DGB Kundgebung Leipzig
Bildrechte: MDR/Christopher Gaube

MDR SACHSEN | 01.05.2019 Ticker: So verliefen die Mai-Demos in Sachsen

In Sachsen hat es zum 1. Mai in zahlreichen Städten Demonstrationen gegeben. In Leipzig fand die zentrale Kundgebung des DGB statt. In Plauen, Chemnitz und Dresden hatten rechte und linke Gruppen zu Demos aufgerufen. MDR SACHSEN informierte Sie im Ticker über die Ereignisse.

DGB Kundgebung Leipzig
Bildrechte: MDR/Christopher Gaube

20:10 Uhr | Tageszusammenfassung im MDR SACHSENSPIEGEL

Mit den Berichten des MDR SACHSENSPIEGEL über das Demonstrationsgeschehen in Sachsen beenden wir unsere Berichterstattung. Vielen Dank für Ihr Interesse.

18:59 Uhr | Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung

Auch in Dresden war die Polizei am Mittwoch wegen zahlreicher Kundgebungen, Aufzüge und Mahnwachen mit einem Großaufgebot im Einsatz. Im Mittelpunkt standen zwei Versammlungen: die Demonstration von "Dresden nazifrei" mit rund 400 Teilnehmern und die der NPD mit rund 200 Teilnehmern. Die Teilnehmer der "Dresden nazifrei"-Demo versuchten an verschiedenen Stellen, den Aufzug der NPD-Demo zu stoppen. So gab zwei Sitzblockaden, die zu Routenänderungen führten.

Bei der Abschlusskundgebung der NPD-Veranstaltung wurde die Identität von zwei Männern festgestellt. Gegen die 40- und 45-Jährigen wird wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. Hintergrund ist eine aktuelle Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu einem Wahlwerbespot der Partei. Wie der Leitende Polizeidirektor René Demmler erklärte, durften die entsprechenden Plakate und Parolen während der Versammlung nicht gezeigt oder skandiert werden.

Des Weiteren nahm die Polizei fünf Personen nach Verstößen gegen das Versammlungsgesetz vorübergehend in Gewahrsam. Bei einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen setzten die Beamtem zudem Pfefferspray ein. Eine weitere Eskalation konnte aber verhindert werden. Die Dresdner Polizei war mit 550 Beamten im Einsatz und bekam Unterstützung von der Polizeidirektion Görlitz sowie der Sächsischen Bereitschaftspolizei.

18:35 Uhr | Polizei meldet friedlichen Verlauf in Leipzig

Die Leipziger Polizei zieht nach den Einsätzen von Dienstagabend bis Mittwochnachmittag eine positive Bilanz und spricht von einem friedlichen Verlauf. Die Beamten mussten neun angemeldete Veranstaltungen in Leipzig, Eilenburg und Borna begleiten und absichern. Der größte Einsatz fand auf dem Simsonplatz vor dem Bundesverwaltungsgericht statt, wo während der Kundgebung der ADPM von André Poggenburg in Hör- und Sichtweite Gegenprotest stattfand.

18:13 Uhr | Polizei ermittelt wegen vier Straftaten in Chemnitz

Die Polizei Chemnitz ermittelt nach fünf Versammlungen zum 1. Mai in der Stadt wegen vier Straftaten. Wie Polizeisprecherin Jana Ulbricht MDR SACHSEN sagte, wurden zwei Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung, ein Verfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung sowie Nötigung und ein Verfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet.

Im Fall der zwei Körperverletzungsanzeigen soll ein Mann am Rande der DGB-Kundgebung zwei andere Männer geschlagen und mit einem Stoß getroffen haben. Die beiden Opfer aus dem Lager der AfD erstatteten Anzeige. Im Fall der versuchten schweren Körperverletzung stand eine Person im Bereich des Marktes vor einem Fahrzeug, das losfuhr. Im Fall der Sachbeschädigung ermittelt die Polizei gegen Unbekannte, die in den Morgenstunden eine übelriechende Flüssigkeit am Bürgerzentrum von Pro Chemnitz ausgebracht haben.

