05.06.2020 | 13:36 Uhr "Sachsens Unternehmer des Jahres": Appsfactory aus Leipzig

Die Chefs und Gründer der Leipziger Multimediagentur Appsfactory sind zu "Sachsens Unternehmer des Jahres" gekürt worden. Die Firma setzte sich gegen mehr als 100 Mitbewerber durch. Zu den Kunden des 2009 gegründeten Unternehmens zählen unter anderem die ARD mit ihrem tagesschau-Angebot, die Deutsche Bahn und Porsche. Die Jury würdigte den Aufbau der "führenden Spezialagentur für kundenzentrierte digitale Transformation".

Drei Männer stehen vor dem Logo Appsfactory
Bildrechte: Christian Modla/ostpix.de

Ob die bekannteste Nachrichtensendung Deutschlands oder der Weltmarktführer der Spinnereimaschinenhersteller - die Appsfactory GmbH hat bei beiden für eine digitale Transformation gesorgt: Für die Tagesschau hat das Leipziger Unternehmen die bereits bestehende App weiterentwickelt und für Trützschler erst einmal eine geschaffen, die Produktionsmaschinen und mobile Endgeräte miteinander vernetzt und so eine reibungslosere Produktion garantiert. Beide Apps sind zwei aus mittlerweile mehr als 600 realisierten Applikationen. Zu ihnen gehört auch die App von MDR AKTUELL.

Für ihre unternehmerische Leistung wurden die drei Gründer und Geschäftsführer der 2009 gegründeten Agentur am heutigen Freitag in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden mit dem Preis "Sachsens Unternehmer des Jahres 2020" ausgezeichnet. In einem coronabedingt deutlich kleineren Rahmen als sonst üblich nahmen Alexander Trommen, Roman Belter und Rolf Kluge nun gemeinsam die Auszeichnung entgegen - und können sich als sichtbares Zeichen die von der polnischen Künstlerin Malgorzata Chodakowska gestaltete Preisskulptur "Die Träumende" ins Büro stellen.

Sachsens Unternehmer des Jahres
Bildrechte: Initiative "Sachsens Unternehmer des Jahres"

Sieg im fünften Anlauf

Damit erfüllt sich für das Trio durchaus auch ein kleiner Traum - es ist bereits das fünfte Mal, dass sich die Appsfactory am Unternehmerpreis beteiligt hat. Diesmal hat es für die Bestplatzierung auf dem Podest gereicht - was auch mit dem schnellen Wachstum des Unternehmens zu tun hat. Zwei Jahre nach dem Start hatte die Firma bereits 22 Mitarbeiter. Heute sind es 220 an vier Standorten - neben Leipzig sind das Hamburg, Erfurt und München. Weitere sollen dazukommen. Die Räumlichkeiten in der Leipziger Nikolaistraße reichen schon jetzt nicht mehr, der Umzug in ein neues Domizil mit einer Verdoppelung der derzeitigen Bürofläche ist geplant.

220 Mitarbeiter aus 27 Nationen

Noch in diesem Jahr, sagt Alexander Trommen, sollen 100 weitere Mitarbeiter eingestellt werden, 2023 sollen es insgesamt 500 sein. Die stammen buchstäblich aus aller Welt: Im Appsfactory-Team arbeiten Menschen aus 27 Nationen, Unternehmenssprache ist deshalb Englisch.

Wachstum aus eigener Kraft

Ein weiteres Argument für die Jury war, dass die Gründer auf den eigenen Schwung des Unternehmens setzen: Sie verzichten weitgehend darauf, ihr Wachstum durch Kredite oder Investoren zu finanzieren. Zu 90 Prozent gehören ihnen die Anteile am Unternehmen. 600 Applikationen hat das junge Team bis heute entwickelt. "Jährlich sind es 50 bis 60", sagt Trommen. Das wird in der Branche durchaus beachtet: Im renommierten Ranking der Internetagenturen von iBusiness rückte Appsfactory im Vorjahr von Rang 39 auf 31 vor. Die Agentur erzielte zudem den vierten Platz im Subranking der am schnellsten wachsenden Agenturen - mit einem Jahresumsatz von mehr als 2,5 Millionen Euro.

Alexander Trommen
Alexander Trommen, Mitgründer von Appsfactory in Leipzig Bildrechte: Initiative "Sachsens Unternehmer des Jahres"

Glückwünsche vom Ministerpräsidenten

Neben dem Hauptpreisträger wurden auf der Bühne der Gläsernen Manufaktur die Backhaus Hennig GmbH aus Zwenkau bei Leipzig sowie die Agrartechnik Vertrieb Sachsen GmbH aus Ebersbach geehrt. Sie komplettieren die Top Drei des Wettbewerbs. In einer Videobotschaft lobte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer das Engagement der Unternehmen. "Wir merken in dieser Zeit besonders, wie wichtig Unternehmerinnen und Unternehmer für unser Land sind", sagte er. "Dass sie der Ort sind, an dem mit viel Engagement Arbeitsplätze geschaffen werden, dass sie der Ort sind, an dem kluge Innovationen entstehen und an dem die Zukunft unseres Landes geprägt wird."

Sonderpreise für besten Arbeitgeber und Start-ups

Erstmals wurde im Rahmen des Wettbewerbs "Sachsens Unternehmer des Jahres" auch ein Sonderpreis für Sachsens besten Arbeitgeber ausgelobt. Den verlieh die Jury an die Testa Motari Automotive GmbH aus Johanngeorgenstadt. Das Unternehmen hat 2019 das Arbeitsmodell "New Work" eingeführt und alte Hierarchien über Bord geworfen. Das Prinzip: Alle Mitarbeiter erarbeiteten gemeinsam, welche Teams es fortan geben könnte und welche Verantwortungsbereiche abgedeckt werden müssen. "Die gesamte Verantwortung ging so von der Führungskraft an die Teams, die Arbeitskreise und letztlich auf jeden Einzelnen über", erklärt Eigentümer und Geschäftsführer Martin Fenzl.

In einer Online-Abstimmung wurde zudem das Dresdner Start-up Scanacs GmbH als Sachsens bestes Start-up 2020 gewählt. Der Plattform-Spezialist hat nach eigenen Angaben "einen der aufwändigsten und teuersten Prozesse des deutschen Gesundheitswesens" digitalisiert. Bisher dauert es mehr als ein Jahr, bis feststeht, ob eine Krankenkasse ein ärztlich verschriebenes und in der Apotheke abgeholtes Medikament erstattet. Scanacs hat nun eine digitale Plattform entwickelt, die mit den etablierten Apotheken-Softwares kompatibel ist und es ermöglicht, ärztliche Verordnungen sofort bei der Arzneimittelabgabe auf ihre Erstattungsfähigkeit hin zu prüfen.

Quelle: MDR/rad

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR Sachsenspiegel | 05.06.2020 | 19:00 Uhr

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