17.03.2020 | 19:28 Uhr Sächsische Urlauber weltweit gestrandet - Erfahrungsberichte aus der Ferne

Wegen des Coronavirus sind weltweit zahlreiche Urlauber gestrandet, darunter auch Menschen aus Sachsen. Im Gespräch mit MDR SACHSEN erzählen sie, wie es ihnen in Ägypten, auf Lanzarote und in der Dominikanischen Republik derzeit geht.

Flugzeugtriebwerk
Bildrechte: Colourbox

Steffen Fuchs, Ägypten

Steffen Fuchs ist derzeit in El Gouna in Ägypten. Er wird voraussichtlich am Donnerstag nach Hause fliegen. Seinen Beobachtungen zufolge werden es immer weniger Touristen. Die Marina und andere öffentliche Plätze seien fast leer. Er berichtet zudem, dass Ausflüge gestrichen wurden, in den Hotels die Körpertemperatur der Gäste gemessen wird und viele Angestellte nur noch mit Mundschutz und Handschuhen arbeiten.

Wir hoffen, dass alles gut wird und wir nach Hause können.

Philipp Kraft, Ägypten

Auch Philipp Kraft ist derzeit in Ägypten. Er ist zusammen mit drei weiteren Personen am Sonnabend von Leipzig nach Hurghada geflogen. Der Flug sei schon etwas ungewöhnlich gewesen, da die Stewardessen Handschuhe und Gesichtsmasken trugen. Nach der Landung sei bei allen Passagieren Fieber gemessen worden. Auch er berichtet von abgesagten Ausflügen sowie von reservierten Angestellten. Vor allem die Gäste aus Deutschland werden seinen Angaben zufolge nicht bedient. Er und seine Begleiter fühlten sich ausgegrenzt.

Bislang habe Kraft noch keine Info vom Reiseveranstalter, wie es weitergeht. Dafür kursieren viele Fake News. So heißt es beispielsweise, dass Hotel würde am Donnerstag oder Freitag schließen. Er und seine Mitreisenden wollen die verbleibenden Tage trotzdem genießen. Am Sonnabend wollen sie planmäßig mit einem der leer ankommenden Flugzeuge die Heimreise antreten.

Strandbereich eines Hotels in Hurghada
Der ägyptische Touristenort Hurghada liegt am Roten Meer. Bildrechte: imago/Eibner

Josefine Meier, Dominikanische Republik

Josefine Meier ist seit Mittwoch in der Dominikanischen Republik. Vier Tage nach ihrer Anreise hat sie erfahren, dass sie und andere Urlauber zurück nach Deutschland gebracht werden sollen - wann und wie sei ihr aber nicht mitgeteilt worden. Da es sehr teuer sei, eine leere Maschine zu schicken, stehe es noch nicht fest, habe man ihr gesagt. Sie berichtet zugleich, dass ihre Tochter mit ihrem Mann, die zur gleichen Zeit aus der Schweiz angereist sind, bereits ausgeflogen wurden. Sie habe ein sehr mulmiges Gefühl.

Die Menschen hier im Hotel werden immer weniger. Die machen zu, denn es dürfen ja keine mehr eingeflogen werden.

Mario Dolecek, Lanzarote

Auch Mario Dolecek ist ein gestrandeter Urlauber. Er ist auf der Kanaren-Insel Lanzarote. Dort müssen die Urlauber seinen Schilderungen zufolge alle im Hotel bleiben. Es fühle sich an, als wäre man eingesperrt. Sobald jemand vor die Tür geht, komme die Polizei. Die Reiseleitung sei nicht erreichbar. Dolecek versucht nach eigenen Angaben seit zwei Tagen telefonisch herauszufinden, ob sein Heimflug am Sonntag planmäßig fliegt. Seine Sorge sind Gerüchte, nach denen alle Flüge gestrichen werden.

Quelle: MDR/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.03.2020 | 15:10 Uhr

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