Autobahn und Schild mit Tempolimit 120 km/h.
Bildrechte: imago/Christian Ohde

Aktuelle Debatte Fakten zum Tempolimit auf Autobahnen

Auf rund der Hälfte des sächsischen Autobahnnetzes gilt kein Tempolimit. Aber wie lange noch? Angesichts der aktuellen Diskussion haben wir Fakten zum Tempolimit und zur Geschichte der jahrzehntelangen Diskussion zusammengefasst.

Autobahn und Schild mit Tempolimit 120 km/h.
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Die Diskussion ums Tempolimit: Eine unendliche Geschichte

In den vergangenen Jahren bzw. Jahrzehnten gab es immer wieder mal Diskussionen um die Einführung eines generellen Tempolimits. Der populärste Fall der Vergangenheit geht auf das Jahr 1973 zurück. Damals galt wegen des stark gestiegenen Ölpreises während der Ölkrise Tempo 100 auf allen Autobahnen. An einigen Sonntagen durfte man überhaupt nicht fahren. Das ist jedoch nicht zu einer dauerhaften Regelung geworden - zumindest nicht in Westdeutschland. In der DDR galt auf Autobahnen generell Tempo 100. Nach der Wende wurde das generelle Limit im Osten Deutschlands aufgehoben. Und erst 2013 wagte der damalige SPD-Chef Sigmar Gabriel vor der Bundestagswahl kurzzeitig einen Vorstoß und brachte Tempo 120 auf Autobahnen ins Spiel. Einen Tag später ruderte er aber zurück. Seitdem war es eher ruhig geworden um das Thema.

Nun entflammt es unter dem Aspekt des Umweltschutzes erneut. Die Deutsche Umwelthilfe fordert Tempo 120 auf Autobahnen. Dadurch könnten jährlich fünf Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Zuvor hatte sich die Verkehrskommission der Bundesregierung für ein Tempolimit von 130 auf Autobahnen ausgesprochen. Die Bundesregierung verweist darauf, dass man zunächst auf ein schlüssiges Gesamtkonzept der Verkehrskommission warten werde. Die Umweltkommission wollte sich ebenfalls erst nach Abschluss der Beratungen äußern.

Fakten zum Thema Tempolimit

  • Deutschland ist das einzige Land in Europa und der einzige Industriestaat der Welt, der das Rasen auf Autobahnen nicht grundsätzlich verbietet, sondern nur streckenweise untersagt.
  • Auf rund 10.000 Kilometern der bundesweit rund 13.000 Autobahn-Kilometer gilt kein Tempolimit.
  • Rund die Hälfte des sächsischen Autobahnnetzes mit seinen rund 567 Kilometern Länge kann ohne Beschränkungen genutzt werden, so etwa weite Teile der A14.
  • Auf Autobahnabschnitten ohne Tempolimit kamen 2016 fast 50 Prozent mehr Menschen pro Autobahnkilometer ums Leben als auf Strecken mit Tempolimit.
  • Die Zahl der Unfälle nimmt mit sinkender zulässiger Geschwindigkeit ab.
  • 60 Prozent aller tödlichen Unfälle passieren auf Landstraßen, auf denen bereits ein Tempolimit gilt.
  • Einer schwedischen Studie zufolge reduzieren Tempolimits den Schadstoffausstoß nachweisbar, machen Autofahrer aber aggressiv.

Quelle: MDR/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.01.2019 | 05:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 06:12 Uhr

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72 Kommentare

24.01.2019 20:10 Steffen 72

Ich bin gegen ein pauschales Tempolimit. Warum? Niemand ist gezwungen, das Pedal bis zum Anschlag durchzutreten. Es tun auch nur sehr wenige. Gefragt sind, wo sinnvoll, intelligente Verkehrsflusssteuerungen, dass hilft der Umwelt wirklich - sogar in der Stadt! Und: Endlich Kontrollen der bestehenden Regeln! Zum Thema Lobby. Alle ausländischen Hersteller haben ähnlich leistungsstarke Modelle im Angebot. Oder glaubt jemand, dass z.B. der Arm der japanischen Lobby bei uns die Gesetze schreibt?
Es ist wie überall, jeder sollte bei seinem Tun verantwortlich handeln. Man trinkt ja auch nicht jeden Tag eine Flasche Schnaps, nur weil man es darf. So ähnlich ist es bei der Wahl der Geschwindigkeit. Die Diskussion hier wird einfach zu ideologisch geführt, schade!

