Heruntergelassen Rolltore beim Fleischherstellers Wilke Wurstwaren. Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss der Hersteller die Produktion stoppen
Wilke-Wurst hat dicht gemacht. Bildrechte: dpa

07.10.2019 | 13:20 Uhr | Update Wilke-Wurst: Ministerium korrigiert Angaben zum Listerien-Fall in Sachsen

Heruntergelassen Rolltore beim Fleischherstellers Wilke Wurstwaren. Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss der Hersteller die Produktion stoppen
Wilke-Wurst hat dicht gemacht. Bildrechte: dpa

In Sachsen ist ein Mensch durch Listerien mit denselben Eigenschaften erkrankt, die das Robert-Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung bei den jüngst bekannt gewordenen Fällen keimbelasteter Wurst der hessischen Firma Wilke festgestellt haben. Eine Sprecherin des sächsischen Gesundheitsministeriums erklärte am Montag MDR SACHSEN, der Krankheitsfall sei bereits Anfang des Jahres registriert worden. Noch am Freitag war ein möglicher Zusammenhang zu den aktuellen Wilke-Wurst-Fällen hergestellt worden. Innerhalb des Ministeriums sei der Erkrankungszeitraum zunächst nicht übermittelt worden, hieß es zur Erklärung. Von Januar bis Ende September 2019 wurden in Sachsen insgesamt 36 Listeriosefälle gemeldet. Nicht alle könnten zwangsläufig auf den Verzehr verunreinigter Lebensmittel zurückgeführt werden, hieß es.

37 aktuelle Krankheitsfälle bundesweit

Laut Behörden gab es bundesweit bis Ende vergangener Woche 37 Krankheitsfälle, die möglicherweise mit Wurstwaren der Firma Wilke im Zusammenhang stehen. In Südhessen waren zwei ältere Menschen gestorben. In mehreren Fällen seien Listerien in Wurstprodukten nachgewiesen worden, hieß es vom Bundesamt für Verbraucherschutz.

Listerien Listerien sind Bakterien, die zu Durchfall und Fieber führen können. Für Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem können sie lebensgefährlich sein - so etwa für Schwangere, Kinder und Senioren. Sie können schwer erkranken. Blutvergiftung und Hirnhautentzündung können beispielsweise auftreten. Bei Schwangeren könnte das ungeborene Kind geschädigt werden.

Am vergangenen Dienstag hatten Veterinärbehörden die Produktion bei der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH gestoppt. Der Hersteller muss alle Unternehmen, die er beliefert hat, informieren. Die Betriebe müssen die Produkte aus dem Sortiment nehmen. Die Verbraucherschutzzentralen kritisieren die zögerliche Information der Behörden.

Auf der Homepage warb das Unternehmen am Freitag weiterhin für sein Sortiment und schreibt keinen Satz zu den Keimen und zur Rückrufaktion. Auch vom inzwischen gestellten Insolvenzantrag ist nichts zu lesen.

Kontrollen in belieferten Betrieben

Die in den Kommunen angesiedelten sächsischen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter haben nach Ministeriumsangaben unterdessen über die Landesdirektion Sachsen den Auftrag erhalten, umgehend Rückrufkontrollen in den belieferten Betrieben durchzuführen.

Offenbar wurde Wilke-Wurst auch in Fertigprodukten verarbeitet, die unter anderem Namen im Handel sind. Das Unternehmen hat auch einen Online-Shop für Endkunden betrieben und dort etwa eigene Fertiggerichte sowie Bio-Wurst angeboten.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.10.2019 | 18:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2019, 13:16 Uhr

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