Trommeln für den Erhalt der Arbeitsplätze
Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Berlin Spitzengespräch zum Stellenabbau bei Siemens ohne Ergebnis

Trommeln für den Erhalt der Arbeitsplätze
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Ein Treffen zum Stellenabbau in den deutschen Siemens-Werken bei Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries ist ohne konkrete Ergebnisse geblieben. Die Zukunft der Standorte sei "zunächst ein innerbetriebliches Thema", sagte Siemens-Personalvorstand Janina Kugel nach dem Gespräch am Montag in Berlin. An dem Treffen nahmen auch mehrere Wirtschaftsminister und Vertreter aus den Bundesländern mit Siemensstandorten teil. Für Sachsen war Staatssekretär Erhard Weimann dabei. Man habe gegenseitig seine Standpunkte ausgetauscht, sagte er nach dem Treffen. Und man habe den Siemensvertretern eine wichtige Botschaft vermittelt: "Die Staatregierung des Freistaates Sachsen wird das nicht mitmachen." Denn, wenn man die 150 Zulieferbetriebe und die Sparpläne bei Bombardier dazu nehme, stünden allein im Freistaat Sachsen 6.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Ich spüre, dass über die beiden Schließungen in Görlitz und Leipzig vielleicht noch gesprochen werden kann. Wir brauchen bloß intelligente Konzepte, wie man das bewerkstelligen kann.

Staatssekretär Erhard Weimann, Sächsische Staatskanzlei

Ob weniger Stellen gekürzt werden können, ist noch unklar

Der Elektrokonzern hatte Mitte November angekündigt, weltweit 6.900 Stellen wegen schlechter Auftragslage in der Kraftwerkssparte abbauen zu wollen, davon etwa die Hälfte in Deutschland. In Sachsen sollen die Standorte in Görlitz und in Leipzig mit zusammen 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden. Auf die Frage, ob sich die Zahl der abzubauenden Stellen noch verringern lasse, antwortete Personalvorstand Janina Kugel, das sei ein Planungsstand. Nach den Gesprächen mit den Betriebsräten werde man wissen, "wie viele Mitarbeiter es gesamtheitlich trifft".

Nächstes Treffen für Frühjahr verabredet

Zypries sprach von einem "sehr guten Gespräch". Es sei ein zweites Treffen für kommendes Frühjahr verabredet worden, einen Termin dafür gebe es noch nicht. Zunächst werde Siemens mit den Betriebsräten Gespräche aufnehmen. "Dem wollten wir nicht vorgreifen." Dann wolle man ausloten, "wie Bund und Länder beim Umbau helfen können", etwa bei der Weiterqualifizierung von Mitarbeitern.

Gespräche sind ein Anfang

Vertreter der IG Metall und des Görlitzer Betriebsrates begrüßten die Gespräche. Konkrete Ergebnisse seien bei diesem ersten Treffen ohnehin nicht zu erwarten gewesen, so Christian Heinke vom Betriebsrat des Siemenswerkes Görlitz. Es sei aber wichtig, dass politischer Druck aufgebaut werde und auch die Bundespolitik dem Konzern noch einmal seine soziale Verantwortung deutlich mache. Sich an einen Tisch zu setzen, sei ein Anfang. Nun müsse man auch nach Lösungsansätzen suchen. Auch für Jan Otto von der IG Metall Ostsachsen war das Spitzentreffen ein Schritt in die richtige Richtung. Die Politik müsse ihre Ansprüche formulieren. Er erwarte jedoch auch ein Bekenntnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel für den Erhalt der Arbeitsplätze bei Siemens. Gelegenheit hat sie zum Beispiel am 19. Januar 2018 in Görlitz. Dann ist eine Großdemonstration für den Erhalt des Siemenswerkes geplant, zu dem die IG Metall auch die Bundeskanzlerin eingeladen hat. Bisher habe es aber noch keine Reaktion auf die Einladung gegeben, so Jan Otto.

Quellen: MDR/dpa

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Fernsehen: MDR SACHSENSPIEGEL | 11.12.2017 | 19:00 Uhr
MDR "FAKT IST" | 11.12.2017 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2017, 19:56 Uhr

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1 Kommentar

11.12.2017 23:55 Na so was 1

Siemens wird die Werke schließen, die die Konzernleitung bestimmt. Die Meinung der z.B. deutschen Politiker interessiert sie überhaupt nicht. Es geht nur um den Profit von wenigen Leuten.