11.12.2019 | 19:07 Uhr Schweinefleisch: Verbraucher müssen tiefer in die Tasche greifen

Frischer Aufschnitt
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Aufgrund der Schweinepest geht China das Fleisch aus. Die Folgen sind auch in Deutschland zu spüren.

"China kauft den Weltmarkt leer", erklärt Uwe Uhlmann von der Fleischerinnung Sachsen. Seit Februar hätten sich die Einkaufspreise für Schweinefleisch um rund 60 Prozent erhöht. Ein Problem für die Fleischereien: Der Preis könne nicht eins zu eins an den Kunden weitergegeben werden, so Uhlmann. Die Akzeptanz der Verbraucher sei endlich.

Fleisch teurer, aber Kunden tragen es mit

Nora Seitz
Nora Seitz ist Fleischermeisterin in Chemnitz. Bildrechte: Deutscher Fleischer-Verband e. V.

Nora Seitz ist Fleischermeisterin aus Chemnitz und Vizepräsidentin des Deutschen Fleischer-Verbands. Sie betrachtet die Situation etwas optimistischer. Auch in ihrer Fleischerei sind die Preise für Schweinefleisch gestiegen. Für einen Schweinekamm habe man vor dem Ausbruch der Schweinepest im Frühjahr 9,90 Euro zahlen müssen, inzwischen müssten Kunden 13,90 berappen. "Glücklicherweise tragen unsere Kunden das mit." Schweinefleisch sei ohnehin immer sehr günstig gewesen - der aktuelle Preisanstieg sei an sich keine schlechte Entwicklung. Sie müsse eben nur nachhaltig sein, so Seitz.

Neue Nachfrage

Insgesamt stellt die Fleischermeisterin einen Änderung im Käuferverhalten fest: "Ich freue mich darüber, dass das Thekengeschäft sich in den letzten zwei Jahren so gut entwickelt hat. Immer mehr Menschen ernähren sich bewusster und gehen weg vom Discounter-Fleisch. Ich hoffe, dass der Trend anhält."

Deutschland gehört zu den größten Schweinefleischproduzenten der Welt. In der EU ist Deutschland deutlicher Spitzenreiter. Nach jüngsten Schätzungen wird die chinesische Schweinefleischerzeugung von vorjährigen 54 Millionen Tonnen auf diesjährige 40,5 veranschlagt.

Quelle: MDR/st/topagrar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.12.2019 | 10:30 Uhr

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