Giesskanne und Wasserschlauch
Bildrechte: imago images / Winfried Rothermel

10.07.2019 | 15:19 Uhr Pumpen aus, Schläuche raus: Wo die Wasserentnahme in Sachsen verboten ist

Wegen der anhaltenden Trockenheit sind die Wasserstände in vielen sächsischen Gewässern derzeitig sehr niedrig. Trocknet ein Bach oder Fluss vollständig aus, sind auch wasserabhängige Pflanzen und Tiere gefährdet. Deshalb ist in einigen Gewässern bereits das Abpumpen von Wasser verboten.

Giesskanne und Wasserschlauch
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Was bedeutet das Entnahmeverbot eigentlich?

Das Entnahmeverbot besagt, dass die Wasserentnahme aus Gewässern mittels Pumpen und Schläuchen verboten ist. Geregelt haben das von Trockenheit besonders betroffene Landkreise in sogenannten Allgemeinverfügungen. Meist beinhalten die Verfügungen auch die Aufforderung, die Wasserentnahme mittels Eimern oder Gießkannen zu unterlassen. Es gilt dann auch ein sogenanntes Schöpfverbot.

ACHTUNG!
Die Wasserentnahme aus Bächen, Flüssen und anderen Gewässern bedarf grundsätzlich einer Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde. Ausnahmen gelten für das Schöpfen von Wasser mit Handgefäßen wie Eimern oder Gießkannen. Das ist grundsätzlich in kleinen und unschädlichen Mengen ohne Erlaubnis möglich.

Eigentümer von Grundstücken an Gewässern und Anlieger dürfen Wasser für den eigenen Bedarf erlaubnisfrei mit und ohne Pumpe entnehmen. Es dürfen allerdings keine nachteiligen Veränderung der Wasserbeschaffenheit, der Wasserführung oder andere Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

Wo gilt das Entnahmeverbot?

Landkreis / Kreisfreie Stadt Umfang des Entnahmeverbots
Bautzen, Landkreis Entnahmeverbot ab 13.07.2019
Chemnitz, Stadt Entnahmeverbot bis zum 30.09.2019 oder bis auf Widerruf

Entnehmen von Wasser mit Handgefäßen weiter erlaubt
Dresden, Stadt Entnahmeverbot ab 15.07.2019 bis 15.10.2019

Entnehmen von Wasser mit Handgefäßen weiter erlaubt
Erzgebirgskreis Entnahmeverbot

Entnehmen von Wasser mit Handgefäßen sollte unterbleiben
Görlitz, Landkreis Entnahmeverbot bis zum 30.09.2019 oder bis auf Widerruf

Entnehmen von Wasser mit Handgefäßen weiter erlaubt
Leipzig, Landkreis Bislang kein Entnahmeverbot, wahrscheinlich Ende der Woche
Leipzig, Stadt Kein Entnahmeverbot
Meißen, Landkreis Kein Entnahmeverbot
Mittelsachsen, Landkreis kein Entnahmeverbot, aber in Arbeit

Landkreis bittet um größte Zurückhaltung bei der Wasserentnahme
Nordsachsen, Landkreis Entnahmeverbot bis zum 31.10.2019 oder bis auf Widerruf

Entnehmen von Wasser mit Handgefäßen weiter erlaubt
Sächsische Schweiz / Osterzgebirge, Landkreis Kein Entnahmeverbot
Vogtlandkreis Kein Entnahmeverbot
Zwickau, Landkreis Entnahmeverbot ab 19.07.2019 bis 31.10.2019

Entnehmen von Wasser mit Handgefäßen weiter erlaubt

Wer kontrolliert das Entnahmeverbot?

Nach Angaben der Landkreise ist die Untere Wasserbehörde verstärkt an den Gewässern unterwegs, um die Einhaltung des Entnahmeverbots zu überwachen.

Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen das Entnahmeverbot?

Werden bei Gewässerkontrollen Verstöße festgestellt, kann dies als Ordnungswidrigkeit geahndet werden und ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen. Die Höhe ist laut Umweltministerium immer abhängig von der Dauer der Wasserentnahme und der Schwere der Probleme, die dadurch entstehen.

Im vergangenen Jahr wurden nur wenige Bußgelder wegen des Verstoßes gegen das Entnahmeverbot verhängt, erklärten die Landratsämter auf Nachfrage von MDR SACHSEN. Wenn Bußgelder gezahlt werden mussten, handelte es sich um Beträge im niedrigen dreistelligen Bereich. In den meisten Fällen hätten aber Ermahnungen ausgereicht.

Quelle: MDR/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.07.2019 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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