Service für Flugreisende Streiks an Flughäfen in Leipzig und Dresden: Früher da sein und nicht abwimmeln lassen

Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag zum Arbeitskampf des Sicherheitspersonals an acht Flughäfen aufgerufen. Betroffen sind auch die Flughäfen in Leipzig/Halle und Dresden. Was heißt das für Passagiere? Das sollten Fluggäste jetzt beachten:

Teilnehmer eines Warnstreikes stehen in Schkeuditz (Sachsen) mit Fahnen und Transparenten im Terminal des Flughafen Leipzig/Halle.
Bereits vorige Woche streikten Verdi-Mitglieder für gerechtere Lohnbedingungen der Sichereitsmitarbeiter an Flughäfen. Bildrechte: dpa

Ich will am Dienstag von Leipzig oder Dresden fliegen - Was nun?

Der Flughafen Leipzig/Halle und auch der Dresden-Airport rechnen wegen der Streiks des Sicherheitspersonals mit Flugausfällen und längeren Wartezeiten. Passagiere sollten sich unbedingt bei ihrer Airline oder dem Reiseveranstalter über den aktuellen Stand ihres Fluges informieren.

Unter anderem rechnet die Airline Germania ebenfalls in Dresden mit Streik-Beeinträchtigungen. "Von 3 bis 21 Uhr bitten wir die Fluggäste, die einen Flug für den 15. Januar ab Dresden gebucht haben, sich möglichst frühzeitig am Flughafen einzufinden. Wir empfehlen, spätestens 2 Stunden vor dem geplanten Abflug am Check-in zu erscheinen", heißt es in einer Passagier-Information.

"Wer vorbildlich sein will, geht zwei Stunden früher hin, aber eine Pflicht dazu besteht nicht", erklärt der Reiserechtsexperte Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen dazu. Die Airlines und Reiseveranstalter haben die Pflicht, ihre Kunden rechtzeitig zu informieren.

Ich habe für den Dienstag einen Flug ab Frankfurt/Main ins Ausland gebucht - Was kann ich jetzt machen?

Während des gesamten Streiks von 2 Uhr bis 20 Uhr am Dienstag werden Fluggäste nicht am Großflughafen abgefertigt. Die Lufthansa bittet alle Fluggäste "sich nicht zum Flughafen zu begeben und stattdessen online umzubuchen". Das empfiehlt die Airline auf ihrer Homepage. Seit dem Wochenende können Lufthansa-Passagiere ihre Flüge kostenlos auf ein Datum bis zum 20.01.2019 umbuchen.

Auch der Flughafenbetreiber Fraport hat Fluggäste dazu aufgerufen, möglichst umzuplanen. Bei regulärem Flugbetrieb in Frankfurt am Main wären am Dienstag etwa 135.000 Passagiere erwartet worden. Auch eine besonders frühe Anreise würde nichts bringen, hieß es. Fraport geht davon aus, dass im Transferbereich Umstiege stattfinden können. Allerdings werde es zu Beeinträchtigungen und Verzögerungen kommen.

Zum Glück habe ich ein Rail&Fly-Ticket. Damit fahre ich eben zu einem anderen Abflughafen.

Ein ICE der Bahn verlässt in Köln den Hauptbahnhof.
Bildrechte: Dehli News

So einfach ist das nicht, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Bahn, MDR-SACHSEN auf Nachfrage. Flugreisende sollten vor Beginn ihrer Reise mit ihrem Reiseveranstalter sprechen, wie sie mit diesem speziellen Ticket umgehen sollten.

Die Bahn rechnet mit etwa 15.000 Fahrgästen mehr im Fernverkehr als sonst. Üblich seien etwa 400.000 Fahrgäste am Tag. "Wir setzen mehr IC und ICE ein und mehr Personal", so die Bahnmitarbeiterin. Sie rät allen, die kurzfristig auf die Bahn umsteigen, unbedingt Sitzplatzreservierungen zu nutzen. Weitere Hinweise der Bahn zum Thema und Fahrplan-Änderungen hier.

Was steht mir zu, wenn mein Flug ausfällt oder sich verspätet?

"Fluggesellschaften und Reiseveranstalter müssen alles Zumutbare tun, dass es für den Fluggast keine Verspätungen gibt", erklärt Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen. Er meint damit Ersatzbusse, Umleitungen auf andere, nicht bestreikte Flughäfen oder Verlagerung der Flüge auf andere Abflugzeiten. Hummel rät allen Reisenden, bei Problemen die Ansprüche als Fluggast geltend zu machen. "Am wichtigsten ist, dass man sich am Flughafen nicht mit pauschalen Aussagen abwiegeln oder mit Bonusmeilen locken lässt." Michael Hummel rät, die Verspätung oder den Flugausfall zu dokumentieren, sich das von einem Mitarbeiter der Fluggesellschaft bestätigen zu lassen: "Sie können auch ein Selfie vor der Fluganzeige machen und sich einen Zeugen suchen, der ihnen später zur Not den Ausfall bestätigt."

Die Fluggastrechte im Überblick Die Europäische Union hat die Fluggastrechte in der EU-Fluggastrechteverordnung 261/2004 genau festgelegt. Darin steht:

- Wenn man zwei Wochen oder noch kurzfristiger vor Abflug erfährt, dass der Flug ausfällt, besteht ein Anspruch auf 125 bis 600 Euro Entschädigung.
- Bei Verspätungen von mehr als drei Stunden oder wenn man nicht mitfliegen konnte, steht Betroffenen eine Ausgleichszahlung bis zu 600 Euro zu.
- Die Höhe der Entschädigung hängt von der Distanz zwischen Abflug und Ankunftsflughafen ab.

Quelle: Verordnung (EG) Nr. 261/2004 des Europäischen Parlaments

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.01.2019 | 16:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden
MDR SACHSENSPIEGEL | 14.01.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2019, 13:51 Uhr

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