LKW und PKW stehen auf der Autobahn 4 in Richtung Dreieck Nossen im Stau
Bildrechte: imago/Robert Michael

ADAC-Bericht In Sachsen hat es 2018 deutlich mehr Staus gegeben

Dass Autofahrer auf den Autobahnen in Sachsen immer häufiger im Stau stehen, ist kein Geheimnis. Der ADAC hat dies jetzt mit Zahlen untermauert. Danach ist die Zahl der Staus 2018 um fast ein Viertel gestiegen.

LKW und PKW stehen auf der Autobahn 4 in Richtung Dreieck Nossen im Stau
Bildrechte: imago/Robert Michael

Autofahrer haben in Sachsen im vergangenen Jahr deutlich öfter im Stau gestanden als noch ein Jahr zuvor. Wie der ADAC in seiner Staubilanz mitteilte, ist die Anzahl der Staus im Vergleich zu 2017 um fast ein Viertel auf mehr als 17.000 gestiegen. Die Gesamtlänge der Staus stieg um mehr als 7.000 Kilometer auf 34.279 Kilometer. Insgesamt 11.895 Stunden lang bewegte sich demnach kein Rad auf dem 567 Kilometer langen Autobahnnetz des Landes.

Der staureichste Tag in Sachsen fiel im vergangenen Jahr auf den 28. Juni mit 217 Staumeldungen, 494 Kilometern Länge und einem Zeitverlust von rund 65 Stunden.

Megastau A4 Ottendorf-Okrilla
Am 3. Juli hatte es diesen Stau bei Ottendorf-Okrilla gegeben. Bildrechte: RocciPix

Höchste Verkehrsbelastung auf A4 bei Dresden

Die höchste Verkehrsbelastung trug laut ADAC-Staubilanz die Autobahn 4 zwischen dem Dreieck Nossen und der Ausfahrt Dresden-Nord mit täglich bis zu 100.000 Fahrzeugen. Verantwortlich dafür waren demnach vor allem Baustellen. Der Abschnitt zwischen Dresden-Neustadt und Dresden-Wilder Mann war neben dem Berliner Ring in Brandenburg (A10) das am höchsten belastete Autobahnstück im Osten Deutschlands.

Für besonders viel Unmut sorgten die Staus im vergangenen Jahr in der Gemeinde Wilsdruff. Wegen mehrmonatiger Bauarbeiten auf der A4 war die Gemeinde besonders vom Umleitungsverkehr geplagt.

Bundesweit registrierte der ADAC die meisten Staus in Nordrhein-Westfalen, mit einer Gesamtlänge von rund 486.000 Kilometern.

Linksfraktion: Mehr Verkehr auf die Schiene

Die Linksfraktion im Landtag forderte eine Verkehrs- und Mobilitätswende in Sachsen. Der Sprecher für Klimaschutz und Mobilität, Marco Böhme erklärte, die Autobahnen ließen sich nur entlasten, wenn mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werde. "Auf der A 4 zwischen Dresden und Görlitz fahren 70.000 Fahrzeuge täglich, das sind doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Die Folge sind auch deutlich mehr Unfälle, oft durch LKW. Gleichzeitig wurden seit 1990 mindestens 670 Kilometer Schienenpersonennahverkehr abbestellt."

Böhme verlangt, im Personenverkehr den Regionalexpressverkehr dichter zu takten. Dafür müsse die Landesregierung den Zweckverbänden ausreichend Mittel für den ÖPNV bereitstellen. Zudem müsste die Regierung konkrete Konzepte für Rollende Landstraßen erstellen, um mehr Güter auf die Schiene zu bekommen, so Böhme.

Bildergalerie Autobahn des Grauens - ausgebremst auf der A4

Es vergeht kein Tag, an dem die A4 nicht Thema im Programm von MDR SACHSEN ist. Irgendwo zwischen Görlitz, Nossen und Chemnitz gibt es immer Probleme. Eine Auswahl von Meldungen seit Ostern.

