Blick auf einen Zapfhahn mit Bio-Kraftstoff E10.
Bildrechte: IMAGO

Teurer Tanken Warum die anhaltende Trockenheit die Spritpreise in Sachsen nach oben treibt

Was hat der trockene Sommer nicht alles angerichtet? Ernteausfälle, ausgetrocknete Gewässer, Futtermangel für Tiere – nun gehen die steigenden Spritpreise auch noch auf das Konto der anhaltenden Trockenheit.

Blick auf einen Zapfhahn mit Bio-Kraftstoff E10.
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Nicht nur die Krisen in anderen Ländern beeinflussen in Deutschland den Preis für Benzin und Diesel, auch die Dürre der vergangenen Monate hierzulande hat Schuld. Wegen des niedrigen Rheinpegels können Tankschiffe, die aus den Niederlanden kommen, dort oft nicht vollbeladen fahren, weil sie sonst auf Grund laufen. Zum Teil fahren die Schiffe gar nicht. Der Treibstoff muss also zusätzlich mit Zügen und Lkw zu den Depots transportiert werden. Das ist teurer, denn ein Tankschiff kann genauso viel Treibstoff transportieren wie rund 120 Lkw.

Warum Mineralölprodukte aus den Niederlanden kommen? In Europa gilt der sogenannte ARA-Raum, also die Region um Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam als wichtigster Umschlagplatz für Mineralöl. Mineralölwirtschaftsverband

Im Osten keine Engpässe, aber höhere Preise

Alexander von Gersdorff vom Mineralöl-Wirtschaftsverband sagte MDR SACHSEN, eigentlich spiele der Schiffstransport von Mineralöl auf dem Rhein für Ostdeutschland keine Rolle. Es gebe bislang noch keine nennenswerten Leerstände an den Tankstellen wie beispielsweise im Ruhrgebiet. Auch die Total Deutschland GmbH hat keine Engpässe. Wie das Unternehmen MDR SACHSEN sagte, wird die mitteldeutsche Raffinerie in Leuna per Pipeline versorgt und nicht über den Wasserweg. Daher sei die Versorgung in der Region gesichert. Auch die Tanklager in Hartmannsdorf, Dresden und Nossen sind den Angaben zufolge ausreichend gefüllt.

Dennoch ist Gersdorff zufolge auch Sachsen betroffen. Durch die Knappheit steigen die Mineralölpreise und damit die Spritpreise. Nicht nur im Süden und Westen Deutschlands, sondern auch in einzelnen sächsischen Regionen. Zudem sei nicht auszuschließen, dass sich die Logistikprobleme deutschlandweit fortsetzen. "Denn wenn man sein Benzin und Diesel ganz woanders holen muss, aus einem ganz anderen Tanklager als bisher, kann es dazu führen, dass diese Tanklager, die bisher eher für den Osten zuständig waren, überbeansprucht werden und auch hier die Situation knapper werden könnte."

Das Problem ist, dass alles mit allem zusammenhängt. Im Osten gibt es noch genug Mineralölprodukte - Heizöl, Benzin und Diesel. Aber jetzt bedienen sich sozusagen die anderen.

Alexander von Gersdorff Mineralölwirtschaftsverband e. V.

Der Mineralölverband hofft nun, dass das Sonntagsfahrverbot für Tanklastwagen vorübergehend aufgehoben wird. Das zuständige Ministerium prüfe das derzeit. Langfristig kann aber nur mehr Regen die Lage am Rhein und damit an den Zapfsäulen entspannen.

Quelle: MDR/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 07.11.2018 | 19:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2018, 10:18 Uhr

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9 Kommentare

08.11.2018 20:43 Sachse43 9

Seriöser Journalismus ist diese Veralberung nicht, 3 Tage vor Faschingsbeginn.

08.11.2018 19:49 Harzvorländer 8

Jammern hilft nicht. Solange die Umsätze trotz des hohen Preises stimmen, ändert sich nicht. Sprit sparend fahren, manche Wege zu Fuß gehen und nur kleine Mengen tanken, das würden die Mineralöl-Multis spüren!