Insgesamt zog die Polizei eine positive Bilanz. Der Einsatz mit rund 300 Beamten sei friedlich verlaufen. Die Demo "Aufstehen gegen Rassismus" hatte demnach 1.000 Teilnehmer, die gemeinsame Kundgebung mit dem DGB in Spitzenzeiten 2.300 Teilnehmer und die AfD-Kundgebung auf dem Markt 250 Teilnehmer. Bei der Eröffnungsfeier des Bürgerzentrums von Pro Chemnitz sowie der spontanen Gegendemonstration gab die Polizei die Zahl der Teilnehmer mit jeweils 120 Personen an.

18:10 Uhr | Poggenburg bei Pro Chemnitz

Nach Auftritten in Leipzig und Zwickau hat ADPM-Chef André Poggenburg in Chemnitz die Eröffnungsfeier des Bürgerzentrums von Pro Chemnitz besucht.

17:49 Uhr | Journalist an Arbeit gehindert

Ein Journalist der "Freien Presse" ist in Chemnitz bei seiner Arbeit behindert worden. Nach Angaben der Zeitung machte der Reporter Fotos vom Bürgerfest von Pro Chemnitz. Anhänger des Bündnisses hätten ihn daran gehindert. Im Anschluss sei er von der Polizei aufgefordert worden, die Fotos zu löschen. Zudem hätten die Beamten einen Platzverweis ausgesprochen, obwohl sich der Mann als Mitarbeiter der "Freien Presse" ausweisen konnte. Laut Polizei handelt es sich um ein Missverständnis. Der Journalist habe sich nicht mit einem Presseausweis ausweisen können, sondern nur mit einer Zugangskarte der "Freien Presse". Die Beamten stellte es sich so dar, dass es sich möglicherweise um einen Gegendemonstranten oder Provokateur handelte. Die Polizei habe sich entschuldigt und den Platzverweis zurückgenommen.

17:39 Uhr | DGB zieht positive Bilanz in Zwickau

Im Laufe des Nachmittags waren nach Angaben des DGB rund 5.500 Besucher bei der Mai-Veranstaltung der Gewerkschaft in Zwickau. Seit 16 Uhr spielt "City" auf dem Hauptmarkt. Der Platz vor dem Rathaus ist gut gefüllt. Die Bilanz des Tages falle sehr positiv aus, sagt der Geschäftsführer der Region Südwestsachsen, Ralf Hron: "Das war heute ein sehr guter Tag für Zwickau und die Region."

17:30 Uhr | Zusammenfassung zur DGB-Kundgebung in Leipzig

17:00 Uhr | Der Tag in Bildern

Bildergalerie Mai-Demos und Kundgebungen in Sachsen

Traditionell zum Tag der Arbeit riefen am Mittwoch verschiedenste Institutionen, soziale Träger und Parteien zu einer Vielzahl an Demonstrationen und Kundgebungen in ganz Sachsen auf.