PKW und LKW stehen bei Sonnenaufgang auf der Autobahn im Stau.
Die Sonne geht auf am Freitagmorgen des 27. April - und rings um Wilsdruff geht schon wieder nichts mehr. Ein kilometerlange Stau auf der A4 zwischen Siebenlehn und Wilsdruff verursacht auch Rückstau auf die A14 bei Nossen. MDR SACHSEN erklärt im Verkehrsfunk, dass Autofahrer mit einer Stunde Zeitverzögerung rechnen müssten. Genug Zeit, doch den Morgenhimmel zu betrachten und zu frühstücken... Bildrechte: MDR/Kathrin König
PKW und LKW stehen bei Sonnenaufgang auf der Autobahn im Stau.
Die Sonne geht auf am Freitagmorgen des 27. April - und rings um Wilsdruff geht schon wieder nichts mehr. Ein kilometerlange Stau auf der A4 zwischen Siebenlehn und Wilsdruff verursacht auch Rückstau auf die A14 bei Nossen. MDR SACHSEN erklärt im Verkehrsfunk, dass Autofahrer mit einer Stunde Zeitverzögerung rechnen müssten. Genug Zeit, doch den Morgenhimmel zu betrachten und zu frühstücken... Bildrechte: MDR/Kathrin König
PKW- und Kleinbuswracks
Ein Polizist läuft am 26. April auf der A4 am Dreieck Nossen durch eine Unfallstelle, die einem Trümmerfeld gleicht. Ein Kleinbus Nissan ist ins Stauende gefahren. Dadurch wurden neben dem Kleinbus noch acht weitere Autos beschädigt. Vier Menschen wurden bei dem Zusammenstoß schwer verletzt. Einer der Verletzten musste mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden. Wegen des Unfalls musste die A4 in Richtung Dresden gesperrt werden. Der Verkehr wurde auf die A14 geleitet. Es bildete sich ein kilometerlanger Stau. Bildrechte: MDR/Roland Halksch
Unfall auf der A4 bei Chemnitz
Bei einem Unfall auf der A4 bei Chemnitz ist am 25. April ein fünf Jahre altes Mädchen schwer verletzt worden. Ein Lkw war auf einen vor ihm haltenden Laster aufgefahren. Der wurde daraufhin gegen zwei Autos und einen Kleintransporter geschleudert. Der 23 Jahre alte Fahrer des auffahrenden Lkw und zwei Autoinsassen wurden leicht verletzt, das Kind schwer. Die Autobahn in Richtung Eisenach musste 40 Minuten lang voll gesperrt werden Bildrechte: MDR/Harry Härtel
Ein Lastwagen ist auf einen anderen aufgefahren.
Nachdem zwei Lkws am Mittag des 23. April aufeinandergeprallt waren, staute sich der Verkehr zeitweise auf 16 Kilometer zwischen Dresden-Flughafen und Wilsdruff an einer Baustelle. Dadurch staute sich auch der Verkehr im Dresdner Stadtgebiet, unter anderem in der Königsbrücker Straße und der Washingtonstraße stadteinwärts. Bildrechte: MDR/Roland Halkasch
Autos und Lkw fahren auf der A4 an der Abfahrt Dresden Flughafen vorbei.
Dass Autos und Lkw so fluffig auf der A4 an der Abfahrt Dresden-Flughafen vorüberrollen ist an vielen Tagen im Jahr ein Wunschtraum. Im Herbst werden die Arbeiten für den Umbau der Schutzplanken am Mittelstreifen in Fahrtrichtung Görlitz beginnen. Diese Bauphase auf der A4 wird bis Mitte Dezember 2018 dauern. Bildrechte: dpa
Stau A4 Dresden
Dauerstau am Montag, 16. April: Auf der A4 zwischen Ottendorf-Okrilla, Dresden und Wilsdruff gab es mehrere Unfälle. Dazu noch die Baustelle unweit der Raststätte Dresdner Tor und der Verkehr staute sich Richtung Chemnitz auf mehr als 20 Kilometer. Ortskundige wollten den Stau umfahren. Doch sie standen in Wilsdruff im Stau und in Meißen, wo ebenfalls Baustellen an der B101 den Verkehr beeinträchtigen.
Schon am Morgen dieses 16. April war die Autobahn 17 Prag - Dresden wegen eines kilometerlangen Staus dicht. Dort waren in der Baustelle vor dem Dreieck Dresden-West ein Auto, ein Lastwagen und ein Transporter zusammengestoßen. Mindestens ein Mensch wurde verletzt. Aus Sicherheitsgründen sperrte die Polizei zeitweise die Tunnel auf dem Abschnitt zwischen Dresden-Südvorstadt und dem Dreieck Dresden-West.
Bildrechte: MDR/Roland Halkasch
Stau auf der A4 bei Nossen
Ein gutes Navigationsgerät kann auf der A4 Nerven retten helfen. Denn mehrere Baustellen bringen Autofahrer zur Verzweiflung. Seit Anfang April wird die A4-Saubachtalbrücke repariert, weil Konstruktionsteile brüchig geworden sind. Der Verkehr wird deshalb auf zwei verengten Spuren zwischen der Anschlussstelle Wilsdruff und dem Dreieck Dresden-West geführt. Die Ausfahrten im Baustellenbereich sind zudem verkürzt. Wenn die Arbeiten in Richtung Dresden fertig sind, wird die Baustelle Richtung Chemnitz verlegt. Das soll nach Himmelfahrt geschehen. Bildrechte: MDR/Mario Unger
Poliziefahrzeug mit Blaulicht im Stau auf der A4
Frohe Ostern? Der Start ins Osterwochenende war für Tausende Lkw- und Autofahrer am Gründonnerstag 2018 eine einzige Geduldsprobe. Auf der A4 ging es nur schleppend voran. Vormittags staute es sich am Dreieck Nossen nach mehreren Unfällen. Zwischen Berbersdorf und Ottendorf-Okrilla stockte es dann ab dem späten Nachmittag auf einer Strecke von 50 Kilometern. Bildrechte: MDR/Tino Plunert
Verkehrsschild für Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h.
Zwischen Dresden-Nord und Dresden-West ist seit dem Frühjahr 2018 das Tempo auf 100 Stundenkilometer begrenzt worden. Der Verkehrsversuch gilt zweieinhalb Jahre lang. Das Verkehrsministerium will testen, ob bei weniger Tempo auch weniger Staus und schwere Lkw-Unfälle passieren. Bildrechte: Colourbox.de
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Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.01.2019 | 16:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2019, 13:47 Uhr

