Seniorenpaar sitzt auf Geldscheinen, Symbolfoto
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Gehaltsgefüge So viel verdient man in der Altenpflege in Sachsen

Altenpflegerinnen und Altenpfleger haben jeden Tag viel Verantwortung und arbeiten oft mit vollem Körpereinsatz. All das erbringen sie meistens im Schichtdienst unter hohem Arbeitstempo, bei wenigen Pausen. Und der Papierkram muss auch noch erledigt werden. Spiegelt sich all das in ihren Gehältern wieder? Ein Überblick übers Gehaltsgefüge in der Branche.

Seniorenpaar sitzt auf Geldscheinen, Symbolfoto
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Das mittlere Einkommen einer Altenpflegefachkraft in Sachsen liegt bei 2.050 Euro brutto im Monat. Laut Bundesagentur für Arbeit sind das 571 Euro weniger als ihre Kollegen in den alten Bundesländern monatlich bekommen. Ein einheitliches Einkommen in der Altenpflege gibt es nicht, egal, ob Hilfskräfte oder examinierte Fachkräfte. Pauschal kann man sagen: Es kommt darauf an, wo und bei welchem Träger man lernt oder angestellt ist. Kirchliche Einrichtungen haben eigene Haustarifverträge, kommunale Träger orientieren sich an den Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes und private Unternehmen gestalten ihre Gehälter nach eigenen Gesichtspunkten.

So viel verdienen Pflege-Azubis

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Auszubildende in der Altenpflege bekommen ihre Vergütung je nach dem, bei welchen Arbeitgeber sie lernen. Auch für den Nachwuchs gibt es keinen allgemein verbindlichen Tarifvertrag. Im Vergleich zu Trägern wie der Arbeiterwohlfahrt liegen die Vergütungssätze für Pflege-Azubis im öffentlichen Dienst ab dem ersten Ausbildungsjahr über 1.000 Euro brutto.

Altenpfleger im Öffentlichen Dienst verdienen mehr

Grafik mit Beispielgehalt
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Die Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas der evangelischen und katholischen Kirche sind die größten privaten Arbeitgeber in Deutschland. Ihre Beschäftigten unterliegen einem kirchlichen Sonderarbeitsrecht. Die Gehaltstabelle lehnt sich an die Tarife des Öffentlichen Dienstes an. Dort verdienen Altenpflegekräfte aber je nach Entgeltstufe 100 bis 300 Euro brutto mehr im Monat.

Mindestlohn als Grenze nach unten

Fest steht: Es gilt ein Pflegemindestlohn in Deutschland. Seit Januar 2018 liegt er bei 10,55 Euro im Westen und Berlin und bei 10,05 Euro in Ostdeutschland. Anfang 2019 und 2020 soll er nochmals erhöht werden. In Privathaushalten hat der Gesetzgeber einen niedrigeren Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde festgelegt. "Mindestlöhne sind nur eine Grenze nach unten. Wer gut ausgebildete Fachkräfte sucht, muss mehr bieten als den Mindestlohn", meint Bundessozialministerin Andreas Nahles mit Blick auf den Fachkräftemangel.

Pflegefachkräfte: 3 Fakten aus Sachsen In Sachsen waren im Januar 2018 insgesamt 999 freie Stellen in der Altenpflege gemeldet.

Dem standen 113 arbeitslose Altenpfleger oder Altenpflegerinnen gegenüber.

Die Bewerberrelation lag bei eins zu neun, das heißt ein Bewerber konnte sich statistisch gesehen aus neun Stellen eine Altenpflege-Stelle aussuchen.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 01/2018

Quelle: MDR/kk/bg

Dieses Thema im Programm des MDR MDR AKTUELL | 06.03.2018 | 15:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2018, 15:23 Uhr

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6 Kommentare

08.03.2018 18:38 Stefan Rathmackers 6

Hallo zusammen. Klar sind Heimplätze teurer geworden. Man muss aber auch überlegen, das es gewisse Auflagen an die Heime gibt. Diese sind z. B. 80 % Einzelzimmer... 20 % dürfen noch Doppelzimmer sein. Ein Umbau und dessen Struktur kann richtig Kohle kosten. So und nun mal was zum Gehalt. Altenpflege die unter einer Kirchlichen Institution steht ist der größte beschisse überhaupt! Diakonie, Caritas, Rotes Kreuz....es ist nichts mehr Kirchlich. Allein die Unternehmensbezeichnung spielt eine Rolle.... Ich habe Altenpfleger in NRW gelernt, 2012....nun 2018 mit Weiterbildungen und viel Fleiß sind es 3500 Euro Brutto. Wer auf einer Stelle stehen bleibt ist in diesem Beruf selbst schuld...... Wer macht bitteschön eine Ausbildung in der Pflege um ewig am Bett zu stehen und Kacke Kellner zu spielen für die Gesellschaft die sich einen Dreck um dich als PFK kümmert. Selbst wenn ein Auszubildender im Öffentlichen TV gegenüber unserer Bundesmutti argumentiert ändert sich nichts. Pflege am Boden!

08.03.2018 11:03 Stefan 5

Ich habe gerade die Entgelttabelle gesehen, was man so nicht stehen lassen kann. Ich arbeite bei einem Wohlfahrtsverband in Chemnitz, wo eine Fachkraft in Vollzeit 2249 Euro im Monat verdient. Lieber mdr, bitte genau recherchieren.

[Lieber Stefan, der Artikel bezieht sich auf die Gehälter bei der Diakonie, also einem Wohlfahrtsverband als Beispiel. Es gibt natürlich noch viele andere Wohlfahrtsverbände, die alle andere Vergütungstabellen haben. Das wird auch im Artikel deutlich. Und zudem steht darin, dass der mittlere Lohn bei Pflegefachkräften in Sachsen bei 2.050 Euro liegt und die untere Grenze sogar im Mindestlohnbereich zu finden ist. Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion]

07.03.2018 23:46 Andreas 4

Das Problem ist das Altenpflege auch für Aktiengesellschaften genutzt werden um Profit zu machen. Stellen sie sich das mal bei Kindergärten vor. Also die Altenpflege dem Staat überlassen und nicht irgemdwelchen dubiosen Firmen.

07.03.2018 16:01 Chris 3

@ 1 das stimmt ein Heimplatz hatte mich vor 3 Jahren sachkundig gemacht : 1.900 .- Euro von der
Pflegekasse, seine Rente von 1.000 .- Euro dazu und 300 .- euro noch von den Angehörigen, so sieht es aus, im Monat dafür dann am Wochenende 2 Pflegekräfte elende vverdammte Sauerei , aber ich weiß wir ändern garnichts als Bürger.

07.03.2018 10:25 Fragender Rentner 2

@Bingo zu 1

Du mußt aber leider auch sehen, dass viel Pflegeheime nur auf Profit aus sind und das macht es teurer !!!

So ähnlich wie heute in der LVZ drin steht, das Venovia einen großen Gewinn gemacht hat, weil sie auch die Mieten haben steigen lassen, also der Profit muß stimmen, wie die Leute es bezahlen, ist ihnen egal !!!

07.03.2018 09:38 Bingo 1

Man gönnt den Altenpflegern mehr Geld,die Kehrseite ist aber das die Plätze im Heim teurer werden und für viele dann zu teuer.

Aus dem Pflegealltag