Wirbel um Schriftzug Umstrittene Stickereien im Anti-Terror-Wagen der Polizei

Nach einem Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien hat die Polizei in Sachsen das Logo und die frakturähnliche Schrift im neuen gepanzerten Anti-Terror-Fahrzeug verteidigt. Bezugnehmend auf das Logo sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes, es sei identitätsstiftend und werde intern bereits seit 1991 genutzt.

Von der Verwendung einer gebrochenen Schrift auf eine politische Affinität zu schließen, geht nicht.

Sprecherin des LKA zum Schriftzug in Fraktur

Das Logo auf den Sitzen im Spezialfahrzeug "Survivor R" zeigt den Schriftzug "Spezialeinsatzkommando". Darunter folgt ein Wappen mit Krone, zwei Löwen und einem Lorbeerkranz sowieso das Wort "Sachsen". Die Schriftzüge sind jeweils in einer Fraktur-ähnlichen Schrift, die zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus als sogenannte deutsche Schrift vielfach Anwendung fand. Die Krone steht dem LKA zufolge nicht für das Königreich Sachsen, sondern sei Symbol für den internen Funknamen. Die Löwen seien die Wappentiere von Leipzig und stünden für den Standort des SEK.

Bildergalerie "Survivor R" Neuer Anti-Terror-Wagen der sächsischen Polizei

Die sächsische Polizei hat ein neues Sonderfahrzeug für Anti-Terror-Einsätze. Mit dem 350 PS starken Gefährt sollen Beamte gefahrlos an Einsatzorte gebracht und verletzte Personen gerettet werden.

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Entrüstung auf Twitter

Das Innenministerium hatte am Sonntag nach einem Sturm der Entrüstung bei Twitter in einem eigenen Tweet den Eindruck erweckt, dass das Logo vom Fahrzeughersteller Rheinmetall mit diesem Schrifttyp ausgefertigt worden sei. Dem trat die LKA-Sprecherin entgegen. "Es wurde so bestellt und auch so geliefert."

Im Internet machten hämische Kommentare die Runde. Ein Nutzer spekulierte über mögliche Schlagzeilen zum Thema: "MP Kretschmer nennt Fraktur-#Stickerei dummen Lausbubenstreich aus Freital" oder "IM ( gemeint ist Ex-Innenminister ) Ulbig erklärt: Vorlage für #Survivor-Stickerei wäre schon älter gewesen. Sehr viel älter." Oder "AfD fordert: Stickereien auf jeder Jacke!"

Kritik von Linken und Grünen

Die sächsischen Linken sprachen von "sächsischen Verhältnissen". Dass die stilistische Nähe offenkundig durch niemanden bei Polizei und Innenministerium als Problem gesehen werde, sei erschreckend, meinte der stellvertretende Landesvorsitzende Silvio Lang.

Panzerfahrzeug für den Ernstfall

Die sächsische Polizei hatte am Freitag das erste von zwei "Survivor R"-Fahrzeugen öffentlich vorgestellt. Der Anti-Terror-Wagen gehört zum Fuhrpark des Landeskriminalamtes in Leipzig. Der zweite Wagen soll in dieser Woche übergeben werden. Die umfangreich ausgestatteten und gepanzerten Sonderfahrzeuge stammen vom Düsseldorfer Rüstungskonzern "Rheinmetall". Mit ihnen sollen Beamte gefahrlos an Einsatzorte gebracht und verletzte oder hilfsbedürftige Personen aus dem Gefahrenbereich gerettet werden.

Quelle: dpa/MDR/ma

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Fernsehen: MDR SACHSENSPIEGEL | 18.12.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2017, 20:39 Uhr

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168 Kommentare

20.12.2017 20:44 Stealer 168

@Erna: Vergleichen Sie nicht Äpfel mit Birnen oder Lebkuchen mit aktuellen Staatsorganen. Fraktur ist etwas nettes, aber sollte in einem bestimmten Kontext genutzt werden (und dann auch korrekt). Nicht als schräger Anachronismus.

Und wenn Tradition und Identität eine sooo große Rolle in Sachsen spielen wäre es doch an der Zeit diesen Namen abzulegen. Ostthüringen, Westslawien, Sorbien - macht alles mehr Sinn als "Sachsen". Aber so weit zurück will wohl keiner greifen. Zumal Niedersachsen und England noch keine Ansprüche geltend gemacht haben wegen des Plagiats.

Aber nun ja - mit T-Shirts mit dem Logo könnte man locker die Entfernungskosten reinholen. Die Leute, die es dann tragen sprechen aber für sich.

20.12.2017 18:13 der_Silvio 167

@166 Schlaubischlumpfator; ich verunglimpfe sie?!? Soll das ein Witz sein?!?
Sie sind es doch,
gemeinsam mit z.B. Krause, der den Sachsen unter Generalverdacht stellt und gegen Sachsen hetzt! Beim SEK Ba-Wü ist die Symbolik in Ordnung und in Sachsen MUSS ja rechtes Gedankengut dahinterstecken. SIE messen mit zweierlei Maß!

