Verfassungsschutz: Muslimbrüder kaufen sich in Sachsen ein

Eingangsschild des Landesamtes für Verfassungsschutz Sachsen in Dresden
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Das Sächsische Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet einen zunehmenden Einfluss der radikal-islamischen Muslimbruderschaft in Sachsen. Laut Verfassungsschutz-Präsident Gordian Meyer-Plath nutzt die Bruderschaft den Mangel an Gebetsstätten in Sachsen, um ihre Vorstellung eines politischen Islams zu verbreiten und ankommende Flüchtlinge in ihre Strukturen zu integrieren. Dies geschehe über die Einrichtungen wie die Sächsische Begegnungsstätte SBS.

Der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz in Sachsen, Gordian Meyer-Plath, aufgenommen am 29.11.2012.
Der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz in Sachsen, Gordian Meyer-Plath. Bildrechte: dpa

Mit Salafismus oder islamistischem Terror habe dies aber nichts zu tun. "Das ist jenseits des Dschihadismus", sagte Meyer-Plath. "Ziel der Muslimbrüder ist die Scharia in Deutschland". Zentrale Werte der freiheitlichen demokratischen Grundordnung wie Religionsfreiheit oder Geschlechtergleichheit würden abgelehnt. Deshalb werde die Entwicklung auch vom Verfassungsschutz beobachtet.

Investitionen in ganz Sachsen

Derzeit würden massiv Gebäude aufgekauft, um Moscheen oder Begegnungsstätten für Muslime einzurichten. Geschehen sei dies unter anderem in Leipzig, Riesa, Meißen, Pirna sowie Dresden, Bautzen und Görlitz. An finanziellen Mitteln fehle es nicht, so Meyer-Plath. "Die gehen mit einem Haufen Geld durch die Lande und kaufen Liegenschaften." Von den Muslimen würden die Gebetsstätten häufig dankbar angenommen. "Viele bekommen wahrscheinlich gar nicht mit, mit wem sie es zu tun haben."

Während es im Westen Deutschlands für neu ankommende Muslime häufig Angebote mehrerer muslimischer Verbände oder Organisationen gebe, fehlten diese im Osten. "Offenbar versucht die Muslimbruderschaft, in dieses Vakuum vorzustoßen und eine Monopolstellung zu erlangen", sagte Meyer-Plath.

Begegnungsstätten weisen Vorwürfe zurück

Die SBS weist dies zurück. "Wir vertreten einen apolitischen Islam", sagte Gesellschafter Muhammed Wellenreuther. "Wir stehen zu 100 Prozent hinter den Prinzipien der Demokratie." Unter den Mitgliedern seien sowohl Vertreter eines konservativen als auch eines progressiven Islams. "Wir positionieren uns in der Mitte", so Wellenreuther. Er bestätigte, dass die SBS in Sachsen auf der Suche nach Liegenschaften vor allem in ländlichen Regionen sei, um dort Kultur- und Moscheezentren einzurichten. "Es gibt einen großen Bedarf."

Muslimbruderschaft Die Muslimbruderschaft will nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz einen islamischen Gottesstaat auf der Grundlage der Scharia errichten. Dazu soll die jeweilige Staatsmacht abgelöst werden. In der Bundesrepublik Deutschland ist die Muslimbruderschaft laut Bundesverfassungsschutz mit über 1.000 Anhängern vertreten.

Nach Angaben des Niedersächsischen Vefassungsschutzes treten die Anhänger der Muslimbruderschaft öffentlich kaum in Erscheinung. Die von der Organisation betriebenen Islamischen Zentren dienten zum einen als Veranstaltungsorte für politische Agitation. Zum anderen würden Begegnungsstätten zum gegenseitigen Austausch genutzt.

Im aktuellen Verfassungsschutzbericht des Freistaates Sachsen taucht die Muslimbruderschaft nicht auf.

