Demo von Fridays for Future in Saalfeld
Jugendliche bei einer "Fridays for Future"-Demonstration in Saalfeld. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

30.05.2019 | 12:30 Uhr Klimaprotest ist vor allem jung und weiblich

Die weltweite Klimaprotestbewegung "Fridays for Future" wird maßgeblich von jungen Frauen geprägt. Das ergab eine internationale Befragung in neun Ländern, deren Ergebnisse die TU Chemnitz vorgestellt hat.

Demo von Fridays for Future in Saalfeld
Jugendliche bei einer "Fridays for Future"-Demonstration in Saalfeld. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Der Klimaprotest der Bewegung "Fridays for Future" wird nach Erkenntnissen der TU Chemnitz von Mädchen und Frauen bestimmt. Die Chemnitzer Forscher haben gemeinsam mit einem internationalen Netzwerk aus Wissenschaftlern Tausende Teilnehmende des ersten globalen Klimaprotestes vom 15. März befragt. Die Ergebnisse der Befragungen in 13 Städten in neun Ländern ergaben, dass bis zu 70 Prozent der rund 1,6 Millionen Teilnehmer weiblich waren. Die höchsten Werte wurden in Amsterdam, Florenz, Warschau und Wien registriert.

Greta Thunberg an der Spitze als Vorbildwirkung

Greta Thunberg
"Fridays for Future"-Initiatorin Greta Thunberg. Bildrechte: dpa

Die Wissenschaftler führen den hohen Anteil von jungen Frauen und Mädchen auf die überwiegend weiblichen Führungsfiguren wie die schwedische Initiatorin Greta Thunberg zurück. 44 Prozent der Schüler hätten angegeben, dass Thunberg sie zur Teilnahme an den Klimaprotesten motiviere. Mehr als ein Drittel der Schüler sei zudem das erste Mal auf einer Demonstration gewesen.

Bisherige Demonstrationsbefragungen zeigen ein eher ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern, wobei feministische Demonstrationen überwiegend Frauen und rechte Demonstrationen überwiegend Männer anziehen.

Projektleiter Piotr Kocyba TU Chemnitz

Mehrheitlich Jugendliche beim Klimaprotest

Nach Angaben der TU Chemnitz hat sich bei der Auswertung der Befragungen auch das junge Alter der Demonstranten bestätigt. Die meisten kamen aus der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen. Die Altersspanne reichte von 14 bis 40 Jahre. Das Durchschnittsalter betrug 21 Jahre.

Was sind die "Fridays for Future"-Proteste? "Fridays for Future" bezeichnet eine weltweite Protestbewegung, die sich für den Schutz des Klimas einsetzt und an der vor allem Schüler teilnehmen. Die Demonstrationen finden freitags während der Unterrichtszeit statt, was in Deutschland eine Kontroverse über die Schulbesuchspflicht auslöste.
Nach Angaben der Bewegung wendet sich der Protest gegen Politiker, die im Kampf gegen Treibhausgase und menschengemachten Klimawandel versagt haben.

Die Wissenschaftler haben im Rahmen der Studie über den Klimaprotest vom 15. März insgesamt mehr als 10.000 Protestierende angesprochen und 2.000 Fragebögen ausgewertet. Für den zweiten weltweiten Protesttag am 24. Mai lägen derzeit noch keine Daten vor, hieß es.

Quelle: MDR/sm/dpa/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR AKTUELL MDR AKTUELL | 29.05.2019 | 17:30 Uhr in den Nachrichten

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3 Kommentare

30.05.2019 23:37 DUDA 3

Klimaschutz, so wie er jetzt gepredigt wird, ist sehr emotional geprägt. Frauen sind damit eher anzusprechen. Dabei frage ich mich, auf wieviel Verzicht sie dafür bereit sind.
Hier macht eine grüne Klientel Angspolitik, die sie sonst den rechten Spektrum zuordnet.
Wenn es darum geht, den Wohlstand in der bisherigen Form zu wahren, ist vielen Männern klar, daß erst eine Antwort für die Ersatzenergie gefunden werden muß, bevor man alles abschaltet.
Wenn es im Winter dunkel und windstill ist, hat man ohne fossile Energie schnell klate Füße.

30.05.2019 20:57 Klaus Schubert 2

Geht nach China und Indien, da habt Ihr mehr Grund zum demonstrieren!!

30.05.2019 14:22 Dieter 1

Ich denke , Frauen sind oft leichter indoktrinierbar für einen vermeintlich guten Zweck. Das sieht man auch an den vielen relativ fanatischen Feministinnen.

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