Proteste in Görlitz vor dem Siemens-Werk.
Sie wollen Klarheit: Siemens-Mitarbeiter protestieren gegen die Schließung der Standorte. Bildrechte: MDR/Christian Essler

Kundgebung gegen Werksschließung Siemens-Mitarbeiter aus Sachsen auf dem Weg nach Berlin

Trotz guter Auftragslage will Siemens seine Werke in Görlitz und Leipzig schließen. 1.200 Mitarbeiter wissen nun nicht, wie es mit ihnen beruflich weitergeht. Aus diesem Grund protestieren Teile der Belegschaft am Donnerstag in Berlin. Ihr Ziel: Sie wollen Klarheit über die Pläne zum Stellenabbau bei Siemens.

Proteste in Görlitz vor dem Siemens-Werk.
Sie wollen Klarheit: Siemens-Mitarbeiter protestieren gegen die Schließung der Standorte. Bildrechte: MDR/Christian Essler

Kurz vor vier Uhr haben sich in Görlitz acht Busse in Bewegung gesetzt. An Bord: 300 Siemensmitarbeiter aus dem ostsächsischen Turbinenwerk. Und auch aus Leipzig sind rund 80 Mitarbeiter auf dem Weg nach Berlin. Mit Hunderten anderen Siemens-Beschäftigten wollen sie am Vormittag gegen die Einschnitte in dem Konzern protestieren. Anlass ist die jährliche Siemens-Betriebsrätetagung in Neukölln. Stellvertretend für alle Kollegen erhoffen sich die Siemens-Mitarbeiter mehr Klarheit über die Pläne zum Stellenabbau. Zur Kundgebung werden unter anderem der SPD-Vorsitzende Martin Schulz, Siemens-Aufsichtsrat Jürger Kerner sowie der Betriebsratsvorsitzende von Siemens Compressor Systems Leipzig, Thomas Clauß, erwartet.

"Wir lassen uns unsere Standorte nicht kaputt machen"

"Unser heutiges Ziel ist es, darauf hinzuweisen, dass Siemens unverantworlich handelt", sagt Jan Otto, Pressesprecher der IG Metall Ostsachsen. "Die klare Botschaft ist: Wir lassen uns unsere Standorte nicht kaputt machen. Schon gar nicht unter Vorspielung falscher Tatsachen, es wäre aus Gründen der Energiepolitik." Siemens hatte erklärt, der Trend gehe weg von Großkraftwerken hin zu erneuerbaren Energien. Deshalb sei die Nachfrage eingebrochen. 

IG Metall erwartet 2.500 Unterstützer vor Ort

Die IG Metall erwartet 2.500 Beschäftigte und Betriebsräte aus ganz Deutschland zu der Kundgebung. Diejenigen Mitarbieter, die nicht in Berlin sind, werden den Betrieb im Werk am Laufen halten. Man wolle, so die Gewerkschaft, Siemens keinen Grund für arbeitsrechtliche Streitereien liefern. Zumal es genug zu tun gebe. Die Auftragsbücher beispielsweise in Görlitz seien gut gefüllt, so Jan Otto, der die Schließungs-Pläne nach wie vor nicht versteht. "Ein traditionsreicher Konzern, der über eine stabile Rendite von über neun Prozent verfügt, hat eine gesellschaftspolitische Verantwortung."

Siemens-Aus im November verkündet

Nach wochenlangen Spekulationen hatten sich die Befürchtungen von Werksschließungen am 16. November 2017 bestätigt. An diesem Tag hatte Siemens verkündet, zwei Standorte in Sachsen komplett zu schließen. Mehr als 900 Mitarbeiter aus dem Görlitzer Turbinenwerk sowie 270 aus dem Werk Leipzig-Plagwitz sind davon betroffen. Die Mitarbeiter aus dem Görlitzer Werk hatten darauf hin eine Petition zur Rettung des Werkes gestartet. Bislang haben mehr als 16.000 Menschen unterschrieben.

Quelle: MDR/jok

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.11.2017 | Nachrichten ab 05:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 23.11.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. November 2017, 05:00 Uhr

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1 Kommentar

23.11.2017 08:01 Spottdrossel 1

Wird Siemens nicht anheben, der Protestmarsch. Ja, da werden vielleicht schon währenddessen die Maschinen abgebaut und verkauft ...