17.04.2020 | 12:54 Uhr So will sich Sachsen vor der Afrikanischen Schweinepest schützen

Sachsen will eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern. Die ist in Polen schon bei Hausschweinen nachgewiesen worden. Deshalb wurde am Donnerstag eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Die für Wildschweine und Hausschweine tödliche Viruserkrankung ist inzwischen auf etwa 10 Kilometer an die deutsch-polnische Grenze herangerückt.

Ein Wildschwein
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Sachsen hat im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Ziel ist es, die Seuche frühzeitig zu erkennen und damit eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Inzwischen ist die Tierseuche auf etwa zehn Kilometer an die deutsch-polnische Grenze herangerückt. Zudem wurden in Westpolen in den vergangenen Wochen zwei Ausbrüche der Schweinepest in Hausschweinbeständen festgestellt.

Auf Jägers Hilfe angewiesen

Nach der neuen Allgemeinverfügung müssen in ganz Sachsen nun alle verdächtigen Wildschweine bei den zuständigen Behörden gemeldet werden. Es ist egal, ob das Tier bei der Jagd, aufgrund von Krankheiten oder durch einen Unfall getötet wurde. Die Wildschweine müssen dann geborgen und in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt werden - unter Anleitung der Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter. Zum anderen wird für den Landkreis Görlitz und den Landkreis Bautzen zusätzlich die Beprobung aller gesund erlegten Wildschweine angeordnet und - wenn nötig - auch die Entsorgung der Tierkadaver über die Tierkörperbeseitigungsanlage.

Bislang ist die Seuche noch nicht nach Sachsen eingeschleppt worden. Trotzdem sei das Risiko in ganz Sachsen unverändert hoch, erklärte Gesundheitsministerin Petra Köpping.

Petra Köpping (SPD), amtierende Integrationsministerin von Sachsen, steht anlässlich der konstituierenden Sitzung des Landtags vor einer Fotowand.
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Aus diesem Grunde ist die Beprobung dieser Indikatortiere ein wichtiger Beitrag für die Tierseuchenprophylaxe

Petra Köpping Gesundheitsministerin

Für eine wirksame Früherkennung ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Veterinärbehörden und der Jägerschaft eine wichtige Voraussetzung. "Ohne die sächsische Jägerschaft schaffen wir die Bekämpfung, Vorbeugung und Früherkennung von Wildtierseuchen nicht. Die Veterinärbehörden sind auf die Hilfe der Jagdausübungsberechtigten angewiesen", so Ministerin Köpping weiter.

Ständige Kontrollen

Der Landkreis Görlitz wolle in der kommenden Woche die Maßnahmen zum Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest überprüfen, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes auf Anfrage von MDR SACHSEN. Gegegenenfalls müssten die Schutzmaßnahmen weiter angepasst werden.

Noch bevor die Grenze zwischen Sachsen und Polen aufgrund des Coronavirus geschlossen wurde, hatte der Freistaat Sachsen reagiert und versucht, polnische Wildschweine von den ergiebigen Futterquellen in Sachsen fernzuhalten. Dafür ließ Sachsen Anfang Januar einen mehr als einhundert Kilometer langen Elektrozaun entlang der Neiße bauen, der Anfang März fertiggestellt wurde.

Die Afrikansiche Schweinepest verläuft bei Wildschweinen fast immer tödlich. Die Krankheit breitet sich weiter aus. 2015 wurden Fälle im Baltikum gemeldet, dann folgten Polen, die Ukraine, Tschechien und jetzt die Funde nahe der deutschen Grenze. Sollten sich Hausschweine anstecken, wäre es für sie vermutlich ebenfalls zu 100 Prozent tödlich und für die Landwirte eine wirtschaftliche Katastrophe

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.04.2020 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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