die meisten Obstbauern starten zu oder nach Pfingsten mit der Selbstpflück-Saison. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Katharina Pritzkow

Beim Obstbau Görnitz beginnt die Saison dieses Jahr eine Woche früher als vergangenes Jahr. "Die ersten frühen Sorten sind ausgereift", verkündet die Obstbaugemeinschaft auf ihrer Seite und lädt Selbstpflücker auf die Felder in Neusörnewitz bei Meißen ein. Auf der Sonnenseite der Pflanzen seien die Früchte schon schön fruchtig, sagt Mitarbeiter Andreas Meyer und weist die ersten Selbstpflücker ein.

Eisheilige haben Spuren hinterlassen

Der späte Maifrost in diesem Jahr habe ungefähr jede zehnte Pflanze beschädigt. Und das, obwohl die Obstbauern versucht hätten, die Pflanzen mit großen Vliesplanen zu schützen. Die warmen Temperaturen im Winter führten zum verfrühten Antreiben von allen Kulturen, sagt Obstbauchef Michael Görnitz. "Und das bereitet uns auch gerade bei den Erdbeeren Probleme, weil die Lufttemperatur ist das eine, aber die Bodentemperatur ist das andere und die ist meistens um ein Vielfaches niedriger."

Andernorts beginnt die Selbstpflück-Saison nach Pfingsten

Ähnliche Verluste beklagt auch Heiko Hübler, Vorsitzender der Genossenschaft Obstbau Seelitz. "Es sind ein paar Ausfälle durch den Frost zu verzeichnen. Aber wenn es jetzt noch regelmäßig regnen sollte, wäre das alles kein Problem." Dann, so denkt er, wird die Ernte relativ gut ausfallen. Die Pflücker der Genossenschaft starten am kommenden Montag. Nach Pfingsten werden auch hier die Selbstpflücker auf die Felder gelassen.

Jetzt reicht die Masse einfach noch nicht aus, um jeden Kunden zufriedenzustellen.

Heiko Hübler Obstbau Seelitz

Die Selbstpflücker müssten genauso wie überall auf den Abstand zueinander achten, sagt Hübler. "Das sind dieselben Maßnahmen wie überall. Also immer eine Zeile Erdbeeren dazwischen frei lassen oder die berühmten zwei Meter." Das treffe auf die Pflücker genauso zu wie auf alles andere.

In Neusörnewitz ist bei den Erntehelfern vor dem Griff zum Körbchen erstmal gründliches Händewaschen angesagt. Waschstation, Seifenspender und Reinigungsmittel stehen bereit.

Selbstpflücken in Sachsen

Selbstpflücken ist bei vielen Obstbauern in Sachsen möglich, in fast allen Regionen. Weit verbreitet sind solche Felder in der Gegend um Dresden/Meißen, Leipzig und Mittelsachsen. Besonders unter den Fans der roten Naschfrucht ist das Ernten vom Feld beliebt. Die meisten finden, dass die Früchte wesentlich aromatischer schmecken als die im Supermarkt angebotenen.

Beispiele aus den Regionen

Mehr Selbstpflücker gefragt

Laut einem Bericht der Freien Presse geht der Landesverband Sächsisches Obst dieses Jahr davon aus, dass es etwas mehr Selbstpflückfelder geben wird als gewöhnlich. Verbandsgeschäftsführer Udo Jentzsch gibt als mögliche Gründe dafür an, dass durch die coronabedingten Auflagen und die komplizierte Einreise dieses Jahr weniger Saisonarbeiter zur Verfügung stehen würden. Hinzu kämen zusätzliche Kosten für die Anreise per Flugzeug und die Hygieneschutzmaßnahmen, unter anderem in den Übernachtungsstätten.

Quelle: MDR/nk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 22.05.2020 | 19:00 Uhr

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