Am Volkshaus auf der Karl-Liebknecht-Straße in Leipzig sammeln sich die Teilnehmer einer DGB-Kundgebung
DGB-Demonstration und Kundgebung in Leipzig Am Volkshaus auf der Karl-Liebknecht-Straße sammelten sich am Morgen die Teilnehmer der traditionellen DGB-Kundgebung zum Tag der Arbeit. Bildrechte: MDR/Christopher Gaube
Am Volkshaus auf der Karl-Liebknecht-Straße in Leipzig sammeln sich die Teilnehmer einer DGB-Kundgebung
DGB-Demonstration und Kundgebung in Leipzig Am Volkshaus auf der Karl-Liebknecht-Straße sammelten sich am Morgen die Teilnehmer der traditionellen DGB-Kundgebung zum Tag der Arbeit. Bildrechte: MDR/Christopher Gaube
Auf der Karl-Liebknecht-Straße in Leipzig sind die Teilnehmer einer DGB-Demonstration unterwegs
Der Demonstrationszug mit ca. 2.500 bis 3.000 Menschen startete in Richtung Markt. Bildrechte: MDR/Christopher Gaube
DGB Kundgebung Leipzig
Mit von der Partie: Reiner Hoffmann (rote Jacke, in der Mitte des Banners), Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Bildrechte: MDR/Christopher Gaube
DGB Kundgebung Leipzig
Auf dem Leipziger Marktplatz sammelten sich die Teilnehmer zu einer Abschlusskundgebung. Dort kamen dann noch einmal 1.000 Teilnehmer hinzu, die bei dem Demo-Zug nicht dabei waren. Bildrechte: MDR/Christopher Gaube
DGB Kundgebung Leipzig
Thema in Hoffmanns Rede waren faire Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und - dieses Jahr besonders - europäische Solidarität und der Kampf gegen Rechts. Bildrechte: MDR/Christopher Gaube
Andre Poggenburg
ADPM-Kundgebung in Leipzig André Poggenburg, Chef der Partei "Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland" (ADPM), konnte mit seiner stationären Kundgebung nur wenige Anhänger mobilisieren. Bildrechte: dpa
ADPM Kundgebung in Zwickau
ADPM-Kundgebung in Zwickau Im Anschluss fuhr Poggenburg nach Zwickau, um dort auf einer weiteren ADPM-Kundgebung eine Rede zu halten. Bildrechte: Gert Friedrich
ADPM Kundgebung in Zwickau
Protest kam von einem einsamen Gegendemonstranten. Der Jugendliche spielte die Europahymne. Bildrechte: Gert Friedrich
Demonstration der Kleinstpartei "Dritter Weg" in Plauen
Kundgebung und Demonstration der Partei "Der Dritte Weg" in Plauen Die Auftaktkundgebung der Demo der rechtsextremen Kleinstpartei fand auf dem Wartburgplatz in Plauen statt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kundgebung der Kleinstpartei "Dritter Weg" in Plauen
Bei der Kundgebung wurde unter anderen eine Rede von Tony Gentsch, dem stellvertretenden Gebietsleiter des "Stützpunkts Mittelsachsen", gehalten. Aber auch Matthias Fischer, stellvertretender Parteivorsitzender, kam zu Wort. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Polizeieinsatz zur Demonstration der Kleinstpartei "Dritter Weg" in Plauen
Die Polizei wurde unter anderem von Kollegen aus Bayern unterstützt. Die Beamten hielten Wasserwerfer bereit. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die Demo der Partei "Dritter Weg" in Plauen zieht an einer Kirche vorbei
Gegen Mittag setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Anwohner protestieren mit bunten Plakaten gegen eine Demo der Partei "Dritter Weg" in Plauen
Gegner der Partei "Der Dritte Weg" hatten zum Protest aufgerufen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Anwohner protestieren mit bunten Plakaten gegen eine Demo der Partei "Dritter Weg" in Plauen
Auch Anwohner waren unter den Gegendemonstranten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Protest gegen die Kleinstpartei "Dritter Weg" in Plauen
Entlang der Demonstrationsroute hatten Anwohner bunte Plakate aufgehängt und warben für Vielfalt und Weltoffenheit. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Erster Mai Demos Chemnitz
"Aufstehen gegen Rassismus" und die AfD in Chemnitz Nicht nur Hunderte Chemnitzer Bürger sind dem Demo-Aufruf des parteiübergreifenden Bündnisses "Aufstehen gegen Rassismus" gefolgt, sondern auch ein paar bekannte Gesichter. Bildrechte: Harry Härtel
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16:10 Uhr | NPD-Demo endet am Bahnhof Mitte

Die NPD hat ihre Demonstration in Dresden am Bahnhof Mitte beendet. Die Teilnehmer sollen von dort aus mit dem Zug abreisen.

16:00 Uhr | Musikalischer Protest gegen Poggenburg-Partei in Zwickau

Auf dem Kornmarkt in Zwickau hat die Partei "Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland" (ADPM) einen "Tag der Patrioten" abgehalten. Parteigründer Andé Poggenburg sagte vor etwa 80 Zuhörern, es brauche eine neue soziale Partei von rechts. Den Patrioten liege das Land am Herzen. Am Rande der ADPM-Veranstaltung brachte ein einzelner Jugendlicher seinen Protest zum Ausdruck. Er stimmte die Europahymne an.

ADPM Kundgebung in Zwickau
Bildrechte: Gert Friedrich

15:36 Uhr | Bürgerzentrum von Pro Chemnitz öffnet unter Gegenprotest

Das rechte Bündnis Pro Chemnitz hat am Nachmittag ein Bürgerzentrum eröffnet. Etwa 150 Gäste sind in die Brauhausstraße gekommen. In Sichtweite demonstriert die etwa gleiche Zahl Gegner des Treffs. Eine Polizeisperre trennt beide Gruppen.