Und unterlassen sie es, mich zu duzen, auch das ist eine Form fehlenden Respektes!

20.12.2017 16:26 Mediator an der_Silvio(163) 166

Mensch Silvio, fällt dir eigentlich auf, dass du es nicht einmal hinkriegst mich auf eine Partei festzulegen? Was bin ich den nun bitte? Links, Rot oder Grün?
Vermutlich passt dir mein Kommentar einfach nicht und statt Sachargumenten wird der 'Gegner' dann halt verunglimpft. Nur warum die Zuordnung zu diesen drei Parteien eine Verunglimpfung darstellen sollte, dass kannst du vermutlich selbst nicht erklären.
Ansonsten lohnt es sich doch darüber nachzudenken, ob es sinnvoll ist den Ruf der sächsischen Polizei durch zweifelhafte Symbolik noch weiter zu beschädigen. Dass du keinen Anstoss nimmst, dass bedeutet noch lange nicht, dass dies bei anderen auch so ist.
BW hat kein so großes Problem mit Rechtsextremisten wie Sachsen und der Polizei wirft man dort auch keine übergroße Nähe zu diesem Spektrum vor. Immerhin geschehen in Sachsen 5 mal so viele rechtsextremistische Gewaltstraftaten bezogen auf 100 tsd Einwohner wie in Baden-Württemberg. (Quelle BMI 17.07.15 - Anfrage MdB Renner)

20.12.2017 14:14 Dorfbewohner 165

Korrektur:

…..Rheingau lese(das ist aber ganz was anderes, das Bezeichnete liegt auf der Karte im Westen und damit links und nicht wie der Osten rechts - laut Peter 151).

20.12.2017 14:09 Dorfbewohner 164

“Ullrich 154

Das Logo wird entfernt und das ist gut so.”,

denke ich auch. Ich hätte es erst gar nicht aufsticken lassen, wäre mir persönlich zu provokant gewesen(außerdem finde ich die Form nicht allzu schön).

Die verwandte Schrift erinnert mich,ohne dass ich Schriftkundler bin verdammt an das Dritte Reich, aber genauso denke ich, wenn ich das Wort Rheingau lese(das ist aber ganz was anderes, das Bezeichnete liegt auf der Karte im Westen und damit links und nicht wie der Osten rechts - laut Peter 51).

20.12.2017 07:33 der_Silvio 163

@162 Schlaubischlumpfator; wenn das Symbol des sächsischen SEK in Anlehnung des Baden-württembergischen gestaltet wurde, ist doch BW viiiel rechter, muß doch so sein...
Deutschland gibt sich dem Spott der Länder Preis, die auf es schauen, und links-rot-grüne Menschen wie sie haben nicht nur ihren Spaß, nein sie wirken kräftig mit! Das ist eine Schande!

19.12.2017 20:33 Mediator an Udo K(160) 162

Lieber Udo,

wer ist denn bitte erschüttert von diesem Schriftzug?
Übertreib doch mal bitte nicht!

Findest du es nicht ein wenig unpassend, dass sächsiche Polizeibeamte ihr Fahrzeug mit einem Wappen schmücken bzw. sich ein identitätsstiftendes Einheitswappen zulegen, dass in der Gestaltung eher an ein Logo für ein Neonazi T-Shirt erinnert?

Sachsen hat ein massives Problem mit Rechtsextremismus. Da ist es doch nicht zu viel verlangt, dass man als Polizeiführung hier keine Wappengestaltungen genehmigt, die eine unzulässige Nähe zu braunen Verbrechern zumindest anklingen lässt. Da Hakenkreuze und ähnliche Symbole des Dritten Reiches verboten sind nutzt man in rechten Kreisen gerne Ersatzsymbole als Identitätsmerkmal und Erkennungszeichen.

Das Netz ist voll entsprechender Beispiele wenn sie interessiert sind.

19.12.2017 19:58 Horst 1 161

an @153: Für manche Mitbürger ist so ein entfernen von normalen Schriftzeichen ein Glücksgefühl und es ensteht vermehrt Speichelfluss! Ja wenn man sonst keine Freude im Leben hat, dann viel Spaß!

19.12.2017 19:41 Udo K 160

Ein Logo erschüttert den links-grünen Ideologen, dann ist ja man gut, dass dieses entfernt wird und die Welt wieder in Ordnung ist.
Nun kann man sich sicher wieder den wirklichen Problemen zuwenden.
Oder wartet man sehnsüchtig auf die nächste Gelegenheit, sein Unvermögen durch solche Nichtigkeiten kaschieren zu können?

19.12.2017 19:07 ingo d. 159

was manche hier als mangelndes "problembewusstsein" bezeichnen ist für viele andere einfach nur schwachsinnig!