08.11.2018 18:03 Fernsehgucker 7

Wenn der Rhein schuld ist, müsste der Spritpreis in Köln bzw. NRW höher sein wie in Sachsen. Ist aber nicht der Fall! Ist genau so, wie der Spruch die Lebenshaltungskosten sind im Osten günstiger. Stimmt auch nicht, Wasser, Abwasser, Müll und und und und und und ...Übrigens der Preis in Köln ist immer zwischen 4 und 10 ct günstiger wie bei uns. Ist keine Momentaufnahme.

08.11.2018 16:24 peter 6

Na klar, jetzt ist das Wetter an den hohen Preisen Schuld.
Ich glaub ich bin im falschen Film. Dümmer gehts nimmer!!! Mehr Veralberung geht ja wohl nicht mehr!

08.11.2018 15:48 Frank 5

Ich bin viel Im Ausland unterwegs und kann mit Bestimmtheit sage, in kaum einem anderen Land vollführen die Spritpreise innerhalb eines Tages zu fast den gleichen Zeiten derartige Bocksprünge wie hier. Die Mineralölkonzerne sind die gleichen, der Markt global. Die Begründungen die in Deutschland abgeliefert werden erzeugen Schreikrämpfe. Nein, die wirkliche Triebfeder ist die Profitgier der Öelmultis. In Deutschland kann man die ungestört ausleben. Die politisch Verantwortlichen schauen weg.

08.11.2018 14:47 Konfuzius sagt 4

in Deutschland kannst du alles auf das Wetter schieben. Klage, jammere und fordere dann erhältst du Hilfe, Zuschüsse und mehr Geld!

08.11.2018 14:41 W. Merseburger 3

Die Erdölraffinerie in Leuna ist weder von der Dürre noch vom niedrigen Pegelstand des Rheines betroffen. Wie oben richtig beschrieben wird, kommt das Rohöl per Rohrleitung aus Russland und nicht über den Rhein. Wir haben damit auch nichts mit der USA Strategie bezüglich Iran und einer Ölverknappung zu zun, jedenfalls bis jetzt nicht. Damit sind die extrem hohen Kraftstoffpreise ausschließlich der Gier der marktbeherrschenden Mineralölkonzerne geschuldet. Übrigens kostet das Fass WTI Rohöl (USA) jetzt ca. 62 bis 65 Dollar, was einen sehr niedrigen Preis anzeigt. Gier ist gegenwärtig die stärkste treibende Kraft der globalisierten Wirtschaft und unsere Politik ist unfähig oder nicht willens hier regulierend einzugreifen. Für mich ist daher das Wahlverhalten vieler Bürger vollkommen veständlich.

08.11.2018 12:51 mattotaupa 2

"Durch die Knappheit steigen die Mineralölpreise und damit die Spritpreise." ja klar, wenn es die mysteriöse knappheit in den laut artikel ausreichend gefüllten tanklagern nicht gäbe, wäre der preis höher, weil die lagerkosten der höheren lagerbestände umgelegt werden müßten oder untätige tanklaster irgendwo parkgebühren zahlen müßten. es gibt immer gründe spritpreise zu erhöhen, an senkungen ist weder verkäufer noch versteuerer interessiert. klar, wenn ne kölner tankstelle ihren sprit jetzt in dd abholt, wird der sprit in köln teurer aber wieso soll der sprit in dd selbst teurer werden, wenn der immer noch mit dem gleichen tanklaster aus dem gleichen tanklager bezogen wird, welches ausreichend aus der gleichen pipelinegebundenen raffinerie wie bisher versorgt wird? da ergreift man lediglich die gelegenheit beim schopfe und maximiert gewinne.

08.11.2018 11:42 Wer glaubt, wird selig 1

Also, die Geschichte mit dem Rheinpegel entbehrt schon einer gewissen Glaubwürdigkeit.

Was eine Region wie Hof/Plauen etwa mit dem Rheinwasser zu tun haben soll, ist nicht so ganz nachvollziehbar.

Eher glaubhaft dürfte sein, dass mit so einem "Argument" einfach nur die Raffgier der Konzerne bemäntelt wird.

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