02.06.2020 | 18:12 Uhr Scanacs holt sich mit Innovation bei Medikamenten-Erstattung Gründerpreis

Am Ende waren es 23 Stimmen, die den Unterschied machten: Das Dresdner Start-up Scanacs GmbH ist Gewinner des Preises "Sachsen gründet – Start-up 2020". Der Software-Spezialist konnte das Publikum in einer Online-Abstimmung am besten von seiner Geschäftsidee überzeugen. Die Firma hat nach eigenen Angaben "einen der aufwendigsten und teuersten Prozesse des deutschen Gesundheitswesens" digitalisiert. Sie erhielt 464 Stimmen, dicht gefolgt von 441 Stimmen für das Start-up "Madebymade".

Frank Böhme, Geschäftsführer der Scanacs GmbH
Bildrechte: Scanacs

Frank Böhme, Geschäftsführer der Scanacs GmbH, und sein 20-köpfiges Team haben nach eigenen Angaben "einen der aufwendigsten und teuersten Prozesse des deutschen Gesundheitswesens" digitalisiert. Bisher dauert es mehr als ein Jahr, bis feststeht, ob eine Krankenkasse ein ärztlich verschriebenes und in der Apotheke abgeholtes Medikament erstattet. Künftig kann dies in Echtzeit erfolgen.

Plattform prüft Erstattungsfähigkeit von Medikamenten

Denn Scanacs hat eine digitale Plattform entwickelt, die mit den etablierten Apotheken-Softwareprogrammen kompatibel ist und es ermöglicht, ärztliche Verordnungen sofort bei der Arzneimittelabgabe auf ihre Erstattungsfähigkeit hin zu prüfen. Als Gewinn können sich die Gründer nun über 60.000 Euro Medialeistung freuen, um die Plattform öffentlich bekannt zu machen. Böhme hat sich vorgenommen, in diesem Jahr die Hälfte der Apotheken und 75 Prozent der gesetzlich Versicherten von seiner Lösung zu überzeugen.

Lob vom Wirtschaftsminister

Überzeugt zeigte sich bereits Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig, der auch Schirmherr des Gründerpreises ist. "Wir beglückwünschen die Scanacs GmbH. Sie schaffen mit ihren Ideen neue Arbeitsplätze mit spannenden Perspektiven und somit beste Zukunftsaussichten für unseren Freistaat", lobte der Minister in einem kurzen Statement.

Rund 40 Mitbewerber

Für den Start-up-Wettbewerb im Rahmen von "Sachsens Unternehmer des Jahres" waren rund 40 Gründer-Bewerbungen bei der Jury eingegegangen. Die hatte die vier vielversprechendsten Unternehmen ausgewählt. Jeder der vier Kandidaten präsentierte in der Online-Abstimmung in einem 90-sekündigem Video seine Geschäftsidee. Neben Scanacs und Madebymade schafften es die Start-ups Flynex (123 Stimmen) und Supratix (106 Stimmen) ins Finale.

Der Wettbewerb "Sachsens Unternehmer des Jahres" ist eine Initiative von Sächsischer Zeitung, Freier Presse, Leipziger Volkszeitung, MDR SACHSEN, KPMG AG, Volkswagen Sachsen, LBBW Landesbank Baden-Württemberg und der AOK PLUS. Die Preisverleihung des größten Unternehmer-Wettbewerbes im Freistaat findet am kommenden Freitag in der Gläsernen Manufaktur statt.

Quelle: MDR/rad

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 05.06.2020 | 19:00 Uhr

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