Überzogene Rechnung eines Schlüsseldienstes.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Kriminalität Schlüsseldienste haben 2017 in Sachsen 350 Menschen betrogen

Es kann so schnell gehen. Einen Windstoß später steht man im Schlafanzug im Hausflur und kommt nicht mehr in die Wohnung. Diese Not nutzen Anbieter oft aus. Deswegen startet die Verbraucherzentrale Sachsen jetzt eine große Aufklärungskampagne.

Überzogene Rechnung eines Schlüsseldienstes.
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Die Anzahl der Straftaten im Zusammenhang mit Betrug und Wucher durch Schlüsseldienste ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Darüber informierte die Polizei Sachsen. Demnach stieg die Anzahl der polizeilich festgestellten Fälle von 51 im Jahr 2014 auf 346 im Jahr 2017.  "Unseriöse Schlüsseldienste nutzen oftmals die Notlage ihrer Opfer aus. Da diese jedoch häufig keine Anzeige erstatten, ist die Dunkelziffer der Straftaten sehr hoch", sagte Dirk Möller, Erster Kriminalhauptkommissar des Landeskriminalamtes Sachsen.

Aufklärung über Abzocke-Praktiken

Um die Menschen vor Betrügern zu schützen und über Abzocke-Praktiken aufzuklären, hat die Verbraucherzentrale Sachsen zusammen mit Polizei und Landeskriminalamt die "Initiative gegen Abzocke" gestartet. "Die Initiative hat erhebliches Potenzial zur Rechtssicherheit beizutragen und die in Sachsen ansässigen, seriösen Unternehmen zu stärken", sagte der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow, Schirmherr der Initiative. "Ich werde dieses Vorhaben mit besten Kräften unterstützen. Das Vorgehen dubioser Schlüsseldienste ist kein Kavaliersdelikt."

Besonders Senioren betroffen

Die Verbraucherzentrale erklärte: "Gerade Senioren, Rentner oder körperlich beeinträchtigte Personen fallen oft ins Visier von unseriösen Anbietern." Ziel sei es deshalb, mit starken Partnern mehr Rechtssicherheit für Verbraucher zu schaffen. Präventionsangebote auszubauen, die Rechtsdurchsetzung zu stärken und den Informationsaustausch zu fördern sind dabei wichtige Etappen für einen umfangreicheren Schutz der Verbraucher. Um die Menschen zu schützen und aufzuklären hat die Verbraucherzentrale beireits eine Abzocker-Liste erstellt. Dort sind Schlüsseldienste aufgeführt, die wegen Wucher rechtskräftig verurteilt worden sind. Gegen mindestens zehn weitere Schlüsseldienste liegen laut Verbraucherzentrale Beschwerden vor. Polizei und Landeskriminalamt empfehlen zudem, in jedem Fall Strafanzeige zu stellen. Nur so könnten auch andere Menschen geschützt werden.

Quelle: MDR/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL l 13.09.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 14. September 2018, 19:06 Uhr

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