Teilnehmer einer 'Fridays for Future' - Kundgebung gegen den Klimawandel halten Schilder mit Losungen.
Die Schüler streiken für eine bessere Klimapolitik und spalten damit die Gemüter. Während viele Menschen das Engagement als mutig und couragiert begrüßen, mahnen andere das eigene Verhalten zu reflektieren und kritisieren den Ausfall der Unterrichtsstunden. Bildrechte: dpa

Meinungen Schülerstreiks für bessere Klimapolitik spalten die Gemüter

Zu den Friday-for-Future-Protesten erreichen uns weiter viele Kommentare. Diese Zuschriften zeigen, wie unterschiedlich die Meinungen ausfallen. Während Befürworter den Mut und das Engagement der Jugendlichen loben, appellieren Kritiker an das eigene klimafreundliche Verhalten der Protestler.

Teilnehmer einer 'Fridays for Future' - Kundgebung gegen den Klimawandel halten Schilder mit Losungen.
Die Schüler streiken für eine bessere Klimapolitik und spalten damit die Gemüter. Während viele Menschen das Engagement als mutig und couragiert begrüßen, mahnen andere das eigene Verhalten zu reflektieren und kritisieren den Ausfall der Unterrichtsstunden. Bildrechte: dpa

"Weil wir es nicht auf die Reihe kriegen, die Verantwortlichen zum Handeln für mehr Klimaschutz zu bewegen, sehen die Jugendlichen keine andere Möglichkeit. Denn sie müssen mit den Folgen der Erderwärmung klarkommen.
Sylvia Radisch-Siebert, Dresden, 59 Jahre

"Wenn die Politiker wie Herr Scheurer nichts tun, ist es folgerichtig, dass engagierte Menschen - in diesem Fall Jugendliche - das Thema Klimaschutz in die Öffentlichkeit tragen. Die Jungen haben ihr Leben noch vor sich und das zögerliche Handeln in Wirtschaft und Politik vermiest ihnen die guten Aussichten auf ein glückliches Leben. Das Recht auf ein menschenwürdiges Leben - auch in Bangladesch z.B. - geht über ein kleines Gesetz zur Schulpflicht hinaus. Der Unterricht ist eh vom Staat gekürzt, siehe fehlende Lehrer. Da kommt es auf die ein oder andere wegfallende Stunde nicht drauf an."
Ines Marx, Mügeln, 54 Jahre

"Ich fühle mich zunehmend an die Zeiten erinnert, in denen Kinder und Jugendliche für Unrechtsstaaten auf die Straße gingen, weil sie instrumentalisiert wurden und unreflektiert nachgeplappert haben, was ihnen zuvor eingetrichtert worden ist. Schule schwänzen, um für eine zweifelhafte Klimarettung zu demonstrieren, ist der falsche Ansatz. Würden dieselben Jugendlichen in der schulfreien Zeit auf die Straße gehen, öffentlich ihre Mobiltelefone zerstören und auf alle anderen Bequemlichkeiten verzichten, auf die sie einen Anspruch geltend machen, wären sie zumindest glaubwürdiger."
Antje Szalai, Germering, 56 Jahre

"Ich halte es für gut dass sich die jungen Menschen damit beschäftigen"
Gerald Weber, Rackwitz, 63 Jahre

"Die Demonstrationen "Fridays for future" sind populistisch und verlogen. Die Schüler sollten bei sich anfangen. Verzicht auf die Klimakiller Smartphone, Fleisch, Plastik, Fernreisen sowie Billigklamotten aus Drittländern. Dann wären sie glaubwürdig. So ist es ein instrumentalisierter Trend."
Mela Müller, Hamburg, 35 Jahre

"Die Jugendlichen engagieren sich, für ein politisches Thema. Ich finde das sehr bemerkenswert. Ich hoffe, sie werden an den richtigen Stellen gehört. Außerdem sollten einmal die Unterrichtsstunden , welche durch Lehrermangel ausfallen, gegenüber gestellt werden. Da spricht man auch nicht von Schulpflicht.
Ute Blasco González, Dresden, 50 Jahre

"Ich finde es einfach fürchterlich, dass jetzt schon Kinder für die Dummheit unserer Politiker mit einbezogen werden. Die meisten gehen doch nur mit, damit sie nicht in die Schule müssen und haben den Sinn gar nicht erfasst. Es wäre besser, sie würden die Schulbank drücken und etwas Ordentliches lernen! Nicht umsonst hat jemand gesagt, dass zurzeit die dümmste Generation aller Zeiten aufwächst! In diesem Staat kein Wunder!!!"
Bärbel Kozma, Chemnitz, 67 Jahre

"Ich denke Klimaschutz ist wichtig deshalb sollten alle diese Schüler ihre Handys abgeben auf Flüge in den Urlaub oder als Austauschschüler verzichten. Interessant wäre es auch zu sehen wie viele von den Schulschwänzern zu Demo kämen wenn am Samstag oder Sonntag die Demos wären.
Klaus Käfer, Wetzlar, 54 Jahre

