27.03.2020 | 17:49 Uhr Energieversorgung in der Corona-Krise: Leag sieht in Sachsen keinen Engpass

In der Corona-Krise ist auch die Energieversorgung ein sensibler Bereich. Denn mit den Mitarbeitern könnte auch der Strom ausfallen. Doch dieses Szenario muss derzeit nicht befürchtet werden - sagen die Versorger. Die Leag in der Oberlausitz hat wie andere Unternehmen vorgesorgt.

Braunkohlekraftwerk Boxberg in Sachsen.
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Die Strom- und Gasversorgung in Sachsen ist auch in der Corona-Krise gesichert. Davon geht die Bundesnetzagentur aus. Auf Anfrage des MDR hieß es, man nehme die Situation ernst. Die Bundesnetzagentur stehe in Kontakt zu den Netzbetreibern und lasse sich über die Lage und Vorsorge-Maßnahmen informieren. Die Netzbetreiber seien bestmöglich vorbereitet, eine sichere Versorgung zu gewährleisten.

Leag: Kohle- und Stromproduktion nicht im Home-Office möglich

Das Energieunternehmen Leag hat zur Sicherung der Stromversorgung zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen. Beispielsweise bestehe jede der drei Schichten immer aus denselben Leuten, sagte Unternehmenssprecher Thoralf Schirmer MDR SACHSEN. So solle das Infektionsrisiko möglichst gering gehalten werden. Auch mehr Fahrzeuge würden für den Schichtwechsel eingesetzt, damit ein gewisser Abstand eingehalten werden könne.

Doch weder Kohle noch Stromerzeugung könnten aus dem Homeoffice produziert werden. Die Kollegen müssten in den Tagebauen und Kraftwerken vor Ort sein und dürften nach Möglichkeit nicht krank werden. Deshalb sei die wichtigste Aufgabe des Unternehmens, dass das Corona-Virus nicht in die betrieblichen Anlagen komme.

Wir haben Kollegen, die unsicher waren, auch schon in die betriebliche Freistellung geschickt.

Thoralf Schirmer Leag-Sprecher

Notunterkünfte für Krisenfall

Die Leag habe inzwischen drei infizierte Mitarbeiter. Für größere Ausfälle, etwa von einer gesamten Schicht, habe das Unternehmen vorgesorgt. "Wir würden die Mitarbeiter in dem Fall im Kraftwerk lassen, um sicherzustellen, dass [weitere] Kollegen nicht auch noch mit dem Virus infiziert werden". In den Kraftwerken und Tagebauanlagen seien dafür Notunterkünfte eingerichtet worden, so Schirmer. In Boxberg stünden 80 Betten, in Lippendorf 50 Betten zur Verfügung. Auch für die Verpflegung und die ärztliche Betreuung sei gesorgt.

Leag sieht Stromversorgung nicht in Gefahr

Einen Engpass für die Energieversorgung insgesamt sieht Schirmer momentan nicht. Aber er könne auch nicht in die "Glaskugel" schauen. Wenn alle Energieunternehmen sich mit Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter gut aufstellten, so dass es nur wenig Personalausfall gebe, sehe er keine akute Gefahr.

Quelle: MDR/kb/jh/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.03.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus Bautzen

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