Protest im öffentlichen Dienst Streik bei Müllabfuhr Chemnitz und Straßenmeisterei Delitzsch

Fahrzeuge der Stadtreinigung aufgereiht
Die Müllabfuhr in Chemnitz streikt (Symbolbild). Bildrechte: IMAGO

Die Gewerkschaft Verdi hat die Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Sachsen fortgesetzt. Die Mitarbeiter des Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebs der Stadt Chemnitz sind seit Donnerstag zu einem zweitägigen Streik aufgerufen. Mit Beginn der Frühschicht blieben die Müllautos im Depot, nahmen rund 80 Mitarbeiter an der Streikaktion teil. Man wolle der Arbeitgeberseite signalisieren, dass man über alle Branchen des öffentlichen Dienstes den Druck erhöhen werde, hieß es vonseiten der Gewerkschaft.

Gerade die Kollegen der Müllabfuhr haben in den vergangenen Monaten extrem viel weggekloppt. Alle Leute, die zu Hause waren, haben ihre Keller, ihre Böden und Gartenlauben beräumt.

Andreas Schubert Verdi-Gewerkschaftssekretär

"Die Mitarbeiter in den kommunalen Entsorgungsunternehmen erwarten, dass ihre Leistungen entsprechend honoriert werden", sagte der Verdi-Fachbereichsleiter für den Bereich der Ver- und Entsorgung, Marcus Borck. Sie hätten in den vergangenen Wochen und Monaten unter erschwerten Bedingungen einen hervorragenden Job gemacht. Verdi fordert für die Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens jedoch 150 Euro mehr im Monat sowie eine Erhöhung der Ausbildungsgehälter.

Auch am Freitag wird in Chemnitz weiter gestreikt. Wie Andreas Schubert MDR SACHSEN sagte, ist ein "Ruhetag" geplant, über 80 Mitarbeiter des Stadtreinigungsbetriebes hätten bereits angekündigt, nicht zur Arbeit zu erscheinen. Wer am Freitag seinen Sperrmüll an den Wertstoffhöfen abgeben wolle, könne daher vor verschlossenen Türen stehen, so Schubert weiter.

In Delitzsch hatten seit Donnerstagfrüh Mitarbeiter der Straßenmeisterei gestreikt. Wie Steffen Ebert von den zuständigen Gewerkschaften "Beamtenbund und Tarifunion" MDR SACHSEN sagte, gab es eine Warnaktion mit Schildern und Plakaten vor der Straßenmeisterei in der Carl-Friedrich-Benz-Straße.

Klinikmitarbeiter weisen auf Personalnotstand hin

In Dresden waren am Mittwoch unter anderem die Beschäftigten in städtischen Kitas und Horten aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Ebenfalls beteiligten sich Mitarbeiter im Städtischen Klinikum Dresden und in den Muldentalkliniken in Grimma und Wurzen am Streik. Dieser richtete sich auch gegen den Personalnotstand und die damit verbundene Mehrbelastung im Klinikalltag, besonders während der Corona-Krise.

Streikende Mitarbeiter im Volkshaus
Die Mitarbeiter des städtischen Klinikums versammelten sich am Mittag im Volkshaus. Bildrechte: Wolfram Nagel

Quelle: MDR/ma/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.10.2020 | ab 5:00 Uhr in den Nachrichten

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