US-Militärfahrzeuge fahren nahe Brück (Brandenburg) auf der Straße eines Truppenübungsplatzes.
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Nato-Manöver US-Militärkonvois fahren durch Sachsen

Bis Ende Mai sollen Dutzende US-Militärtransporte durch Sachsen rollen. Nach Angaben der "US Army Europe" werden rund 2.000 Fahrzeuge und mehrere Tausend Soldaten für eine Übung nach Osteuropa verlegt.

US-Militärfahrzeuge fahren nahe Brück (Brandenburg) auf der Straße eines Truppenübungsplatzes.
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Auf den Autobahnen Sachsens kann es in den nächsten Tagen voll werden. Grund sind rund 55 Kolonnen der US-Armee, die von Süddeutschland Richtung Polen, Litauen, Lettland und Estland unterwegs sind. Hintergrund der Truppenverlegung ist das Manöver "Saber Strike".

Saber Strike "Saber Strike" ist eine jährliche Manöverreihe in Osteuropa. An ihr sind rund 20 Nationen beteiligt. Die Übung findet von Ende Mai bis Mitte Juni statt. Seit 2011 führen die US-Streitkräfte die Übung regelmäßig durch. Hintergrund sind die wachsenden Spannungen mit Russland seit der Ukraine-Krise.

Auf zwei Wegen durch Sachsen

Auf zwei Routen geht es für die Militärkonvois durch den Freistaat: Der erste Weg führt über die A9 an Leipzig vorbei Richtung Berlin. Von dort aus geht es über Frankfurt/Oder nach Polen. Auch der zweiten Route geht es entlang der A72 und A4 an Zwickau, Chemnitz und Dresden vorbei Richtung Polen. Geplant sind Halte am Truppenübungsplatz Oberlausitz und in Frankenberg.

Kai Rohrschneider
Brigadegeneral Kai R. Rohrschneider, Stabschef der US Army Europe Bildrechte: MDR/Katharina Pritzkow

Rund 1.500 Fahrzeuge und 4.000 Soldaten rollen auf den sächsischen Straßen ins Baltikum und nach Ost-Polen, erklärt Kai Rohrschneider von der "US Army Europe": "Auf den Straßen werden ausschließlich Radfahrzeuge unterwegs sein. Das heißt Acht-Rad-Gefechtsfahrzeuge, Lkw und Geländewagen. Kettenfahrzeuge wie Panzer transportieren wir über die Eisenbahn."

Tipps für Autofahrer

Die Kolonnen sind relativ langsam unterwegs. Lediglich 60 km/h schaffen die Konvois. Unterteilt sind sie in mehrere Marschgruppen, in der je 20 Fahrzeuge in Kolonne fahren. Die Konvois sollen sowohl am Tag als auch in der Nacht unterwegs sein. Autofahrer dürfen die Marschgruppen zwar überholen, einreihen darf man sich aber nicht, weiß Rohrschneider: "Den Autofahrern empfehle ich, eine militärische Marschkolonne wie einen Schwertransport zu behandeln. Bitte nicht in die Kolonne reinfahren. Es ist gefährlich und man kommt aus der Kolonne nur schwer wieder raus."

Beendet wird das Manöver "Saber Strike" Mitte Juni, dann geht es für die US-Truppen zurück nach Bayern und Baden-Württemberg - dabei werden sie auch wieder Sachsen passieren.

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.05.2018 | 19:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 24.05.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Mai 2018, 16:31 Uhr

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30 Kommentare

26.05.2018 17:37 Mediator an Pjotr (29) 30

Mensch Pjotr,

sie wiedersprechen sich ja selbst und das in nur drei Sätzen! Warum noch einmal sollte Deutschland auf seinem eigenen Territorium nicht der Lagerung von Atomwaffen zustimmen dürfen? Den Russen gestehen sie dies doch auch zu!

Wie soll man den ihre platten Vereinfachungen von hochkomplexen Geschehen anders bezeichnen als Verschwöungstheorien? Es geht im Artikel um eine simple seit Jahren durchexerzierte Truppenverlegung einer Brigade ins Baltikum. Der Grund für diese Truppenverlegung ist auch recht plausibel: Die osteuropäischen NATO Staaten sind durch die russische Aggression in der Ukraine verunsichert und wollen sich des Schutzes durch die NATO rückversichern.

Mir ist übrigens völlig egal was ein Herr Wimmer in einem mehrstündigen Vortrag möglicherweise gesagt hat und was sie angeblich verstanden haben und sich gemerkt haben wollen. Ich glaube nicht, dass er sich zu "Saber Strike 18" geäußert hat!

26.05.2018 16:01 Pjotr 29

@lieber Infanterist, macht es die Sache besser, daß über Rammstein Drohneneinsätze gesteuert werden? Ja natürlich weiß jeder, daß in D. amer. Atomwaffen lagern. Finden Sie das eigentlich normal? Und Kaliningrad gehört soweit ich weiß zu Russland, und was die Russen auf ihrem Territorium machen ist doch sicher deren Sache. So wie es Sache der Amerikaner ist, was sie auf deutschem Boden tun, richtig?

@Mediator, wenn Sie von Verschwörungstheorie schreiben scheint es wieder mal an Argumentation zu mangeln. Ich war zu einem Vortrag Willy Wimmers im letzten Jahr. Sollten Sie sich auch mal antun. Der Mann kann Ihren scheinbar begrenzten Horizont zu diesem Thema enorm erweitern. Oder wollen Sie ernsthaft behaupten Wimmer sei ein Verschwörungstheoretiker?

