Nachtaufnahme der beleuchteten Fassade der Semperoper in Dresden
Bildrechte: imago/OceanPhoto

Historie Semperoper Dresden: eine kurze Chronik

Neben dem Zwinger und der Frauenkirche ist die Semperoper wohl Dresdens bekanntestes Bauwerk. Hinter der Oper liegt eine wechselvolle Geschichte. Brände und vor allem der Bombenkrieg im zweiten Weltkrieg gefährdeten die Existenz des Hauses.

Nachtaufnahme der beleuchteten Fassade der Semperoper in Dresden
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27. Januar 1667

In Dresden wird das erste Operntheater eröffnet. Es befindet sich auf dem Dresdner Taschenberg, ganz in der Nähe des Stadtschlosses. Mit der Oper verbunden ist auch die 1548 gegründete Staatskapelle Dresden, der in der Zeit des Barock insbesondere Heinrich Schütz wichtige Impulse gab.

1817

Der heutige Chor der Staatsoper wird als erster "stehender Opernchor" in Deutschland gegründet.

1841

Das Königliche Hoftheater von Gottfried Semper öffnet seine Pforten. Es wird eröffnet mit Webers Jubelouvertüre und Goethes Torquato Tasso. In dem Opernbau werden bekannte Werke wie Richard Wagners "Rienzi", "Der fliegende Holländer" und "Tannhäuser" uraufgeführt. Der erste Semperbau fällt 1869 einem Brand zum Opfer. Zu den bedeutendsten Dirigentenpersönlichkeiten dieser Ära der Semperoper gehören Carl Maria von Weber und
Richard Wagner.

2. Februar 1878

Mit Webers "Jubelouvertüre" und Goethes "Iphigenie auf Tauris" wird das neue Theatergebäude eingeweiht. Wieder war Gottfried Semper, der zu diesem Zeitpunkt in der Emigration in Italien lebte, mit der Architektur des neuen Opernhauses beauftragt worden. Zuvor war ein gegen Semper nach dem Dresdner Maiaufstand erlassener Steckbrief zurückgenommen worden. Die eigentliche Bauleitung in Dresden übernahm Sempers Sohn.

Der zweite Semperbau ist Ort zahlreicher bedeutender Uraufführungen: "Feuersnot" (1901), "Salome" (1905), "Elektra" (1909), "Der Rosenkavalier" (1911), "Intermezzo" (1924), "Die ägyptische Helena" (1928), "Arabella" (1933), "Die schweigsame Frau" (1935), "Daphne" (1938) sind die wichtigsten Werke von Richard Strauss. Auch Opern anderer Komponisten wie Feruccio Busoni ("Doktor Faust" - 1925), Paul Hindemith ("Cardillac" - 1926), Kurt Weill ("Der Protagonist" - 1926) oder Rudolf Wagner-Regeny ("Der Günstling" - 1935) erleben hier ihre Weltpremiere.

Ab 1895

Der Semperbau wird seither allein für Oper, Ballett und Konzerte genutzt. Schauspielaufführungen finden seit dieser Zeit in anderen Häusern statt.

13. August 1944

In der Semperoper findet die letzte öffentliche Aufführung in der Zeit des zweiten Weltkrieges statt. Der künstlerische Betrieb wird wegen des "totalen Krieges" "für die Dauer des Krieges" eingestellt. Viele Mitarbeiter des Hauses werden für "kriegswichtige Aufgaben" eingesetzt.

13./14. Februar 1945

Bei den verheerenden Bombenangriffen auf Dresden wird auch die Semperoper mehrfach von Bomben getroffen. Das Gebäude brennt völlig aus; die äußere Hülle bleibt aber erhalten und wird in den ersten Nachkriegsjahren notdürftig gesichert.

Ein Abriss der Ruine wird - anders als bei so manchem anderen zerstörten Kunstwerk - zu keiner Zeit ernsthaft erwogen. Für den Wiederaufbau fehlen aber in den ersten Nachkriegsjahrzehnten die materiellen und finanziellen Mittel.

13. Februar 1985

Die Wiedereröffnung der Dresdner Semperoper findet weltweite Beachtung. Eröffnet wird mit Webers "Freischütz" - es ist jenes Werk, das vor der Zerstörung des Semperbaus zuletzt aufgeführt worden war. In den folgenden Wochen gibt es auch Uraufführungen von Werken zeitgenössischer Autoren wie "Brennender Friede" von Udo Zimmermann und "Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke" von Siegfried Matthus.

Der Grundstein für die neu eröffnete Oper war bereits im Jahre 1977 gelegt worden. Bei der Rekonstruktion wurde größter Wert auf den originalgetreuen Nachbau des Werkes von Semper gelegt. Die Bezeichnung "Semperoper" ist seit dieser Zeit nicht nur im Alltagssprachgebrauch üblich.

1990

Die seit 1983 vom Staatsschauspiel Dresden abgekoppelte Staatsoper Dresden erhält eine neue offizielle Bezeichnung: "Sächsische Staatsoper Dresden - Semperoper".

2001

Der Chef der Staatskapelle Dresden, Giuseppe Sinopoli, der den Klangkörper der Semperoper seit 1992 leitet, verstirbt während einer Aufführung in Berlin. Die Nachfolge Sinopolis tritt Bernard Haitink an, der zuvor das ebenfalls weltberühmte Amsterdamer Concertgebouw-Orchester geleitet hatte.

Vor Sinopoli und Haitink hatten bereits andere namhafte Dirigenten der Staatskapelle ihr Gepräge gegeben: Im 20. Jahrhundert waren das vor allem Ernst von Schuch, der von den Nazis vertriebene Fritz Busch, Karl Böhm, Joseph Keilberth, Rudolf Kempe, Franz Konwitschny, Otmar Suitner, Kurt Sanderling, Rudolf Neuhaus, Siegfried Kurz und Herbert Blomstedt.

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2019, 16:28 Uhr