11.06.2019 | 11:29 Uhr Sachsen: Schäden durch Gewitter - Gefahr bleibt bei schwüler Hitze

Das Pfingstwochenende ist in Sachsen mit heftigen Unwettern zu Ende gegangenen. Blitzschläge und Hagel sorgten für Schäden. Meldungen über Verletzte liegen nicht vor. Am Dienstag fallen Flüge aus, die in der Nacht nicht landen konnten. Züge zwischen Dresden und Berlin sind verspätet.

Warnung vor Hitze - Weiter Gefahr von Unwettern

Eine Straße ist von Schlamm und Geröll verschüttet
Im Kirnitzschtal ist eine Schlammlawine abgegangen und hat die Straße verschüttet. Bildrechte: Marko Förster

In Sachsen ist das Pfingstwochenende mit heftigen Unwettern zu Ende gegangen. Mehrere Gewitterzellen sind in der Nacht zum Dienstag über das Land gezogen. Amtlichen Unwetterwarnungen galten für nahezu alle Regionen des Freistaates. Schwere Gewitter, teilweise mit Hagel zogen über das Land. Mehrere Wohnhäuser wurden durch Blitzschläge in Brand gesetzt. Meldungen über Verletzte gab es nicht.

Am Dienstagmorgen fielen in Dresden Flüge nach Frankfurt und München aus. Die Maschinen konnten in der Nacht nicht landen, der Frankfurt-Flieger war nach Leipzig/Halle umgeleitet worden. Bereits Montagabend waren zwei Verbindungen gestrichen worden. In Leipzig ist am Dienstag ebenfalls ein Frühflug nach Frankfurt gestrichen gewesen. Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte MDR SACHSEN, zwischen Berlin und Dresden seien bei Uckro Bäume ins Gleis gestürzt gewesen. Die Züge wurden umgeleitet, Ausfälle gab es keine, jedoch Verspätungen bis 30 Minuten. Die Online-Fahrplanauskunft der Bahn meldete wegen eines umgestürzten Baums ferner Verspätungen bei der Städtebahn Sachsen zwischen Altenberg, Dresden und Königsbrück. Im Kirnitzschtal wurde laut Polizei nach einem Erdrutsch die Straße zwischen Ostrauer Mühle und Hotel Forsthaus gesperrt. Im Schönfelder Hochland bei Dresden waren am Morgen noch Hagelkörner auf Beeten in Gärten zu sehen.

Für den Dienstag gilt aktuell eine Hitzewarnung. In schwüler Luft kann das Quecksilber auf mehr als 30 Grad Celsius klettern. Für den Nachmittag rechnet der Deutsche Wetterdienst erneut mit Gewittern, die unwetterartig ausfallen können.

Schäden im Erzgebirge, in Sächsischer Schweiz und im Kreis Meißen

In Weinböhla im Kreis Meißen schlug ein Blitz in ein Haus ein, es kam zu einem Brand, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Dresden sagte. Im Erzgebirge brachte eine sogenannte HD Superzelle Hagel, ein schweres Gewitter entlud sich. Reporterangaben zufolge setzte vermutlich ein Blitz das Dach eines Bauernguts in Steinbach bei Jöhstadt in Brand. Auf der B95 bei Annaberg-Buchholz verwandelte sich die Straße in eine Hagel-Seen-Landschaft. Und auch die B174 zwischen dem Abzweig Lauterbach und Marienberg ist vom Unwetter nicht verschont geblieben. Sie wurde wegen Überflutungen gesperrt. In der Gemeinde Thermalbad Wiesenbad ging infolge des heftigen Regens eine Schlammlawine ab. Eine Straße musste zwischenzeitlich gesperrt werden, außerdem wurde ein Haus durch den Schlamm beschädigt.

Vor allem im Süden Sachsens fielen zeitweise 30 bis 50 Liter Regen pro Stunde, der DWD registrierte über Radargeräte Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu vier Zentimetern. Die Linie zog sich entlang der deutsch-tschechischen Grenze in der Region um Annaberg-Buchholz und Kühnhaide. Zuvor hatte es auch schon in anderen Teilen Deutschlands kräftig gewittert und gehagelt - vor allem Bayern und Nordrhein-Westfalen waren betroffen.

Blitzeinschläge im Landkreis Leipzig und Nordsachsen

In Kleindalzig bei Leipzig ist eine Scheune nach einem Blitzeinschlag abgebrannt. Nach Angaben der Polizei wurden keine Menschen verletzt, allerdings kamen einige Hühner ums Leben. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude verhindern. In Eilenburg ist ein Dachstuhl wegen eines Blitzeinschlags ausgebrannt. Der 79 Jahre alte Bewohner blieb laut Polizei unverletzt. Das Gebäude ist unbewohnbar. Der Schaden beträgt rund 50.000 Euro.