Sächsische Begegnungsstätte SBS Die Sächsische Begegnungsstätte ist eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft mit Eintragung beim Amtsgericht Dresden. Geschäftsführer ist der Physiker Dr. Saad Elgazar, der auch als Vorsitzender des Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrums Dresden auftritt.

Im Internet bezeichnet sich die SBS als "multikulturelle Begegnungsstätte für alle Menschen, unabhängig ihrer Ethnie, Nationalität, Religion oder Sprache". Ziel sei es, "eine Verbindung zwischen der alteingesessenen Bevölkerung und den Migranten auf lokaler und regionaler Ebene" herzustellen und "einen aktiven Beitrag für ein besseres und friedlicheres Miteinander" zu schaffen. Man stelle sich "vorbehaltlos auf die Grundlage des demokratischen Rechtsstaates Bundesrepublik Deutschland mit all seinen Rechten und Verpflichtungen".

Über dieses Thema berichtete MDR SACHSEN auch im Radio MDR 1 RADIO SACHSEN | 04.02.2017 | Nachrichten ab 10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2017, 13:46 Uhr

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140 Kommentare

08.02.2017 12:44 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 140

Wenn man sich an einem 'verfaulten' Bruchteil seiner Kultur festklammert, den man dann als 'Lebensgrundlage' betrachtet, dann ist das sehr einfach nachvollziehbar, daß man die sogenannte 'eigene Kultur' durch andere bedroht sieht.

Wenn man sich selbst als 'Überkultur' und andere als 'Untermenschen' darstellt, dann glaubt man diesen Mist auch schnell selbst... und dann sieht man 'minderwertige Kulturen' als Gefahr für die eigene.

Ich fühle mich kulturell weder minderwertig noch großartig überlegen gegenüber anderen Kulturen... naja, bei der national-konservativen Kultur doch schon ein bissl.
Von daher habe ich auch keine Ängste oder 'Sorgen' vor fremden Kulturen.

Und wie Mediator schon anklingen ließ:
Wenn ich eine Kultur von 81 Mio. Deutschen durch eine andere Kultur von 3-4 Mio. Nasen bedroht sehe, dann scheine ich nicht viel Vertrauen in die Stärke dieser meinen Kultur zu setzen.

Deswegen begrüße ich Fremde immer wieder neugierig!

07.02.2017 21:59 Mediator 139

Es ist erstaunlich wie sich die ganze Fraktion an Kommentatoren, die sich sonst doch immer gern für direkte Demokratie ausspricht, gegen eine Einführung der Scharia sperrt!
Von was reden wir eigentlich?
Wenn rein hypothetisch im Jahr 2250 der muslimische Anteil der Bürger Sachsens die der Christen überschreitet, dann könnte tatsächlich durch eine Volksabstimmung über die Einführung der Scharia abgestimmt werden.
Wo ist das Problem wenn dass Volk es dann so will?
In den Augen mancher ist direkte Demokratie anscheinend nur legitim, wenn man dadurch die Rechte Dritter beschneiden kann, sprich wenn die so beschlossenen Gesetze einen selbst nicht tangieren.
Wer wirklich glaubt, dass in den nächsten hundert Jahren die Demografie sich so verändert, dass Muslime eine Bevölkerungsmehrheit stellen, der spinnt!
Sorgt nur immer schön dafür, dass Muslime sich nicht primär als Deutsche, Sachsen, CDUler oder SPDler fühlen können. Dann wird euer Alptraum irgendwann vielleicht sogar wahr.

