Obst und Gemüse in einem Korb
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Steigendes Interesse Die Extra-Portion Obst - EU-Programm in Sachsen großer Erfolg

Eine kostenlose Portion Obst, Gemüse oder Milch in der Pause: An Sachsens Schulen nimmt das Interesse an einem Programm der Europäischen Union zu gesundem Essen für Kinder und Jugendliche zu. Doch die Nachfrage nach Mitteln aus dem EU-Programm übersteigt bei Weitem das Angebot.

Obst und Gemüse in einem Korb
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An Sachsens Schulen hat das Interesse an einem Projekt der Europäischen Union zu gesundem Essen zugenommen. Wie das Landwirtschaftsministerium in Dresden mitteilte, sind ab April Anmeldungen für das kommende Schuljahr möglich. Für das aktuelle Schuljahr hatten sich demnach mehr als 800 Kindertageseinrichtungen, Grund- und Förderschulen für die kostenlose Verteilung von Milch sowie Obst und Gemüse beworben.

Aktuell profitieren den Angaben zufolge 42.000 Mädchen und Jungen von der kostenlosen Milch. Zusätzlich kommen fast 60.000 Kinder wöchentlich in den Genuss von zwei kostenfreien Extra-Portionen Obst und Gemüse. Für das Projekt stellt die Europäische Union insgesamt rund 2,17 Millionen Euro bereit, der Freistaat steuert 150.000 Euro bei. Allerdings übersteigt die Nachfrage nach den Mitteln bei Weitem das Angebot. Um alle Kindertageseinrichtungen, Grund- und Förderschulen in Sachsen teilnehmen zu lassen, wären etwa 12,5 Millionen Euro nötig. Daher sei derzeit eine Ausweitung des Programms nicht möglich, teilte das Ministerium weiter mit. "Das Programm ist vor allem als Anregung zu verstehen", sagte Ministeriumssprecher Frank Meyer. Für das gesunde Pausenbrot der Schüler seien letztlich die Eltern verantwortlich. Das EU-Programm gibt es seit dem Schuljahr 2017/18. Zuvor gab es nur ein Schulmilch-Programm.

Lob und Kritik

Das Schulobst- und Schulmilchprogramm sei eine gute Sache, findet der Sprecher des Landesschülerrates Vincent Koch. Allerdings schlägt er auch kritische Töne an. Da die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt, müsse die Regierung tätig werden, fordert Koch. Zudem gelte das Angebot nur für Grund- und Förderschulen. Die unteren Jahrgänge der Oberschulen und Gymnasien müssten ebenfalls bedacht werden. Ob die Schulen selbst Angebote machten, hänge zudem stark von deren finanzieller Situation und Einstellung ab, so Koch.

Werden Schüler auf Veränderungswünsche im Schulalltag angesprochen, hört man öfter den Wunsch nach einem Snackautomaten oder einer Cafeteria. Doch dafür fehlen meist die finanziellen Mittel.

Vincent Koch Landesschülerrat Sachsen

Gemüse
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Trend "Gesunde Ernährung"

"Aktuell liegen Projekte zur gesunden Ernährung im Trend", erklärte der Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung, Roman Schulz. Das reiche vom gesunden Pausenbrot über zuckerreduzierte Speisen und regionale Küche bis zu ökologischer Ernährung.

Es gibt Schulen, die führen mit den Kindern die gesunde Frühstückspause oder Obsttage durch.

Roman Schulz Landesamt für Schule und Bildung

Viele der Angebote kämen von den Krankenkassen. Diese wollen die Jungen und Mädchen unter anderem mit Kochkursen für gesunde Ernährung begeistern. Bei der Initiative "Ich kann kochen!" von Barmer und der Sarah Wiener Stiftung werden Erzieher, Lehrer und Sozialpädagogen für Koch- und Ernährungskurse, Koch-AGs und Projektwochen fit gemacht. Die AOK Plus - Sachsen größte Krankenkasse - engagiert sich unter anderem beim bundesweiten "Ernährungsführerschein", bei dem Grundschulkinder der 3. und 4. Klassen kleinere Gerichte zubereiten lernen.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.02.2019 | 13:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2019, 09:59 Uhr

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7 Kommentare

18.02.2019 15:46 mare nostrum 7

Die Ergüsse gewisser Kommentatoren hier erinnern mich an die Fabel vom Fuchs und den Trauben.

Es ist eben schlimm, wenn man keine kostenlose Möhre abbekommt ...

18.02.2019 15:13 Mane 6

Das ist Deutschland,den Leuten Honig ums Maul zu schmieren! War schon immer so.Danke

18.02.2019 09:19 Hempel U. Sofa 5

@2 vllt die Pharmaindustrie unterstützen mir Vitamin- und Proteintsbletten für alle??

Wer kalkuliert eigentlich in der Politik immer so stümperhaft, immer gibt's Förderprogramme mit Witzsummen nur um den Schein zu wahren was für den Bürger und vor allem die Kinder zutun und in Banken-/Staatenrettung, Politikerdiäten und alles drumherum fließen Milliarden.

17.02.2019 19:49 mare nostrum 4

# 2

Die positiven gesundheitlichen Wirkungen von Obst und Gemüse werden zu oft unterschätzt.

17.02.2019 18:27 Iris 3

Langsam müsste es sich doch herumgesprochen haben, wie "gesund" Kuhmilch und der Folgeprodukte sind. Wer das nicht glauben will, brauch nur einige diesbezügliche medizinische Studien zu lesen. Schon zu DDR-Zeiten wurde dieser Fehler gemacht, obwohl es zu dieser Zeit auch schon Literatur gab, welche sich kritisch dazu äußerte.

17.02.2019 16:56 Jakob 2

Mann mann mann, das ist kein Programm zur staatlichen Gratisnahrungsmittelversorgung, bei dem jeder gleich bedacht werden müsste bis am besten hin zu allen Arbeitnehmern, sondern ein Förderprogramm zur Subventionierung der Landwirtschaft ... . Die positiven gesundheitlichen Wirkungen von Milch werden zudem überschätzt.

17.02.2019 14:27 Dresdnerin 1

Schon in den1950iger Jahren und später gab es Milch in den Schulen und auch in Betrieben ,wo mit Chemikalien gearbeitet wurde. Warum alles neu erfinden.

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