Äpfel angeschlagen und unverkäuflich

Hagelkörner in einer Hand
Hagelkörner haben Spuren in den Versuchsanlagen in Dresden-Pillnitz hinterlassen. Bildrechte: LfULG/Lattauschke

Das Unwetter hat auf den Obstplantagen im Raum Borthen und Pirna schwere Schäden angerichtet. Klaus Griesbach, Chef des Obsthofes Griesbach in Dohna bestätigte auf Nachfrage von MDR SACHSEN, dass die Hagelschauer die Äpfel auf den Plantagen in Borthen stark geschädigt haben. Die Früchte wurden angeschlagen, so dass sie später nicht mehr verkauft werden können.

Auf den Versuchsflächen des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden-Pillnitz gibt es Schäden bei Erdbeeren, Zwiebeln, Steckzwiebeln, Möhren, Schalotten, Wurzelpetersilie, Blumen und bei den Äpfeln. Am Dienstag dauerte die genaue Erfassung der Schäden noch an. In Pillnitz hat es nach Angaben eines LfULG-Sprechers Montagabend zwischen 23 und 23:10 Uhr gehagelt, die Hagelkörner waren bis 1,2 Zentimeter groß.

Im benachbarten Hosterwitz bekamen die Äpfel des Obstbaubetriebs Rüdiger ebenfalls Dellen durch Hagelschlag. Die Früchte könnten aber im Direktvertrieb verkauft oder zu Saft verarbeitet werden.

Ostsachsen kam glimpflich davon

Im Landkreis Görlitz mussten die Rettungskräfte vor allem wegen umgestürzter Bäume ausrücken. Nach Angaben Polizei kam es zu 22 Einsätzen, etwa in Görlitz, Zittau, Oybin und Mittelherwigsdorf. Verletzt wurde niemand. Im Landkreis Bautzen habe es wegen des Unwetters keine Einsätze gegeben, so die Integrierte Rettungsleitstelle.

Bildergalerie Gewitterzellen bringen Sachsen Hagel, Starkregen und Sturmböen

Der Pfingstmontag hat in Sachsen, wie auch in vielen anderen Regionen Deutschlands, mit heftigen Unwettern geendet. Neben Hagel brachten die Gewitter Sturm und heftigen Regen.

Unwetter Sachsen
Seit dem frühen Abend am Pfingstmontag sind über Sachsen mehrere Gewitter hinweggezogen. Bildrechte: Bernd März
Unwetter Sachsen
Seit dem frühen Abend am Pfingstmontag sind über Sachsen mehrere Gewitter hinweggezogen. Bildrechte: Bernd März
Unwetter Sachsen
Neben beeindruckenden Wolkengebilden... Bildrechte: Bernd März
Unwetter Sachsen
...brachten die Unwetter auch Blitz und Donner. In Steinbach bei Jöhstadt schlug der Blitz in ein Haus ein und setzte den Dachstuhl in Brand. Bildrechte: Bernd März
Unwetter Sachsen
Auf mehreren Straßen im Erzgebirge ging nichts mehr. Bis zu fünf Zentimeter große Hagelkörner kamen vom Himmel. Bildrechte: Bernd März
Unwetter Sachsen
Auf der B174 bei Marienberg ging gar nichts mehr. Die Fahrbahn war überflutet, die Feuerwehr machtlos. Der Hagel türmte sich hier bis zu einem halben Meter hoch. Bildrechte: Bernd März
Brand Weinböhla - nach einem Blitzeinschlag steht der Dachstuhl eines Wohnhauses in Brand
Offenbar infolge des Unwetters geriet in Weinböhla der Dachstuhl eines Wohnhauses in Brand. Nach einem Blitzeinschlag fing das Dach Feuer. Bildrechte: xcitePRESS
Unwetter über Dresden
In Dresden konnte man das aus dem Erzgebirge heranziehende Unwetter gut sehen. Bildrechte: Tino Plunert
Blitze über Leipzig
Die Leipziger gehörten zu den ersten in Sachsen, die das Unwetter zu spüren bekamen. Bildrechte: Holger Baumgärtner
Eine Straße ist von Schlamm und Geröll verschüttet
Im Kirnitzschtal hat eine Schlammlawine die Straße verschüttet. Bildrechte: Marko Förster
ein kaputtes Schild auf einem Acker
Auf Versuchsfeldern in Dresden-Pillnitz wurden Erdbeeren in Mitleidenschaft gezogen. Die Wucht der Hagelkörner beschädigte auch Plastikschilder. Bildrechte: LfULG/Lattauschke
Hagelkörner in einer Hand
Reste vom Hagel lagen auch am Dienstag noch auf den Pillnitzer Versuchsflächen. Bildrechte: LfULG/Lattauschke
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Vor den Gewittern mussten die Sachsen mit einem äußerst schwülen Wetter zurechtkommen. Die Höchstwerte am Pfingstmontag lagen laut MDR-Wetterstudio zwischen 23 Grad in Klingenthal und 30 Grad in Bautzen. Im Laufe der Woche gibt es kaum Wetteränderung.

Quelle: MDR/dk/lam/ms

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.06.2019 | 08:40 Uhr

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