05.07.2020 | 14:20 Uhr Stadt - Land - Strom: Eine Frage des Geldes in Sachsen

Geldscheine stecken in einer Steckdose
Symbolfoto. Bildrechte: imago images / McPHOTO/Ingo Schulz

In Sachsen bezahlen Verbraucher auf dem Land für Strom durchschnittlich neun Euro mehr im Jahr als Stromkunden in der Stadt. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 liegt der bundesweite Durchschnitt der Stadt-Land-Differenz beim Strompreis bei rund 25 Euro. Den höchsten Preisunterschied gibt es mit 117 Euro in Mecklenburg-Vorpommern.

Was wurde als "Land" definiert, was als "Stadt"? - Als Städte hat Check24 alle Postleitzahlbezirke mit mehr als 10.000 Haushalten festgelegt. Als ländliche Gebiete kamen Postleitzahlbezirke mit weniger als 5.000 Haushalten in die Berechnung.

- Städter bezahlen im sachsenweiten Durchschnitt rund 1.281,51 Euro bei einem Jahresverbrauch von 4.250 Kilowattstunden. Im ländlichen Raum liegt der Preis bei 1.290,56 Euro ( + neun Euro).

- Beim Strompreis werden pro Netzgebiet der Preis des Grundversorgungstarifs, der jeweils günstigste Tarif des Grundversorgers und der je günstigste Tarif der zehn preiswertesten Alternativen berücksichtigt.

Quelle: Check24

Kosten für Netzentgelte und Stromeinspeisung auf dem Land auf weniger Schultern verteilt

Preisbeobachter begründeten die Unterschiede mit den Netz-Nutzungsentgelten so: In dünn besiedelten Gebieten ohne große Industriefirmen würden die Kosten auf weniger Einwohner verteilt und fielen deshalb pro Haushalt höher aus.

Die Ursachen für die verschieden hohen Netzentgelte seien vielschichtig, betonte dagegen die Bundesnetzagentur. So seien die Netze in den neuen Bundesländern zu groß dimensioniert und teilweise nicht genügend ausgelastet. Auch die Kosten für die Integration der erneuerbaren Energien ins Stromnetz fallen laut Bundesnetzagentur unterschiedlich hoch aus. Viele Investitionen der Energiewende würden auf dem Land getätigt. Die Ausgaben für den Anschluss von Wind- und Solaranlagen werden vielfach auf Stromkunden des örtlichen Verteilnetzes umgelegt, hieß es.

Preisanpassung bei Übertragungsentgelten

Die Entgelte für die großen Übertragungsnetze waren bis 2019 in Ostdeutschland durchweg wesentlich höher als in Westdeutschland, was mit besonders viel Geld für neue Leitungen für die Energiewende begründet wurde. Die Netzbetreiber legen ihre Kosten auf die Verbraucher in ihrem Versorgungsgebiet um. Nach einer Bundesratsinitiative sollen diese Netzentgelte gerechter verteilt werden. Ab Januar 2023 sollen die Entgelte bundesweit überall gleich hoch sein.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.07.2020 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

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