07.02.2017 20:03 Eulenspiegel 138

Ja Wolfgang ich denk das unter ihren persönlichen Freunden und Bekannten sich kein einziger Moslem befindet. Ich denke sie gehören zu den Leuten die, wenn sie einen Moslem sehen, ganz schnell die Straßenseite wechseln um bloß nicht nicht einem Moslem in Kontakt zu kommen. Denn sonst würden sie nicht so einen Blödsinn schreiben. Nehmen sie einfach die banale Tatsache mal zur Kenntnis das es in der BRD seit viele Jahrzehnten Moslems gibt. Ein Teil meiner Freunde und Bekannten sind Moslems. Ich persönlich kenne keinen Moslem der aus seinen Glauben heraus Probleme mit unserem Rechtsstaat hat. Und ich habe bisher von keinem Moslem gehört der aus seinem Glauben heraus Probleme mit unserem Rechtsstaat hat. Nach ihrer Definition dürfte es das gar nicht geben. Was halten sie von dem Spruch“ Toleranz ist anderen Menschen zu gestatten anders zu sein“.

07.02.2017 18:47 Kritischer Bürger 137

@Mediator 135: Bleibe ich mal bei dem Glauben, bei der Religion. Hier gibt es Religionsfreiheit, nun dann frage ich mal: Wir hier in Deutschland haben es geschafft Glauben und Persönlichkeit zu trennen. Keiner wird gezwungen nur einen Glauben zu haben oder eben unter den Atheisten sein Leben, den Alltag zu tätigen. Was meinen Sie wie sieht es bei den Muslimen aus im Bezug auf Ungläubige? Man kann mit seinem Glauben hier gern leben nur Gerichtsbarkeiten haben nur dem Land Deutschland, in dem wir alle hier leben, zu gehören und zu folgen. Warum kann der Islam nicht wie das Christentum vor 500 Jahren sich reformieren? Stellen Sie mal eine solche Frage einem gläubigen Muslim und erwarten dann die Antwort. Ich kenne eine der Antworten, denn ich habe ja schon vor Jahren eine solche Frage gestellt. Alles gut mit der Suche nach gegenseitigen Verständnis nur in der Umsetzung stehen leider zwischen Islam und Christentum 2 Jahrtausende dazwischen wo sich kein Muslim oder der Islam reformierte.

07.02.2017 18:39 Wolfgang 136

@Mediator - "Der Artikel bezieht sich auf eine Vereinigung mit radikalen Ideen. "

Ja genau, der Artikel bezieht sich auf eine Vereinigung mit radikalen Ideen. Nun will diese Vereinigung Gebetshäuser einrichten, bauen, etc. und den hier lebenden Muslimen als solches anbieten und die Türen öffnen. Wer wird dort wohl versuchen seinen Einfluss auf "seine Gäste" auszuüben.
Warum laufen jetzt verstärkt bewaffnete Razzien der Polizei in NRW und Berlin?

"Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing"

07.02.2017 17:59 Mediator an Pieschener (129) 135

Ich gebe Ihnen völlig recht! Es darf keine Toleranz gegen Extremisten jeder Richtung von Seite des Staates geben.
Es ist verlogen so zu tun, als könne man jede Straftat eines Moslem als Beweis dafür anführen, dass diese Religion gefährlich, radikal und unzivilisiert ist.
Die gleichen Straftaten von Deutschen bezieht man nie auf die Nationalität oder Religion des Täters. Jedem ist klar, dass unter uns Deutschen Mörder, Betrüger, Kinderschänder und Gewalttäter leben und dass man leider mit einem gewissen Prozentsatz solcher Verbrecher leben muss.
Der Artikel bezieht sich auf eine Vereinigung mit radikalen Ideen. Wie selbstverständlich tun viele hier so, als ob dies die Ideen aller Muslime wären. Leider muss man sich mit solchem Unsinn auseinander setzen.
Wer würde wohl bei einem Artikel über die NPD ernsthaft behaupten wollen, dass alle Deutschen so ticken? Bei Ausländern oder fremden Religionen kann man also anscheinend jeden Mist erzählen, ohne das es viele Menschen aufregt.

