Zollbeamtin nimmt Daten auf.
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Weniger Kontrollen, mehr Verstöße Der Schwarzarbeit in Sachsen auf der Spur

Der Zoll kontrolliert im Gastgewerbe seltener, wird aber häufiger fündig. Insgesamt ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Sachsen ein Schaden von fast 8,7 Millionen Euro wegen hinterzogener Steuern und Sozialabgaben entstanden. Diese Bilanz zog die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Zollbeamtin nimmt Daten auf.
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Der Zoll prüft Betriebe in Sachsen seltener auf Einhaltung des Mindestlohns, gleichzeitig werden aber mehr Verstöße festgestellt. Das sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft NGG, Guido Zeitler, am Mittwoch auf dem Gewerkschaftstag in Leipzig. Vor allem das Hotel- und Gastgewerbe sei oft betroffen. Die Quote der eingeleiteten Verfahren sei in ganz Ostdeutschland um ein Viertel gestiegen, hieß es.

Der Osten ist Niedriglohnsektor, der Mindestlohn dort generell gefährdeter.

Guido Zeitler Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)

Das Hauptzollamt Dresden hat im ersten Halbjahr 2018 knapp 700 Arbeitgeber kontrolliert. Statistisch betrachtet muss ein Betrieb in Sachsen nur aller 45 Jahre mit Besuch von Zollbeamten rechnen. Nach den Kontrollen der auch für Leipzig und das nördliche sowie östliche Sachsen zuständigen Behörde seien 89 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Viel Arbeit, wenig Lohn

Jeder dritte Vollzeitbeschäftigte im Hotel- und Gastgewerbe sowie im Nahrungsmittelsektor in Ostdeutschland gilt als Geringverdiener. Nach Angaben der Gewerkschaft NGG heißt dass, sie kamen bei voller Stundenzahl auf einen Verdienst von weniger als 2.139 Euro brutto. In Westdeutschland betrifft dies nur jeden sechsten Vollzeitarbeitnehmer.

Quelle: MDR/gg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.11.2018 | ab 18:00 Uhr im Radioreport

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Zuletzt aktualisiert: 07. November 2018, 19:58 Uhr

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