15:30 Uhr | Nachhören: Bericht von der DGB-Kundgebung in Leipzig

15:19 Uhr | "Dritter Weg" beendet Kundgebung in Plauen

Die Kundgebung des "Dritten Weg" in Plauen ist zu Ende.

15:00 Uhr | NPD-Demozug auf dem Weg Richtung Bahnhof Mitte

Die NPD-Demonstration in Dresden hat sich über die Marienbrücke in Richtung Bahnhof Mitte in Bewegung gesetzt.

14:30 Uhr | DGB-Veranstaltung in Zwickau beginnt

In Zwickau haben sich mehrere Hundert Besucher zum Familienfest des DGB auf dem Hauptmarkt in Zwickau eingefunden. Große Reden wurden nach Angaben eines MDR-Reporters nicht gehalten. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß richtete ein Grußwort an die Gäste: "Es ist Zeit für ein weltoffenes Zwickau, demokratisches Sachsen, friedliches Deutschland und geeintes Europa!" Für 16:00 Uhr ist ein Konzert der Band "City" geplant.

14:25 Uhr | Sitzblockade in Plauen

Die Demonstration des rechtsextremem "Dritten Weg" in Plauen hat sich nach einer Sitzblockade wieder in Bewegung gesetzt. Gegner hatten versucht, den Zug aufzuhalten. Die Demo wurde vorbeigeleitet.

14:15 Uhr | Sitzblockaden bremsen NPD-Demo in Dresden aus

Die rechtsextreme NPD ist bei ihrem Demonstrationszug in Dresden auf erheblichen Widerstand Hunderter Gegendemonstranten gestoßen. Immer wieder hielten Sitzblockaden den geplanten Marsch vom Bahnhof-Neustadt durch die Innenstadt zum Hauptbahnhof auf. Zum Gegenprotest hatte unter anderem das Bündnis "Dresden nazifrei" aufgerufen.

Erster Mai NPD Demo Dresden
Bildrechte: Christian Essler

13:50 Uhr | Polizei bestätigt Erlaubnis für Pyrotechnik beim "Dritten Weg"

Die Versammlungsbehörde in Plauen hat das Abbrennen von Pyrotechnik am Anfang und Ende der Demo des "Dritten Weg" in Plauen erlaubt. Das bestätigte die Polizei. "Es gibt tatsächlich einen Auflagenbescheid", twitterten die Beamten. Martialische Bilder des Versammlungszuges in einheitlicher Kleidung, mit Trommeln, Fahnen und rauchenden Signalfackeln hatten für Verwunderung gesorgt. "Nazis dürfen bei Demo in #Sachsen Signalfackeln abbrennen. Was ist los im Freistaat, @SMIsachsen?", twitterte etwa "Dresden Respekt". Jürgen Kasek von den Grünen kritisiert das uniforme Auftreten und die einschüchternde Wirkung: "Das Versammlungsgesetz untersagt das, eigentlich."

Demonstration der rechtsextremen Partei "Dritter Weg" in Plauen mit Fahnen, Trommeln und Pyrotechnik
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

13:15 Uhr | Anwohner protestieren gegen "Dritten Weg" in Plauen

In Plauen haben sich zahlreiche Anwohner gegen die rechtsextreme Partei "Der Dritte Weg" gewandt. Mit Plakaten mit Aufschriften wie "Haselbrunn statt Haselbraun" und "Wir haben in unserer Nachbarschaft lieber 1.000 Flüchtlinge als 1 Nazi" protestieren sie gegen einen Demonstrationszug der Partei. An der Kirche an der Kaiserstraße läuteten beim Vorbeiziehen des "Dritten Weg" aus Protest die Glocken. Auch an der August-Bebel-Straße schlug den Rechtsextremen lauter Widerstand entgegen. Die Polizei trennte beide Lager.

