13.02.2020 | 16:16 Uhr Nach Orkantief Sabine: 20 Millionen Euro Schadensprognose für Sachsen

Das Orkantief Sabine soll nach Recherchen des MDR-Magazins Umschau zirka 20 Millionen Euro Sachschaden in Sachsen angerichtet haben. Wie die Versicherungsberatungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) auf Anfrage des Magazins mitteilte, ist der Freistaat damit das am stärksten betroffene Bundesland in Mitteldeutschland. Die Schadensprognose für Sachsen-Anhalt und Thüringen liegen laut MSK jeweils bei rund zehn Millionen Euro.

600 Millionen Schadensprognose im gesamten Bundesgebiet

Den Schaden für das gesamte Bundesgebiet schätzt der Kölner Versicherungsberater MSK auf rund 600 Millionen Euro. In diesem Rahmen bewegt sich auch die Schätzung des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon. Es geht bundesweit von 500 bis 700 Millionen Euro aus. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat angekündigt, sich frühestens Ende der Woche zu Schadenshöhen zu äußern.

Kyrill und Friederike deutlich teurer

Die Kosten, die der Orkan Sabine verursacht hat, sind laut MSK deutlich geringer als bei anderen Stürmen. Den Angaben zufolge kostete der Orkan Kyrill im Jahr 2007 die Versicherer nach heutigem Wert rund drei Milliarden Euro. Sabine werde für die Versicherer dagegen ein mittelstarkes Ereignis werden, wie es alle drei bis vier Jahre vorkomme, hieß es von MSK.

Laut Studie: Sturmschäden werden zunehmen

Laut GDV werden Stürme in den nächsten Jahrzehnten intensiver und häufiger auftreten. Unter Berufung auf eine Klimastudie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung geht der Verband davon aus, dass schwere Stürme zukünftig alle zehn Jahre statt alle 50 Jahre eintreten könnten. Die Kosten solcher Extremstürme lägen bei zirka sieben bis acht Milliarden Euro pro Sturm. Die Schäden würden zudem bis zum Jahr 2100 um mehr als 50 Prozent steigen.

Unter den zehn verheerendsten Naturkatastrophen in Deutschland von 2002 bis 2018 finden sich vier Stürme (Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.) Kyrill (Januar 2007): 3,3 Milliarden Euro Schaden
Jeanett (Oktober 2002): 1,35 Milliarden Euro Schaden
Friederike (Januar 2018): 1 Milliarde Euro Schaden
Ela (Juni 2014): 0,8 Milliarden Euro Schaden

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR FERNSEHEN UMSCHAU | 11.02.2020 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2020, 16:16 Uhr

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