26.05.2018 08:32 Erika 28

Es ist erstaunlich wie bereits bei Nichtigkeiten, wie diesem Konvoi hier, versucht wird Stimmung gegen die USA und die NATO zu machen. Es waren nicht die USA, oder die NATO die in Berlin gegen demonstrierende Deutsche vorgegangen sind oder den Prager Frühling mit Waffengewalt unterdrückt haben sondern die hier gerne romantisierten Russen. Russland führt Krieg in unmittelbarer Nähe zur EU und dies beunruhigt selbstverständlich die Staaten die früher zwangsweise wie die Ukraine in die UDSSR gepresst wurden.

26.05.2018 06:29 Jewsharpe 27

Manöver Schneeflocke hatten wir in Pionierzeiten auch schon :-D
Sollten Mann/Frau diesbezüglich Bedenken haben?
Medienartikel werden aber nicht ohne Grund erzeugt...
Wer hier wen bedroht und der Benz unter den Aggressoren ist, dies hat die Geschichte mittlerweile schon geschrieben.
Bild Dir Deine Meinung ;-)

25.05.2018 22:00 Infanterist 26

@Pjotr:

wo ist die Sensation, dass die USA Atomwaffen in Deutschland eingelagert haben? Das steht in der Zeitung. Im Rahmen der nuklearen Teilhabe können sogar Tornados der Bundeswehr mit diesen Waffen bestückt werden. Diese wurden dafür extra zertifiziert. Aus Rammstein werden übrigend keine Drohnen gesteuert, sondern Rammstein ist lediglich ein Relaiszentrum, in dem Steuersignale von Satellit auf Glasfaser umgesetzt werden um die Signalverzögerung in die USA zu minimieren. Auch dass kann man überall nachlesen.

Tun sie bitte nicht so, als hätten die Russen nicht genau die gleichen Waffen. Sicher ist ihnen die Stationierung von atomar bestückbaren Iskander-Raketen vom Typ SS-26 in Kaliningrad nicht entgangen, die mit 500 km Reichweite Berlin und Kopenhagen mit absolut kaum einer Vorwarnzeit erreichen können. Was glauben sie was die Menschen im Baltikum mehr ängstigt? Bomben in Büchel oder eine Regierung die Passagierflugzeuge abschießen lässt für ihre Ambitionen?

25.05.2018 21:31 Morchelchen 25

Ob man erfährt, wo und wann amerikanische Truppen im Erzgebirge bei der Durchfahrt zu sehen sind? Man hat in unseren Breiten ja nur bewaffnete Russen erleben können, da wäre es echt toll, zur Abwechslung "echten Amis" zuwinken zu können...

25.05.2018 20:57 Mediator an Pjotr (23) 24

Korrigieren sie mich, aber Polen und die Baltischen Staaten sind in der NATO und somit ist es abolut legitim und nichts aussergewöhnliches, dass NATO Truppen dort Übungen abhalten. Solange diese noch nicht von A nach B gebeamt werden können müssen diese wohl oder übel die Verlegung auf der Straße und per Bahn durchführen.

Es besteht also kein Bedarf an einer großen Verschwörungstheorie gegenüber Russland.

25.05.2018 20:06 Pjotr 23

Mediator muss heute wieder Schwerstarbeit leisten im MDR Kommentarbereich. Entweder übersieht er die Bestrebungen der NATO die rote Linie zwischen Ostsee und Schwarzem Meer herzustellen oder er weiß es schlichtweg nicht. Willy Wimmer, ein ehemals ranghoher Politiker, könnte ihm jedoch auf die Sprünge helfen, wenn denn wollte. Wenn er(Mediator) eine Veranstaltung von Wimmer besuchen würde, er würde wohl aus dem Staunen nicht herauskommen. Auch stört es unseren Aufklärer keineswegs, daß von Rammstein aus Kampfdrohen gesteuert werden oder Atomraketen in D. lagern. Eine Friedentaube sieht anders aus. Ich empfehle Ihnen zur Weiterbildung dazu das Buch die Akte Moskau und Vorfeld den Beitrag im Netz: „Die rote Linie zwischen Ostsee und Schwarzem Meer“. Übrigens Willy Wimmer war u.a. Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Der Mann weiß also wovon er spricht.

25.05.2018 19:57 lausbub an Nr. 17 22

Na, Sie Schlaumeier! Der General behauptet, man dürfe sich nicht in die Kolonne einreihen. Und genau das stimmt nicht (siehe meine Nr. 10). Klar, ohne Grund reiht sich ein anderer Verkehrsteilnehmer vernünftigerweise nicht in die Kolonne ein. Warum gibt es dann aber die Vorschrift in § 27 (2) StVO, wonach in angemessenen Abständen Zwischenräume in der Kolonne zu bilden sind? Damit andere Verkehrsteilnehmer an Anschlussstellen auf die Autobahn auf- und von ihr abfahren können. Im Gesetzestext heisst es ja ausdrücklich, wenn es die Länge der Kolonne erfordert. Rechnen sie mal nach: So ein Militär-LKW kann bis zu 10 m lang sein. Bei 20 Fahrzeugen in der Kolonne, von denen 19 mindestens 30 m Abstand zum vorderen Fahrzeug einhalten müssen, kann der Verband insgesamt bis zu 770 m lang sein. Damit andere Verkehrsteilnehmer nicht unnötig behindert werden, gibt es diese Vorschrift in § 27. Vielleicht sollten Sie mal etwas weiter denken, dann können Sie sich Ihre Fragen selbst beantworten.

25.05.2018 19:38 Kritiker 21

Ausnahmsweise muss ich dem Mediator mal überwiegend zustimmen. Ebenso verurteile ich das dumme Ami-go-home Geschrei. Das kann ich mir nur mit DDR-Resten in einem verstaupten Gehirn erklären.