19.09.2019 | 16:15 Uhr Sachsen schlafen immer schlechter

Blick von oben auf ein Bett, auf dem eine sich im Schlaf bewegende Frau liegt.
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In Sachsen leiden immer mehr Menschen unter Schlafstörungen. Wie aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Barmer-Krankenkasse hervorgeht, wurden 2017 rund 55.000 Beschäftigten im Freistaat Ein- oder Durchschlafstörungen bescheinigt. 2010 waren es noch rund 38.000 Erwerbstätige. Die Dunkelziffer soll deutlich höher liegen.

"Anhaltender Schlafmangel macht krank oder verlangsamt das Gesundwerden", mahnt Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen und fordert mehr Prävention. "Die aktuelle Entwicklung betrachten wir mit Sorge", so Magerl weiter. Zudem seien die Auswirkungen von Schlafstörungen auf die Gesundheit und das Leistungsvermögen von Beschäftigten bislang unterschätzt worden. "Schlafstörungen werden zu einer Volkskrankheit", bilanzierte er.

Schlafkiller Schichtarbeit

Als Schlafkiller gilt der Studie zufolge Schichtarbeit. Beschäftigte arbeiten, wenn der Körper normalerweise schläft, und sollen schlafen, wenn er eigentlich auf Aktivität eingestellt ist. Der Tagschlaf von Schichtarbeitern sei im Schnitt um zwei Stunden kürzer als der normale Nachtschlaf. Das führe oft zu Ein- und Durchschlafstörungen. Bei Beschäftigten im Schichtdienst sind demnach anfälliger für Erkrankungen des Verdauungsapparats, Magengeschwüre und Krebs.

Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas, Typ-2-Diabetes oder Depressionen könne sich durch Schichtarbeit erhöhen. Weil es Nacht- und Schichtarbeit zukünftig häufiger geben werde, sei es umso wichtiger, rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Gesundheit zu fördern, fordert Magerl.

Großstädter schlafen am schlechtesten, Erzgebirger am besten

Die Grafik zeigt eine Übersciht der Schlafqualität in den sächischen Regionen. Im Erzgebirge schlafen die Beschäftigten am besten. Die Erwerbstätigen in Dresden schlafen am schlechtesten.
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Im bundesweiten Vergleich schneidet Sachsen gut ab. Mit 27,6 Betroffenen je 1.000 Einwohnern liegt der Freistaat hier auf Rang zwei: Nur die Sachsen-Anhalter schlafen noch besser (27,3). Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Quote laut Report bei 38,2 Betroffenen je 1.000 Einwohnern.

Dennoch gibt es auch Unterschiede in den einzelnen sächsischen Regionen. Bei Beschäftigten in Dresden, Chemnitz, Bautzen und Leipzig diagnostizierten Mediziner sachsenweit am häufigsten Ein- und Durchschlafstörungen. Im Erzgebirgskreis, Leipziger Landkreis und Meißen schlafen die Erwerbstätigen am besten.

Wie ebenfalls aus dem Report hervorgeht, sind Schlafstörungen unter Bewohnern von Städten deutlich verbreiteter als auf dem Land. Zu den Hauptursachen für einen gestörten Schlaf zählen demnach Stress, Lärm, Licht und Termindruck. Zudem sei eine enge Verbindung von Schlafstörungen und seelischen Leiden zu beobachten.

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Quelle: MDR/mar/epd/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.09.2019 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2019, 16:15 Uhr

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