Bildung Sozialarbeit an Sachsens Schulen soll ausgebaut werden

Eine Sozialpädagogin spricht in einem Schülercafé mit Schülern
Sozialarbeiter an Schulen bekleiden eine wichtige Aufgabe. Sie sind Vertrauensperson für Schüler und helfen im Schulalltag. Bildrechte: dpa

Sachsen will die Sozialarbeit an seinen Schulen ausbauen. Wie Sozialministerin Barbara Klepsch mitteilte, soll mit Beginn des Schuljahres 2018/19 an allen 279 sächsischen Oberschulen in öffentlicher Trägerschaft mindestens eine Vollzeitstelle für Sozialarbeit geschaffen werden. Der Freistaat Sachsen will die Personalkosten dafür übernehmen.

Kürzungen bei allen anderen allgemeinbildenden Schulen seien durch die Maßnahme nicht zu erwarten. "Im Gegenteil: Wir wollen ab dem Jahr 2019 die bisher eingesetzten Mittel auf immerhin 30,5 Millionen Euro verdoppeln", so Klepsch.

Kritik am Einstellungsverfahren

Paula Bormann von der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Schulsozialarbeit Sachsen e.V. begrüßt den Ausbau als ersten wichtigen Schritt, um zukünftig an allen sächsischen Schulformen Sozialarbeit zu ermöglichen. Dass in Einzelfällen jedoch auch Fachkräfte ohne sozialpädagogische Ausbildung eingesetzt werden können, kritisiert Bormann. Sie fordert eine verpflichtende Teilnahme an den Fortbildungsangeboten der LAG. Zudem sollte ein berufsbegleitendes Studium wie bei Lehrern ermöglicht werden.

Sozialarbeit ist nach Ansicht Bormanns wichtig, um den Schülern eine Vertrauensperson zur Seite zu stellen, der sie sich anvertrauen können und die zur Verschwiegenheit verpflichtet ist. "Das wird von den Schülern als wertvoll empfunden", erklärte die geschäftsführende Bildungsreferentin MDR SACHSEN.

Sozialarbeiter sind kein Lehrerersatz

Der Landeselternrat begrüßt die Entscheidung ebenfalls. Es sei allerdings zu bezweifeln, ob die Sozialarbeiter vor dem Hintergrund des Lehrermangels auch zu ihren eigentlichen Aufgaben kommen, gibt Elternrats-Vorsitzender Michael Becker zu bedenken. Es komme vor, dass die Sozialarbeiter den Ausfall von Lehrern kompensieren müssen. Für Becker erfüllt die Schulsozialarbeit eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Besonders Schüler aus bildungsfernen Milieus haben so die Möglichkeit, eine Vertrauensperson zu finden und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Das Anfang 2017 verabschiedete Landesprogramm "Schulsozialarbeit" soll dabei helfen, die öffentliche Jugendhilfe weiterzuentwickeln, um mehr jungen Menschen den Zugang zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten am Lern- und Lebensort Schule ermöglichen zu können. Nach Angaben des Kommunalen Sozialverbandes Sachsen gibt es derzeit an 418 Schulen Sozialarbeiter.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.03.2018 | ab 18:00 Uhr in den Regionlanachrichten aus dem Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2018, 19:16 Uhr