Anwohner protestieren mit bunten Plakaten gegen eine Demo der Partei "Dritter Weg" in Plauen
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

12:50 Uhr | Auftakt von NPD-Kundgebung in Dresden

Am Bahnhof Neustadt in Dresden hat die Kundgebung der NPD begonnen. Nach Angaben von "Straßengezwitscher" haben sich dort zwischen 100 und 150 Rechtsextreme versammelt. Gegner protestieren in Sicht- und Hörweite. Beobachter gehen von mehreren Hundert Teilnehmern aus. Auf der geplanten Demo-Route der NPD haben sich Gegner zu einer Sitzblockade versammelt.

12:45 Uhr | Hunderte Teilnehmer bei Dritter-Weg-Demo in Plauen

Die Demonstration der rechtsextremen Kleinstpartei "Der Dritte Weg" hat in Plauen mehrere Hundert Teilnehmer auf den Plan gerufen. Das teilte die Polizei MDR SACHSEN auf Anfrage mit. Andere Beobachter sprechen von etwa 400 Teilnehmern. Ein großes Aufgebot an Polizeikräften trennt die Teilnehmer des Aufzuges von den zahlreichen Gegendemonstranten.

Demonstration der Kleinstpartei "Dritter Weg" in Plauen
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

12:30 Uhr | DGB-Kundgebung in Leipzig beendet

Die Kundgebung des DGB auf dem Leipziger Marktplatz ist beendet. Der DGB-Geschäftsführer für Leipzig und Nordsachsen, Erik Wolf, sagte MDR SACHSEN, er sei mit der Veranstaltung zufrieden. Er schätzt, dass sich etwa 2.500 bis 3.000 Menschen an der Demonstration und rund 4.000 an der anschließenden Kundgebung beteiligt hätten. Auf dem Leipziger Marktplatz haben Gewerkschaften und Parteien ihre Stände aufgebaut. Bei Musik und Bratwurst informieren sich noch zahlreiche Menschen über die Arbeit der Organisationen.

11:45 Uhr | DGB-Chef für gleiche Lebensbedingungen in Ost und West

DGB-Chef Reiner Hoffmann hat in seiner Rede die Angleichung der Lebensbedingungen in Ost und West angemahnt. "Zur bitteren Realität in den ostdeutschen Bundesländern gehört, dass nur noch 44 Prozent der Beschäftigten Tariflöhne erhalten." Hoffmann kritisierte unter anderem das Unternehmen Amazon, das sich der Bezahlung nach Tarifen des Einzelhandels verweigert, und Galeria Kaufhof für den Ausstieg aus dem Tarifvertrag. Hoffmann schlug vor, öffentliche Aufträge und Subventionen nur noch an Unternehmen zu vergeben, die Tariflöhne zahlen.

Hoffmann rief zudem dazu auf, "die Feinde der Demokratie in ihre Schranken [zu] verweisen". Es sei unerträglich, dass Nationalisten in Parlamenten sitzen. Sie skandieren "Wir sind das Volk", wollen aber ganz im Gegenteil eine gesellschaftliche Spaltung erreichen, so Hoffmann. Der DGB-Chef lobte die Leipziger für ihr Engagement gegen Rechts.

DGB Kundgebung Leipzig
Bildrechte: MDR/Christopher Gaube

11:30 Uhr | Jung vor den Wahlen: "Es weht ein rauer Wind in Europa"

In Leipzig hat auf dem Markt die Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) begonnen. Oberbürgermeister Burkhard Jung dankte dem DGB dafür, Leipzig als zentralen Kundgebungsort gewählt zu haben. "Es gibt so vieles zu verbessern. Denkt nur an die Situation der Paketzusteller oder an Altersarmut", sagte Jung in seiner Rede. In Bezug auf die anstehenden Wahlen zeigte er sich besorgt: "Ich habe ein mulmiges Gefühl bei den Wahlen, die vor uns stehen, und den immer mehr Nationalisten und Rechtspopulisten, die die Geschichte Europas zurückdrehen wollen. Es weht ein rauer Wind in Europa und leider weht auch in Deutschland ein blau angebräunter, verschmutzter Wind."