07.02.2017 17:34 Kritischer Bürger 134

@Eulenspiegel-126: +...Teile des islamischen Rechtssystems (der Scharia, englisch „sharia“) stehen im Widerspruch zu den Menschenrechten. Aber nicht nur Teile des islamischen Straf- und Prozessrechts verstoßen gegen völkerrechtlich bindende Menschenrechtsverträge, sondern u.a. auch Teile des Familien- und Eherechtes....+ (Quelle IGFM.de / Scharia) Noch irgendwelche Fragen zu Ihrer Auffassung +...Also in der Scharia steht ganz klar geschrieben das jeder Moslem die Gesetze des Staates in dem er lebt zu achten hat....+ Na dann bitte mal eine Hinweis über diese Sachlage, welche Sie hier vertreten! Ihren letzten Satz in diesem Kommentar bitte erst einmal selbst nachkommen.

07.02.2017 17:21 Kritischer Bürger 133

@ Mediator 125: +…Den "normalen" Moslem erkennen Sie genauso wie sie einen normalen nicht radikalen Deutschen erkennen..+. Entweder Sie wissen nach einigen Minuten nicht mehr was Sie geschrieben haben, oder Ihre Wörter sind nicht klar genug formuliert? Also haben Sie vorab angeführte Zeilen geschrieben oder nicht? Natürlich ist es wichtig darin die Worte normal, nicht radikal zu verwenden. Im Umkehreffekt kann man also genau so gut schreiben: Den „radikalen Moslem“ erkennen Sie genau so, wie Sie einem unnormalen radikalen Deutschen erkennen. Nun dann machen Sie mal! Mit Ihnen beim VS hätte man den Anis Amri sicher nicht aus den Augen verloren! Genau wie @ Krause 117 hier in einem eigentlichen ursprünglichen bäuerlichen Reim etwas zur Kenntnis gibt. Nur man kann vieles ja ein wenig anpassen, in der Hoffnung die Anderen wissen es nicht, wo Ursprung und Herkunft liegt! Nur leider ist es nicht immer so! *** Mal sehen was hier aus diesen und den folgenden Kommentaren von heute wird!

07.02.2017 17:19 Kritischer Bürger 132

@Mediator 116: +...@114: Was juckt es Sie, dass radikale Gruppe radikale Forderungen aufstellen? Manche Rassekrieger und Völkischen fordern ja auch, dass Deutsche nur mit Deutschen poppen sollen. Glauben Sie das wird mal gesellschaftlicher Konsens? Ich nicht! ..+ Also Scharia und poppen werden bei Ihnen in einen Topf geworfen! Danke das bestätigt meine Annahme aus vielen Ihrer Kommentare zu Ihrer persönlichen Einstellung!
** Das waren gestern zwei meiner vier Kommentare (die anderen beiden wurden ja veröffentlicht) und wenn ich vergleichen würde dann wüsste ich was ich davon zu halten habe.

07.02.2017 17:17 Kritischer Bürger 131

@Mediator 116: Meine beiden Kommentare hier vor Kom.113 bezüglich der Muslimbrüder wurden leider nicht veröffentlicht obwohl man den Inhalt meiner Kommentare unter Wikipedia org. nachlesen kann. Kann aber auch sein das es eben das positiv zu bildende Bild in dieser Gesellschaft nicht "ankratzen will" oder wikipedia sind keine Wahrheiten oder zuletzt eine persönliche Auffassung eines Mitarbeiters passt nicht zu diesen von mir angeführten Fakten. Demnächst werde ich mal die Quellen mit aufführen. Man muss nur richtig eingeben um an diese Ausführungen zu kommen.**Ansonsten haben Sie wie immer nur eine ausweichende Antwort zur Fragestellung gegeben.WARUM?Gehen Ihnen bei konkreten Fragen die Argumente aus?Wollen Sie sich nur nicht eingestehen das auch andere mal zutreffende Antworten nicht bestätigt und meint das damit die Sache als geklärt anzusehen ist.Ich halte es dann immer so: Keine konkrete Antwort auf konkrete Fragen stimmt man meiner Antwort eben zu! Danke!