Wohin nur zum Baden? Tropenhitze: Menschen suchen Abkühlung - viele Bäder ausgebucht

Sommerliche Hitze und Trockenheit machen Natur und Mensch zu schaffen - auch in Sachsen. Jeder Schatten und jedes kühle Nass ist da willkommen. Doch viele Bäder in Dresden sind wegen Corona ausgebucht. Platz gibt es noch in Heidenau und Bädern der Umgebung.

Mann springt bei großer Hitze in Freibad
Bei Sommerhitz baden - so einfach ist das in Corona-Zeiten nicht. In Dresden sind außer einer Ausnahme alle kommunalen Freibäder ausgebucht. Viele andere Freibäder laufen zudem an der Kapazitätsgrenze. Bildrechte: dpa, imago images/Hollandse Hoogte | Collage: Fabian Frenzel

Bei brütender Hitze und vielerorts wolkenlosem Himmel lechzten die Menschen in Sachsen nach Erfrischung. Während die wegen Corona beschränkten Kapazitäten in Freibädern und manchen Stränden schon am Vormittag erreicht waren, gab es am Stausee Rabenstein bei Chemnitz noch freie Plätze. "Wir sind gut besucht, es ist aber entspannt", sagte eine Mitarbeiterin unter Verweis auf das "sehr weitläufige Gelände". Das Freibad Gablenz hingegen hatte am Sonnabend seine Kapazitätsgrenze erreicht, teilte die Stadt Chemnitz auf Twitter mit.

Kein Platz mehr im Freibad Gablenz

Eineinhalb Stunden Warten in Pirna

Am Geibeltbad Pirna indes mussten Badelustige ab Sonnabendmittag bis zu anderthalb Stunden warten, bis andere Gäste das Freibad wieder verließen. Und am Berzdorfer See bei Görlitz waren die Parkplätze schon am Morgen belegt. An der durch die Hygieneverordnung festgelegten Kapazitätsgrenze bewegte sich auch das beliebte Freibad Eppendorf zwischen Chemnitz und Freiberg. "Mit den Hygieneauflagen durften gleichzeitig 250 Gäste im Bad sein. Diese Zahl war über den Großteil des Tages ausgereizt", erklärt Roland Rüdiger, Rettungsschwimmer und Badleiter MDR SACHSEN. Insgesamt hätten sich die Besucher auf etwa 360 Gäste summiert. "Heute erwarten wir noch mehr Besucher".

Das Wasser spritzt auseinander, als zwei Jungen ins "kühle" Nass springen.
Einfach abtauchen - das wünschen sich bei den Temperaturen viele Menschen. Bildrechte: dpa

Noch Kapazitäten in Heidenau

Kapazitäten gibt es noch im beliebten Albert-Schwarz-Bad in Heidenau. "Unsere coronabedingte Begrenzung der Besucherzahl liegt bei 2.600", erklärt Badleiter Marco Paeslack MDR SACHSEN. Sonnabend seien etwa 1.800 Gäste gekommen. Insgesamt würde das Bad das Doppelte an Gästen fassen können. Das Bad verfüge über große Außenanlagen und viel Schattenplätze. "Es ist wundervolles Sommerwetter, die Menschen haben hier viel Spaß, das freut uns", erklärt Paeslack. Für den großen Ansturm in Heidenau dürften die Gäste auch den Rewe-Parkplatz nutzen. Eine entsprechende Beschilderung sei ausgewiesen.

Vorab-Ticket für Dresdner Bäder

Während in Heidenau ein Besuch ohne Anmeldung möglich ist, müssen Besucher in Dresdner Bädern vorher ihre Tickets buchen. "Der Sommer ist da. Bei uns könnt ihr euch abkühlen. Allerdings sind einige Bäder ausgebucht", warnte der der Dresdner Bäderbetrieb schon Freitag via Facebook. Am heutigen Sonntag sind fast alle Bäder ausgebucht - außer einer Ausnahme. Keine Tickets mehr gibt es im: Freibad Wostra, Stauseebad Cossebaude, Georg-Arnhold-Freibad, Naturbad Mockritz, Freibad Cotta, Waldbad Langebrück, Strandbad Wostra. Das einzige kommunale Bad mit freien Tickets in Dresden ist das Luft- und FKK-Bad Dölzschen.

Führungen in Bergwerken schaffte Abkühlung

Begehrt waren außerdem Führungen unter Tage in ehemaligen Bergwerken. Im Freiberger Silberbergwerk Reiche Zeche etwa tauchten kleine Gruppen bis zu anderthalb Stunden ins Kühle ab und zeigten sich erleichtert. "Bei uns geht es sofort auf zwölf Grad runter", sagte eine Mitarbeiterin des Marie Louise Stolln in Bad Gottleuba (Osterzgebirge). "Herrlich! Angenehm!", beschrieb sie die Reaktionen der Besucher. Die Touren sind wegen Corona begrenzt und vorab ausgebucht, Spontangäste mussten abgewiesen werden. "Da ist eine wirkliche Abkühlung, man braucht Schutzkleidung."

Zuflucht vor Hitze im Shoppingcenter

Auch im Shopping-Center wie der Dresdner Altmarktgalerie suchten neben Kunden auch Hitzegeplagte Zuflucht. "Hier herrscht mehr Andrang als sonst", sagte eine Sprecherin. Dresdens Städtische Galerie warb für eine ganz spezielle Erfrischung: "Wir empfehlen Ihnen die Sonntagsführung um elf Uhr", hieß es in einer Mitteilung vom Samstag. "Bei herrlichen 21 Grad Celsius" seien die Ausstellungen eine Alternative zum Schwitzen unter freiem Himmel.

Temperaturen um 35 Grad

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurden bis zum Sonnabendnachmittag im Tiefland Temperaturen um die 35 Grad erreicht. "Wo Quellwolken sind, liegen sie darunter", sagte ein Meteorologe. So kam Görlitz "nur" auf 31,6 Grad. Im Bergland war es mit 26 Grad etwa in Zinnwald (Osterzgebirge) und 24,3 Grad auf dem 1.215 Meter hohen Fichtelberg etwas frischer. Chemnitz hatte bereits mit mehr als 20 Grad eine sogenannte tropische Nacht, auch andernorts war es laut DWD drückend warm. Auch für den Sonntag hat der Deutscher Wetterdienst Hitzewarnungen für ganz Sachsen herausgegeben.

Quelle: MDR/dpa/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.08.2020 | 10:00 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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