11:15 Uhr | Poggenburg mobilisiert nur wenige Anhänger in Leipzig

André Poggenburg, Chef der Partei "Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland" (ADPM), konnte in Leipzig nur wenige Anhänger mobilisieren. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Marco Böhme, zählte etwa zehn Zuhörer während Poggenburgs Rede. Leipziger Volkszeitung und Tag 24 hatten am Morgen vor dem Beginn der Veranstaltung von 25 bis 30 Anhängern berichtet. Angemeldet waren rund 300 Teilnehmer. Poggenburgs Auftritt wurde von lautstarken Gegenprotesten in Sicht- und Hörweite begleitet. Die Polizei trennte beide Lager. Die AdPM-Veranstaltung war auf eine stationäre Kundgebung beschränkt. Eine geplante Demo im Stadtteil Connewitz war vom Ordnungsamt nicht genehmigt worden.

11:15 Uhr | 250 Teilnehmer bei AfD-Versammlung (Nachtrag)

Auf einer AfD-Versammlung in Chemnitz haben rund 250 Teilnehmer eine Rede der AfD-Bundestagsabgeordneten Beatrix von Storch verfolgt. Storch bezeichnete die AfD als einzig wahre Arbeiterpartei. "Uns wählen die Menschen, die im Berufsleben stehen. Das zeigen alle Wahlanalysen. Keine Partei hat einen so großen Anteil an Arbeitern wie die AfD. Nicht mal die SPD", sagte von Storch.

10:50 Uhr | NPD-Gegner sammeln sich in Dresden

Auf dem Alaunplatz im Dresdner Stadtteil Neustadt haben sich nach Angaben von "Straßengezwitscher" 200 bis 300 Menschen versammelt, um gegen einen NPD-Aufzug zu demonstrieren. Er soll am Mittag am Bahnhof Neustadt beginnen.

10:35 Uhr | Auseinandersetzungen zwischen AfD und Gegnern in Chemnitz

Der Demonstrationszug "Aufstehen gegen Rassismus" in Chemnitz ist am Neumarkt angekommen. In etwa 100 Meter Entfernung haben sich Teilnehmer einer AfD-Veranstaltung versammelt. Nach Angaben von MDR SACHSEN-Reportern kam es zu einzelnen Auseinandersetzungen. So versuchte der Chemnitzer AfD-Politiker und Landtagskandidat Nico Köhler den Bereich der DGB-Kundgebung zu betreten. Er wurde mit lauten "Nazis raus!"-Rufen empfangen und wechselt daraufhin wieder zum Veranstaltungsplatz der AfD. Volkmar Zschocke (B90/Die Grünen) sagte an die Adresse von AfD, Pro Chemnitz, Dritter Weg und Pegida gerichtet: "Wir werden nicht schweigend zusehen, wie ihr auf der Flamme sozialer Ängste eure deutsch-nationale Suppe kocht!"

10:10 Uhr | DGB startet Demozug in Leipzig

In Leipzig hat sich der Demonstrationszug des Deutschen Gewerkschaftsbundes am Volkshaus auf der Karl-Liebknecht-Straße in Bewegung gesetzt. Die Teilnehmer, darunter auch DGB-Chef Reiner Hoffmann, ziehen über Wilhelm-Leuschner-Platz, Augustusplatz, Willy-Brand-Platz und Brühl Richtung Markt. Dort ist die zentrale Kundgebung des DGB geplant. Angemeldet sind 3.000 Teilnehmer.

Auf der Karl-Liebknecht-Straße in Leipzig sind die Teilnehmer einer DGB-Demonstration unterwegs
Bildrechte: MDR/Christopher Gaube

10:05 Uhr | Demo-Teilnehmer in Chemnitz sprechen sich gegen Rassismus aus

"Wir sind hier, um der Welt zu zeigen, dass Chemnitz nicht den Rechten gehört", sagte der Vorsitzende des Stadtverbandes Chemnitz der Linken, Tim Detzner. Hanka Kliese von der SPD rief zu Einigkeit auf: "Wir müssen den Schulterschluss suchen und können es uns nicht leisten, in kleine politische Ränkespiele zu verfallen."

Gerade am 1. Mai geht es darum, diesen Tag nicht instrumentalisieren zu lassen, sondern das Gemeinsame zu betonen. Deshalb ist der Schulterschluss der Demokratinnen und Demokraten so wichtig, um sich nicht von dieser Radikaltät anstecken zu lassen.