24.01.2019 15:55 Hartmut Weickelt 71

Da dieser Staat durch die Autmobillobby geprägt ist, und die Politiker hörig sind, wird es wohl kaum zu einer Begrenzung kommen. Allein schon der Schwachsinn, der behauptet wird, daß mit geringer Geschwindigkeit die Fahrzeit länger wird und dadurch es zu keiner Kraftstoffeinsparung kommt, kann ich 100% widerlegen. Ich fahre sehr oft die gleiche Strecke Zittau - St.Gallen und zurück. Auf der Rückfahrt mache ich den Tank in Bregens voll. Fahre ich 130/140 km/h kann ich bis Zittau durchfahren. Bei 160/180 muss ich spätestens Dresdner Tor tanken (Risiko). Aus Sicherheitsgünden tanke ich in Chemnitz. Außerdem ist bei 160/180 kein kontinuierlches fahren möglich. Die meist betätigten Element sind Gas und Bremse. Ein Hochgefühl für den Momentanverbrauch !

24.01.2019 15:15 Wolpertinger 70

@23.01.2019 15:55 Ralf
Generell gebe ich Ihnen Recht. Ihren Optimismus beim Verantwortungsbewusstsein teile ich nicht. § § 7 Abs. 3c StVO ist Ihnen bekannt ?:
"Sind außerhalb geschlossener Ortschaften für eine Richtung drei Fahrstreifen mit Zeichen 340 gekennzeichnet, dürfen Kraftfahrzeuge, abweichend von dem Gebot möglichst weit rechts zu fahren, den mittleren Fahrstreifen dort durchgängig benutzen, wo – auch nur hin und wieder – rechts davon ein Fahrzeug hält oder fährt."
Ich entschuldige mich für das Oberlehrerhafte =).

24.01.2019 15:08 Wolpertinger 69

@24.01.2019 12:44 Bernd
Im Berufsverkehr wäre schon die Bildung von Fahrgemeinschaften (wo möglich) eine Lösung, den Individualverkehr zu verringern und damit weniger PKWs und auch CO2 auf die Strasse zu bringen. Machen aber auch nur wenige. Ist jedenfalls meine Erfahrung.

24.01.2019 12:44 Bernd 68

@66 wie schon gesagt 70 % des Benzinpreises sind steuern. Und ein will kürliche Verteuerung würde die Treffen die zwar umweltbewusst fahren aber pendeln muessen oder jemanden ausserhalb des Wohnortes pflegen. Und da bei uns eine Bahnstrecke nach der anderen eingestellt wird (aktuell Pfefferminzbahn) braucht man eben das Auto.

24.01.2019 11:47 Wolpertinger 67

@23.01.2019 17:47 Eulenspiegel
Genau. Da sind wir ja auf einer Wellenlänge. Am besten auch weg mit der Winterreifenpflicht.
Der echte Mann kommt auch mit Sommerreifen überall durch. Einfach nur willkürliche Bevormundung des sonst so mündigen Autofahrers.
Wichtige Staus sollten Autofahrer natürlich auch per SMS mit dem Handy durchgeben dürfen. Das dient schließlich der Allgemeinheit und dem Verkehrsfluss.
Kindersitze auch weg. Ein Kind, unangeschnallt und ungesichert auf dem Rücksitz (besser noch Beifahrersitz) führt schließlich automatisch zu vorsichtigerer Fahrweise.

24.01.2019 07:49 M. Jacob 66

Der Kraftstoff ist zur Zeit einfach noch zu billig. Erst saftige Preiserhöhungen werden viele Fahrer freiwillig zu mäßiger Fahrweise motivieren. Also geht es nur über den Geldbeutel. Spritpreise hoch auf mindestens 2 € pro Liter für Diesel und Benzin!

23.01.2019 18:58 Möwe 65

Warum nicht 160 km/h? Das gibt das moderne Fahrzeug her. Der erzielte Effekt wird nicht messbar sein. Nicht jeder fährt, was die Karre hergibt, wenn keine Geschwindigkeitsbegrenzung vorhanden ist.

23.01.2019 17:47 Eulenspiegel 64

Hallo Wolpertinger 60
„Sie können in dieser Diskussion doch nicht mit sachlichen Argumenten kommen. Hier geht es um mehr: Die Freiheit echter Männer. Da ist ein Tempolimit fast einer Kastration gleichzusetzen.“
Ja wenn es auf der Autobahn um die Freiheit echter Männer und das wahre Abenteuer geht dann kann es doch nur darum gehen die Anzahl der Ungewissheiten deutlich zu erhöhen denn nur so erreicht man die echte Freiheit und das wahre Abenteuer.. Das heißt:
Es muss deutlich ungewisser werden wann man ankommt.
Es muss deutlich ungewisser werden wie man ankommt.
Es muss deutlich ungewisser werden ob man überhaupt ankommt.
Nur das ist die wahre Freiheit und das echte Abenteuer.

23.01.2019 17:32 Günter Bauch 63

Ich bin für die Einführung eine Geschwindigkeitsbegrenzung.Auch mit 130 komme ich an das Ziel an.Und ich finde,daß bei gleichmäßigen Tempo es nicht zu derartigen Staus kommt,als wenn jeder fährt wie er es für richtig hält.da wird mehr gebremst,als gefahren,da jeder der Schnellere sein will.Es wird da auch nicht so dicht aufgefahren.Sprit wird auch noch gespart.

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