06.06.2020 | 19:11 Uhr Dresden, Chemnitz, Leipzig: Demos gegen Rassismus in Sachsen

Demonstranten mit einem Transparen «Kein Platz für Rassismus»
Bildrechte: Harry Härtel

Knapp zwei Wochen nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA haben am Samstag in Sachsen Tausende Menschen gegen Rassismus demonstriert. Nach Angaben der Polizei versammelten sich in Dresden etwa 4.000 Leute, in Leipzig und Chemnitz sollen es jeweils 700 Demonstrationsteilnehmer gewesen sein. Die Demos verliefen friedlich, so die Polizei. Ebenfalls positiv äußerte sich die Polizei über die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, die fast überall eingehalten worden sein soll. Für Sonntag sind ebenfalls Kundgebungen geplant, zum Beispiel in Leipzig.

Chemnitz: Demo-Teilnehmer liegen schweigend am Boden

Demonstranten haben sich auf einen Platz in Chemnitz niedergelegt
Bildrechte: Harry Härtel

Zu der Demonstration am Roten Turm in Chemnitz hatte das Bündnis Nazifrei aufgerufen. Einem Reporter zufolge legten sich die Demonstranten dazu acht Minuten und 46 Sekunden lang auf den Boden und schwiegen. So lange hatte ein Polizist in Minneapolis auf dem Hals von George Floyd gekniet. Nach Angaben der Polizei bildete sich später in Chemnitz ein nicht angemeldeter spontaner Demonstrationszug, der in Richtung Polizeirevier an der Hartmannstraße zog. Dort sollen Parolen gerufen worden sein, die Gerechtigkeit für Opfer von Polizeigewalt forderten.

Wie die Anti-Rassismus-Demos in Deutschland und im Rest der Welt abliefen, hat die Tagesschau hier in ihrem Liveticker festgehalten.

Anlass der heutigen Demonstrationen ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd, der am 25. Mai nach einem Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis starb. Ein weißer Polizist hatte mehrere Minuten lang auf dem Nacken des unbewaffneten und fixierten Mannes gekniet. Wegen seines Todes war es in den letzten Tagen zu Protesten und teils gewalttätigen Ausschreitungen in mehreren Städten der USA gekommen.

Gegen Rassismus "Black Lives Matter"-Demos in Sachsen

Luftbild - Demonstrationszug über eine Elbebrücke
Rund 4.000 Menschen sind am Sonnabend in Dresden gegen Rassismus auf die Straße gegangen. Bildrechte: MDR
Luftbild - Demonstrationszug über eine Elbebrücke
Rund 4.000 Menschen sind am Sonnabend in Dresden gegen Rassismus auf die Straße gegangen. Bildrechte: MDR
Demonstrant mit dunkler Hautfarbe steht am Rednerpult
In Dresden gab es unter anderem einen Redebeitrag von Emiliano Chaimite von der SPD. Bildrechte: Erik Hoffmann
Demonstranten auf einem Platz
Hier am Jorge-Gomondai-Platz in Dresden fand die Abschlusskundgebund statt. Bildrechte: xcitepress
Demonstranten halten Schilder hoch
Transparente zeigten zum Beispiel das Gesicht Floyds und die "Raised fist", ein Zeichen für Solidarität und Support. Bildrechte: xcitepress
Demonstrationen Sachsen zum Tod von Georg Floyd
Aber auch Solidaritätsbekundungen anderer Art waren zu lesen. Bildrechte: xcitepress
Demonstrationen Sachsen zum Tod von Georg Floyd
In Chemnitz sollen sich etwa 700 Demonstranten versammelt haben. Bildrechte: Harry Härtel
Demonstranten halten Schilder hoch
Bei der Bemalung von Transparenten wurde auch in Chemnitz viel Kreativität bewiesen. Bildrechte: Harry Härtel
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Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.06.2020 | ab 06:30 Uhr in den Nachrichten

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