Martin Dulig Sachsens stellvertretender Ministerpräsident und SPD-Landeschef

09:35 Uhr | Anti-Rassismus-Demo in Chemnitz

In Chemnitz läuft zur Stunde eine Aktion des Bündnisses "Aufstehen gegen Rassismus". Nach Angaben eines MDR SACHSEN-Reporters haben sich etwa 500 Teilnehmer zu einem Rundmarsch um die Innenstadt in Bewegung gesetzt. Darunter sind Sachsens SPD-Chef Martin Dulig und CDU-Generalsekretär Alexander Dierks.

Demo unter dem Motto "Aufstehen gegen Rassimus" in Chemnitz
Bildrechte: MDR/Anett Linke

09:15 Uhr | Demos u.a. in Leipzig, Chemnitz, Plauen und Dresden

Zum heutigen Tag der Arbeit gibt es in vielen sächsischen Städten Kundgebungen und Aufzüge. Die Polizei ist im Großeinsatz, um Krawalle zwischen rechten und linken Demonstranten zu verhindern. Schwerpunkte sind Leipzig, Plauen, Chemnitz und Dresden. In Leipzig findet die zentrale Kundgebung des DGB statt. In Chemnitz haben der DGB, das Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus", die AfD sowie die rechtspopulistische Bewegung "Pro Chemnitz" Veranstaltungen angemeldet. In Plauen hat die rechtsextreme Partei "Der Dritte Weg" zur Demonstration aufgerufen und dafür 200 Teilnehmer angemeldet. In Dresden will die NPD mit 300 bis 400 Teilnehmern auf dem Schlesischen Platz demonstrieren. Dagegen rufen unter anderem die Bündnisse "Leipzig nimmt Platz" sowie "Dresden nazifrei" zum Protest auf.

09:00 Uhr | Hintergrund: Der "Dritte Weg" in Plauen

Über Themen aus dem Ticker berichtet MDR SACHSEN heute auch im ... Hörfunk | MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | ab 5:00 Uhr
Fernsehen | MDR SACHSENSPIEGEL | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Mai 2019, 20:30 Uhr

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51 Kommentare

02.05.2019 15:27 DER Beobachter @ Ralf meier 51

Sollte Ihnen wirklich entgangen sein, dass bei Pro Chemnitz schwarz und ganz schnell vermummt dabei ist und seit Jahren schon schwarz vermummt längst kein Alleinstellungsmerkmal der Linksautonomen ist? Ich fasse es nicht. Das Indiz, dass die 12 sich aus Pro Chemnitz lösten ebenso wie die Angriffe auf die Polizisten an den Ausschreitungen an den ersten zwei Tagen nach der Tötung Daniels stammt von der Polizei selbst!

02.05.2019 13:44 Janes 50

@Paule 47: Das würden dann aber nur Leute sagen, die keine Ahnung haben und schmähen wollen.

Juristisch gesehen braucht man zum "spannen" technische Hilfmittel.

@ralf meier 48: Ach-ist zu den Hetzjagten in Chemnitz wirklich alles notwendige gesagt worden?! Oder ist vielmehr nur das hängen geblieben, was sie hören wollten!?

@Rolfi 25: Das wird sie ja sicher sehr ärgern - aber offenbar hat sich in der Nacht vom 1. Mai niemand an ihre Prophezeiung gehalten.

02.05.2019 12:44 Reflektor 49

@Denkerist: Sie scheinen zu vergessen, dass in Sachsen eine SPD in der Landesregierung seit Jahren mit regiert und es in Dresden, Leipzig, Chemnitz eine ROTROTGRÜNE Mehrheit im Stadtrat gibt. Und was ist mit der LINKEN in der Opposition? Richtig, seit Jahren nur heiße Luft. Und noch was, den Wohlstand in diesem Land haben Generationen von ARBEITENDEN Bürgern dieses Landes ERWIRTSCHAFTET. Frau Wagenknecht hat daher als einzigste Person dieser Partei meine Hochachtung, was sich am 26.05.19 auch bei mir so widerspiegeln wird...
@DER BEOBACHTER: irgendwie verbessern Ihre "Beiträge" meine Stimmung, weiter so.