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3 Kommentare

17.01.2019 21:30 AufmerksamerBeobachter 3

Die Bilder sagen alles: Gefühlt die Hälfte der Fahrzeuge sind LKW.

Wenn die wenigstens Standardcontainer transportieren könnten, da wäre es leichter das Zeug auf die Schiene zu bringen. Die Container könnten dann die letzten 30km von zu bauenden Terminals ausgeliefert werden. Es müsste kein komplettes Transportfahrzeug von Osteuropa bis Zielort-und-zurück durchfahren!

DAS wäre mal ein EU-Projekt. Es werden Bahn TEN-Korridore geplant, aber die Entscheidung Straße/Schiene dem Markt überlassen. Dürfte auch ein paar tausend Tonnen Diesel _täglich_ einsparen. Stattdessen laufen Versuche, Autobahnen mit Oberleitungen auszurüsten... unfaßbar!

17.01.2019 21:10 Nichtssagend 2

Was soll so eine Zahl und
was sagt sie aus?

Und dann - wer hat denn
das alles wie ermittelt und
nach welchen Kriterien?

Solange das nicht offengelegt
wird, ist diese Meldung nur
mal für die Tonne.

17.01.2019 19:51 Klartext 1

Fast kein Tag vergeht, wo es nicht eine Unfallmeldung im Bereich Sachsen/Thüringen auf der A 4 gibt. Wie kommt das? Eigentlich unerklärlich. Wie kann das abgestellt werden? . Man traut sich ja nicht nach Dresden oder Bautzen die A 4 zu nutzen.

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