Unfallstatistik 2020 Weniger Unfälle und Verunglückte auf Sachsens Straßen

Ein Fahrradfahrer fährt auf einer Radspur im Stadtverkehr.
Die Statistiker des Landesamtes führen den Rückgang an Verunglückten zu einem Teil auf die Corona-Pandemie zurück. Bildrechte: dpa

Die Unfallzahlen in Sachsen sind im ersten Halbjahr 2020 deutlich zurückgegangen. Von Januar bis Juni dieses Jahres wurden rund 5.327 Unfälle mit verletzten Personen registriert. Das sind rund 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Jahr 2019 gab es 6.319 Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden.

Bei diesen Unfällen sind 6.558 Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer verunglückt. Wie aus der Straßenverkehrsunfallbilanz des Statistischen Landesamtes hervorgeht, sind das 1.601 Verunglückte oder 20 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 69 dieser Personen verloren bei einem Unfall ihr Leben, 15 weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Auch die Anzahl der schwer und leichtverletzten Verunglückten ging insgesamt zurück.

Zahl toter Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern steigt

Bei allen Fortbewegungsmitteln waren die Zahlen der getöteten Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer niedriger als im Vorjahreszeitraum. Einzig die Zahl getöteter Fahrradfahrerinnen und -fahrer stieg von 14 auf 16. Die Hälfte von ihnen war laut der Unfallbilanz 65 Jahre oder älter. Ein Kind unter 15 Jahren kam ebenfalls ums Leben. Der Anteil der schwer- und leichtverletzten Fahrradfahrerinnen und -fahrer stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1.836 auf 1.976 Verunglückte.

Grafik - Verkehrsunfallstatistik Sachsen 2020, Anzahl der Verunglückten
Die Zahl der verunglückten Radfahrer ist im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, die der verunglückten Autofahrer gesunken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In allen Altersgruppen sinkt die Zahl der Verunglückten. Die Altersgruppe unter 15 hat hier den höchsten Rückgang zu verbuchen, die Gruppe der Senioren den niedrigsten.

Grafik - Verkehrsunfallstatistik Sachsen, 2020 nach Alter gestaffelt
Verteilt auf die Altersgruppen lässt sich ein Rückgang an Verunglückten bei Verkehrsunfällen erkennen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zu schnelles Fahren als Hauptursache

Wie aus dem Bericht hervorgeht, sind Geschwindigkeitsüberschreitungen die Hauptursache der Unfälle im ersten Halbjahr 2020 gewesen. In 938 Fällen war zu schnelles Fahren die Unfallursache, gefolgt von zu dichtem Auffahren (722 Fälle), Fahren unter Alkoholeinfluss (329 Fälle) und Überholmanövern (244 Fälle).

Corona-Pandemie eine Ursache für Unfallrückgänge

Die Statistiker des Landesamtes führen den Rückgang an Verunglückten zu einem Teil auf die Corona-Pandemie zurück. Durch die Corona-Auflagen sei vor allem ab Anfang April weniger Verkehr auf Sachsens Straßen unterwegs gewesen. Die gestiegene Anzahl der getöteten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer lies sich darauf zurückführen, dass während der Corona-Pandemie weniger Leute mit dem öffentlichen Personennahverkehr unterwegs gewesen sind. Stattdessen nutzten mehr Menschen ihr Rad, was statistisch gesehen zu mehr Fahrradunfällen führen könne.

Deutschlandweiter Trend zeichnet sich ab

Nicht nur im Freistaat Sachsen ging im ersten Halbjahr 2020 die Zahl der Verkehrsunglücke zurück. Auch in den anderen Bundesländern lässt sich ein Rückgang der Verkehrsunfälle beobachten. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 sind laut Statistischem Bundesamt in Deutschland 1.281 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das sind 195 Personen oder rund 13 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019.

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.09.2020 | ab 12:00 Uhr in den Nachrichten

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