02.05.2019 08:58 ralf meier 48

@DER Beobachter Nr 35: Zu den behaupteten Hetzjagden in Chemnitz ist wohl alles Notwendige gesagt worden. Die Attacke auf das jüdische Restaurant wurde 'von 12 schwarzgekleideten vermummten Personen durchgeführt'.
Bei diesem Täterprofil denke ich zunächst weniger anProChemnitz Demonstranten. Auch die Polizei hat nach meinem Kenntnisstand keine weitergehenden Erkenntnisse. Kann es sein, das Sie hier eine FakeNews streuen ?

Eine weitere FakeNews haben Sie auf jeden Fall schon mal verbreitet. Sie behaupten:
'Warum tun Sie sich eigentlich so schwer, sich zu den Angriffen aus Pro Chemnitz heraus auf deutsche Polizisten, Fremde und das jüdische Lokal zu äußern'

Selbstverständlich verurteile ich den Angriff und habe das auch bereits hier im Forum getan.

[Liebe User, bitte bleiben Sie beim Thema. Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben. Ihre MDR.de-Redaktion]

01.05.2019 22:18 Paule 47

Beobachter nennt man gelegentlich auch Spanner!

01.05.2019 21:54 DER Beobachter @ Udo K. 46

Nö, aber schon die Begriffswahl "rotes Schreikind" weist auf den Geist des Kommentators hin. Auch Konservative und "gemäßigt Rechte" lassen sich per se nicht so tief herab. Dass zumindest hier in Dresdens Straßen mehr braune alternde Schreikinder als rote Schreikinder unterwegs sind, ist jedenfalls allmontaglich unübersehbar. Warum gerade auch Sie auf den Zug der Debatte um rote Schreikinder aufgesprungen sind, ist angesichts Ihres Vokabulars hier bisher auch nicht sonderlich verwunderlich. Um das festzustellen, muss man nicht mal links sein ;)

01.05.2019 21:03 Udo K 45

@ DER Beobachter 40
Aha, Sie mögen auch die roten Schreikinder nicht?
In Ihrem Beitrag 8 erscheint Ihr Bezug dazu aber in einem ganz anderem Licht.
Man dreht sich immer in Windrichtung?
Allerdings zeigt allein die Verwendung Ihres Vokabulars wo Sie einzuordnen sind.

01.05.2019 20:51 DER Beobachter @ Dieter 42 44

Dass unser und aller Wohlstand schon immer nur durch Arbeit und Klugheit (i.S. ökonomischer und politischer Vernunft und Voraussicht) erwirtschaftet und bewahrt werden kann, ist ein Allerweltsstandpunkt, für den man nicht erst Marx und noch weniger den Marxismus bedienen müsste. Ich weiß nicht, ob Marx Einwanderung verspottet hätte. Er hat sich leider nicht zur politischen Ausgrenzung der für die deutsche Wirtschaft Ende 19.Jh. unverzichtbaren fleißigen polnischen Schnitt- und Bergarbeiter geäußert, dazu lag er denn doch in London zu wissenschaftlich-selbstvergessen dem Kapitalisten Engels auf der Tasche, um die notwendige Weltrevolution herbeizufabulieren... ;);) Wussten Sie, dass der noch nie durch fleißige eigene Arbeit auffällig gewordene hier nur als Nichtslutz bekannte Bachmann und die gleichermaßen auf großem fremderarbeitetem Fuß lebende S.Wagenknecht sich zeitweilig gegenseitig hofierten? Da sind mir denn doch die Real-Linken und die CDA näher...

01.05.2019 20:23 DER Beobachter @ Morchelchen nochmal 43

Ich glaube, dem Mikel ging es gar nicht mal um das "Gebläunte" der AfD, sondern das dezidiert SA-Nahe des Dritten Weges, der offenbar nur hier punkten kann und durchkommt. Haben Sie damit kein Problem?

01.05.2019 20:20 Dieter 42

DER Beobachter und Denkerist:
Mir ging es darum, dass Marx und die echten Linken die ARBEITENDEN Menschen in den Mittelpunkt gestellt haben und dass die heutige Linke das Gegenteil tut. Dazu haben Sie kein Gegenargument gebracht.
Unser Wohlstand beruht nur auf der Arbeit und Klugheit unserer Vorfahren und derzeitigen Menschen.
Das Hofieren der Einwanderer ins Sozialsystem hat nichts mit Menschlichkeit zu tun -Marx hätte dafür nur Spott übriggehabt.