Corona-Auflagen Saunieren in Sachsen - Aufgüsse und wedeln verboten

Eine Frau sitzt in einer finnischen Holzsauna.
Aufgüsse in der öffentlichen Sauna sind derzeit in Sachsen verboten. Bildrechte: imago/imagebroker

Wer sich in diesen Herbsttagen nach einer heißen Sauna oder einem Dampfbad sehnt, muss bei öffentlichen Saunen vorher nachfragen, was geht und was nicht. In Sachsen sind Saunen geöffnet, Dampfbäder aber nicht. Aufgüsse sind verboten, "aber die Bäderbetriebe reagieren kreativ", hat der Deutsche Sauna-Bund e.V. bei seinen knapp 50 Mitgliedsbetrieben im Freistaat festgestellt.

In den Badegärten Eibenstock werden beispielsweise in großen Saunen Düfte aufgegossen, die langsam verdampfen, aber nicht verwedelt werden. Andernorts dürfen aromatisierte Eisbälle in der Saunawärme schmelzen. "Oder Mitarbeiter bereiten allein einen Aufguss vor und lassen erst danach Gäste in die Sauna, die dann das Aroma einatmen können", sagte der Sprecher des Deutschen Saunabundes Hans-Jürgen Gensow MDR SACHSEN. Was sächsische Saunabetriebe derzeit anbieten, muss vorab deren örtliches Gesundheitsamt mit dem Hygienekonzept genehmigen.

Sauna-Tourismus in Coronazeiten

"Wenn ein Bundesland etwas verboten hat, sind die Leute in den angrenzenden Bundesländern ins Auto gestiegen und dorthin gefahren, wo etwas mehr in den Saunen erlaubt war", berichtete Hans-Jürgen Gensow vom Deutschen Sauna-Bund. In einem Interview mit dem Magazin "Spiegel" sprach der Geschäftsführer des Sauna-Bundes, Rolf-A. Pieper, wegen der uneinheitlichen Bestimmungen in den Bundesländern gar von "Saunatouristen". Er kritisierte, dass acht Länder das Thema Aufguss gar nicht thematisiert hätten.

Suchen Sie dahinter keine Logik. In Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen können Sie saunieren, aber der Aufguss ist nicht erlaubt.

Rolf-A. Pieper

So seien in Sachsen-Anhalt und Thüringen Saunaaufgüsse seit Ende Mai erlaubt bzw. nicht explizit verboten gewesen. "In der Sauna sollte auf Aufgüsse mit anschließendem Wedeln verzichtet werden", heißt es dazu in der Allgemeinverordnung in Thüringen.

Das gilt für Sauna-Betriebe in Sachsen

  • Nur Trockensaunen mit einer Temperatur von mindestens 80 Grad Celsius erlaubt.
  • Dampfbäder und Dampfsaunen dürfen nicht betrieben werden.
  • Die geltenden Grundsätze zum Mindestabstand und Kontaktbeschränkungen sind auch innerhalb von Saunen einzuhalten.
  • In Abhängigkeit von der Saunagröße und räumlichen Gegebenheiten gelten Obergrenzen für zeitgleich anwesende Personen.
  • Für jede Einrichtung ist ein individuelles Hygienekonzept zu erstellen und vom zuständigen Gesundheitsamt zu genehmigen.

Ausblick auf Spätherbst

Der Sauna-Verband geht davon aus, dass nach der am heutigen Mittwoch stattfindenden Video-Schalte der Länderchefs mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt neue Einschränkungen für Saunabetriebe festgelegt werden. Die könnten sich auf den Monat November beziehen. Medienberichten zufolge sollen bundesweit Freizeiteinrichtungen und Gastronomie geschlossen und Unterhaltungsveranstaltungen verboten werden.

Weitere Informationen dazu folgen.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm de MDR MDR JUMP - Quicktipp | 27.10.2020 | 10:45 Uhr

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