am 17.06.19 starten zehn sächsische Firmen auf Unternehmerreise nach Wolgograd, Russland Sajanskkhimplast, Russland – Chlor-Alkali-Elektrolyse zur Herstellung von Chlor und Natronlauge
Sajanskkhimplast, Russland – Chlor-Alkali-Elektrolyse zur Herstellung von Chlor und Natronlauge Bildrechte: CAC | Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH

17.06.2019 | 05:30 Uhr Unternehmer aus Sachsen auf Werbereise in Wolgograd

Am Montag beginnt eine fünftägige Unternehmerreise nach Wolgograd, die von der Wirtschaftsförderung Sachsen organisiert wird. Daran nehmen neben der IHK Chemnitz und der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft zehn Firmen teil, die vor allem aus dem Maschinen- und Anlagenbau kommen. Unter ihnen sind auch der Chemieanlagenbau Chemnitz (CAC) und der Chemnitzer Werkzeugmaschinenbauer Starrag. Sie sagen: "Russland ist ein interessanter und wichtiger Markt und wir hoffen, dass sich die Kontakte wieder intensivieren und die Sanktionen abgebaut werden."

von Brigitte Pfüller

am 17.06.19 starten zehn sächsische Firmen auf Unternehmerreise nach Wolgograd, Russland Sajanskkhimplast, Russland – Chlor-Alkali-Elektrolyse zur Herstellung von Chlor und Natronlauge
Sajanskkhimplast, Russland – Chlor-Alkali-Elektrolyse zur Herstellung von Chlor und Natronlauge Bildrechte: CAC | Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH

"Wir haben als Chemieanlagenbau viele traditionelle Beziehungen in die ehemaligen GUS-Staaten", bekräftigt Jörg Engelmann, einer der beiden geschäftsführenden CAC-Gesellschafter. Er führt die Firma gemeinsam mit seinem Vater Joachim Engelmann. Beide hatten den Betrieb im Jahr 2004 per Management-by-out (MBO) vom Frankfurter Lurgi-Konzern übernommen.

Der Konkurrenz nicht das Feld überlassen

Seit Beginn der Russland-Sanktionen im Jahr 2014 brach der Absatz dorthin von rund 30 Millionen auf zehn Millionen Euro ein. "An unserem technologischen Know-How besteht viel Interesse", so Engelmann. "Doch die russischen Firmen gehen zu anderen Ländern. Dorthin, wo es nicht so viele Hindernisse gibt", so Engelmann. "Für uns ist es deshalb wichtig, in Wolgograd präsent zu sein, denn wir wollen der Konkurrenz nicht das Feld überlassen." Der CAC unterhält deshalb auch weiterhin Vertretungen in Russland, in Weißrussland, in der Ukraine sowie in Kasachstan.

am 17.06.19 starten zehn sächsische Firmen auf Unternehmerreise nach Wolgograd, Russland Im Bau befindliche Kristallisierungsanlage für Ciech Soda Deutschland
Diese Kristallisierungsanlage für Ciech Soda Deutschland befindet sich derzeit im Bau. Bildrechte: CAC | Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH

Chemieanlagenbau Chemnitz (CAC) Das international tätige Chemnitzer Ingenieurunternehmen hat heute rund 350 Mitarbeiter. Zu DDR-Zeiten errichtete es in der ehemaligen Sowjetunion zahlreiche Anlagen u.a. für die Raffinerie- und Gastechnik, für die Petrochemie, für anorganische Chemie sowie Fein- und Spezialchemie. Nach der Wende wurden diese Geschäfte erfolgreich fortgesetzt.

Interesse für sächsische Werkzeugmaschinen in Russland

Auch der Werkzeugmaschinenbauer Starrag schätzt Russland als Zukunftsmarkt. "Wir möchten in Wolgograd bestehende Kontakte vertiefen und neue Leute und Firmen kennenlernen", sagt Vertriebsleiter Thomas Schaarschmidt. "Es ist wichtig für uns, vor Ort zu sein, um den Markt zu bearbeiten und um zu schauen, wie andere Firmen ihre Geschäfte in Russland abwickeln, denn die bürokratischen Ausfuhr-Bedingungen sind nicht einfach." Derzeit beliefert Chemnitz unter anderem den russischen Lkw-Hersteller Kamas. In Moskau ist Starrag ebenfalls mit einem Büro vertreten. Vor den Sanktionen gingen aus Chemnitz pro Jahr mindestens zehn Bearbeitungszentren nach Russland. Heute sind es maximal vier.

am 17.06.19 starten zehn sächsische Firmen auf Unternehmerreise nach Wolgograd, Russland
Blick auf das Firmengebäude von Starrag Chemnitz von oben. Bildrechte: Starrag GmbH

Starrag Chemnitz Starrag Chemnitz ist aus dem ehemaligen volkseigenen DDR-Werkzeugmaschinenkombinat "Fritz Heckert" hervorgegangen. Inzwischen gehört er seit mehr als 20 Jahren zur Schweizer Starrag-Gruppe. Der Konzern ist einer der größten Hersteller von zerspanenden Präzisions-Werkzeugmaschinen in Europa. Neben der Schweiz gibt es Standorte in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 1.500 Mitarbeiter. Davon arbeiten rund ein Drittel in Chemnitz. Sie stellen Horizontal-Bearbeitungszentren zum Drehen, Bohren und Fräsen u.a. für den Fahrzeugbau, für den Maschinenbau oder für die Luft- und Raumfahrt her.

Die  Unternehmerreise in das Gebiet Wolgograd gehört zum Projekt "Industrietechnologien der Zukunft – RUS´19", das vom sächsischen Wirtschaftsministerium finanziert wird. Neben einem Kooperationsforum und Gesprächen finden mehrere Firmenbesuche statt. Dazu gehören unter anderem ein Bushersteller, ein Produzent von Vorrichtungen für Öl- und Gasindustrie sowie Hersteller von Gleit- und Wälzlagern oder Ausrüster für Tanklager für die chemische, Öl- und Gasindustrie. 

Deutsch-Russisches Wirtschaftsforum in Wolgograd An dem Forum nehmen folgende sächsische Firmen teil:

Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH
CITec GmbH
CoCo Job Touristik GmbH & Co. KG
EMAG Leipzig
Kjellberg Vertrieb GmbH/Oscar PLT
Mikromat GmbH
NSH Group/WEMA Glauchau GmbH
OSTEC GmbH
Starrag GmbH
VEM Sachsenwerke GmbH

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.06.2019 | 05:00 Uhr in den Nachrichten

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1 Kommentar

17.06.2019 09:43 Bundesbürger 1

Es bleibt nur den beteiligten Unternehmen bei ihrer Reise viel Erfolg zu wünschen! Wer sich Russland aus ideologischen Gründen zum Feind macht und mit fragwürdigen Sanktionen belegt schadet nicht nur deutschen Interessen und dem ganzen deutschen Volk sondern hat m.E. salopp gesagt "ein Ding an der Waffel"!

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