"Es ist gut, dass sich die Schüler für ihre Zukunft interessieren. Noch besser wäre es allerdings, dass sie lernen  würden vorhandene Regeln einzuhalten. Es stellt sich mir Frage wer eigentlich festlegt, wann ein Grund gut genug ist um von der Gesellschaft festgelegt Normen zu unterlaufen. Es kann nicht sein, dass für die Aufstellung und Einhaltung von Normen und Regeln verantwortlich Politiker deren Bruch auch noch befürworten."
Andreas Laube, Coswig, 67 Jahre

Als Student der Meteorologie, der sich in der Umwelt- und Klimabildung engagiert, muss ich sagen: die SchülerInnen haben inhaltlich vollkommen Recht, dass die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen ihre Hausaufgaben nicht und schlecht gemacht haben. Die Begründung hinter der Form des Streiks, ohne Reaktionen der Politik und der Wirtschaft gäbe es keine Zukunft, für die ein Lernen nötig und sinnvoll sei, ist plausibel. Das gewaltige Echo der Kundgebungen zeigt die Richtigkeit dieser Form. Es bleibt dabei aber die berechtigte Frage, ob die gleichen Schüler auch (alle) am Wochenende oder am Nachmittag  mitgelaufen wären, wenn kein Schulausfall lockt. Selbst stand ich in Leipzig bei der Kundgebung. Für die scharfen Worte, die gegen das rücksichtslose Gewinnstreben der Autobauer und anderer Firmen - zu Recht - gefunden wurden, sah ich aber ausgesprochen viele billige und moderne Klamotten, die definitiv NICHT öko-fair produziert wurden. Bevor ich damit aber den Schülern Scheinheiligkeit vorwerfe noch zwei Gedanken dazu: Zum einen haben Schüler nicht immer die alleinige Entscheidung darüber, was sie kaufen. Zum anderen ist es nicht jedem immer möglich, in allen Punkten perfekt zu sein. Mein eigener ökologischer Fußabdruck ist deutlich unter dem deutschen Durchschnitt, aber damit immer noch weit größer, als ein nachhaltiger es wäre. Alleine durch den "Sockelbetrag" der Infrastruktur kommt man als deutscher kaum in einen nachhaltigen Bereich. Auch ohne perfekt zu sein, ohne Lösungsvorschläge zu haben, ist es meines Erachtens legitim, den Finger in die Wunde zu legen und auf Missstände aufmerksam zu machen. Gerade von der Generation, die die Missstände ausbaden werden muss.
Jakob Thoböll, Leipzig, 21 Jahre

Schüler demonstrieren für Klimaschutz Sachsens Fridays-for-Future-Demonstrationen

Sie fordern einen radikalen Kursschwenk für mehr Klimaschutz: Auch in Sachsen zieht es viele Schüler und Unterstützer während der Unterrichtszeit auf die Straßen - in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Görlitz.

Teilnehmer einer "Fridays for Future" Demonstration gegen den Klimawandel laufen mit Schildern durch die Innenstadt.
Mehrere tausend Schüler und Unterstützer zogen in Dresden durch die Innenstadt ... Bildrechte: dpa
Teilnehmer einer "Fridays for Future" Demonstration gegen den Klimawandel laufen mit Schildern durch die Innenstadt.
Mehrere tausend Schüler und Unterstützer zogen in Dresden durch die Innenstadt ... Bildrechte: dpa
Eine Schülerin hält bei einer "Fridays for Future" Kundgebung ein Schild hoch auf dem steht: "Rettet Olaf".
... mit klaren Botenschaften... Bildrechte: dpa
Teilnehmer einer 'Fridays for Future' - Kundgebung gegen den Klimawandel halten Schilder mit Losungen.
...und Forderungen an die Politik. Bildrechte: dpa
Zwei Kinder mit Plakat "Wegwerfgesellschaft wegwerfen"
Auch in Chemnitz machten Schüler ihrem Unmut über die Zerstörung der Umwelt Luft. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Kinder und Jugendliche mit Bunten Plakaten und Transparenten "Kein Planet B" oder "Die Welt verändert sich - warum nicht wir
Auch hier versammelten sich laut Organisatoren mehr als 1.000 Schüler in der Innenstadt. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Junge Menschen stehen auf der Straße mit Transparenten, einer im Eisbärenkostüm mit einem Schild um den Hals "Mir ist warm"
Eisbären waren ein beliebtes Motiv auf den Plakaten oder wie hier im falschen Pelz. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Kinder und Jugendlich eziehen mit Plakaten und Transparenten wie "Fridays for Future" oder "Oma, was ist ein Schneemann?" durch eine Straße
In Görlitz demonstrierten rund 300 Schüler in der Altstadt. Bildrechte: MDR/Uwe Walter
Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
In Leipzig zogen die Teilnehmer durch die Stadt zum Bundesverwaltungsgericht. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
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Quelle: MDR/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.03.2019 | ab 7 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 15.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 17. März 2019, 12:25 Uhr

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