20.03.2020 | 11:53 Uhr Gewerkschaft Verdi und Supermärkte gegen Sonntagsverkauf

Eine Frau steht vor einem Supermarktregal voller Lebensmittel und hält die Hand an den Kopf.
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Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat sich gegen einen verkaufsoffenen Sonntag in Lebensmittelmärkten ausgesprochen. "Die Leute brauchen eine Pause", sagte Jörg Lauenroth-Mago, Leiter des Fachbereichs Handel. Die Ausnahmeregelung sei bedenklich.

Trotz Corona keine Ausnahmen

Nach Meinung von Lauenroth-Mago sei der Job ohnehin schon "stressgeladen". Menschen müssten von Hamsterkäufen zurückgehalten werden, während sich die Angestellten gleichzeitig vor einer möglichen Infizierung fürchten müssten. Dies strenge "einfach viel mehr an als das Normale", betonte der Verdi-Fachmann. Die Beschäftigten bräuchten die Möglichkeit, Luft zu holen, so Lauenroth-Mago weiter.

Lauenroth-Mago sieht neue Regelungen kritisch

Die sächsische Landesregierung hatte in dieser Woche zahlreiche Regelungen gelockert, um die Regale in den Supermärkten schneller auffüllen zu können. Unter anderem wurde das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen samt der Ruhezeiten für Fahrer ausgesetzt. Zudem wurden die Sonntagsöffnung von Supermärkten ermöglicht. So soll ermöglicht werden, dass Waren auch am Wochenende transportiert werden können und sich die Kunden in den Läden nicht ballen.

Lauenroth-Mago kritisiert diese Regelungen scharf. "Da muss man mir erklären: Warum braucht man jetzt den Sonntag?", so der Fachmann. Lauenroth-Mago gehe davon aus, dass der Einzelhandel von der Sonntagsöffnung keinen Gebrauch machen wird. Dafür reichten die Waren nicht aus. Gleichzeitig warnte Lauenroth-Mago vor einem "Sog", der entstehen könnte, wenn ein Markt öffnet und alle anderen Märkte nachziehen.

Belieferung der Märkte bereits erhöht

Trotz hoher Nachfragen im Onlinehandel sei die Frequenz der Belieferung bereits erhöht worden, sagte ein Sprecher der Rewe Group. "In Anbetracht der derzeit stabilen Versorgungslage sehen wir keine Notwendigkeit, die Öffnungszeiten zu verändern", so Andreas Krämer.

Auch bei Lidl beobachtet man die aktuellen Entwicklungen nach eigenen Angaben sehr genau. "Unser wichtigstes Ziel ist es, Mitarbeiter und Kunden zu schützen und die Warenverfügbarkeit für die Bevölkerung sicherzustellen", sagte eine Unternehmenssprecherin. Aktuell plane man nicht, die Öffnungszeiten der Filialen auszuweiten.

Konsum Dresden und Leipzig sehen klar von einer Öffnung der Läden am Sonntag ab. "Unser Verkaufspersonal benötigt dringend diesen einen arbeitsfreien Tag", heißt es.

Quelle: MDR/fg/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.03.2020 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

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