Anfrage der Linken Sachsen rüsten bei Schusswaffen weiter auf

Der Trend hält in Sachsen an: Immer mehr Bürger besorgen sich Schusswaffen und Waffenscheine. Die Linke im Landtag ist besorgt und fordert schärfere Gesetze und mehr Kontrollen.

In Sachsen gibt es immer mehr Schusswaffen. Es werden auch immer mehr Waffenscheine oder eine entsprechende Erlaubnis bei den Behörden beantragt und erteilt. Wie der Linken-Landtagsabgeordnete Enrico Stange MDR SACHSEN sagte, waren Ende Juni fast 166.000 Waffen registriert. Ein halbes Jahr zuvor seien es rund 15.000 weniger gewesen. Allerdings gelangten davon nur rund 4.800 in private Hände. Die restlichen Waffen seien im Besitz von Händlern, seien ins Ausland ausgeführt oder vernichtet worden. Stange hatte mehrere parlamentarische Anfragen gestellt.

Der Großteil der Waffen in Privatbesitz in Sachsen seien Repetierer (Nachlader) und halbautomatische Schusswaffen, erklärte Stange unter Berufung auf das Innenministerium. Das sei besorgniserregend. "Hier scheinen irrationale Ängste und die Verrohung in der Gesellschaft ihren Niederschlag zu finden, so Stange. Auch die Zahl der Waffenbesitzer nahm demnach zu.

Stange: Zu wenig Personal - zu lasche Kontrollen

Der Linken-Politiker kritisierte, dass keine Konsequenzen aus der Entwicklung gezogen würden. Das Waffenrecht müsse verschärft werden, sagte Stange im Interview bei MDR SACHSEN.

Enrico Stange, Kandidat Landratswahl Landkreis Leipzig
Bildrechte: Enrico Stange

Man muss zuhause keine Schreckschusspistole haben, auch keine scharfe Waffe. Das gilt auch für Sportschützen und Jäger. Die Waffen gehören in entsprechende Waffenkammern und müssen intensiv kontrolliert werden.

Enrico Stange, Fraktion Die Linke in Sachsen

Auch die Stellen bei den Kontrollbehörden in den Kreisen und kreisfreien Städten müssen nach Stanges Einschätzung aufgestockt werden. Es gebe in Sachsen insgesamt 33 Behördenmitarbeiter. Diese hätten im vergangenen Jahr knapp 1.300 Kontrollen bei Waffenbesitzern durchgeführt, in diesem Jahr bisher 390.

Kurios sei dabei, dass im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ein Mitarbeiter 2017 allein 634 Kontrollen zur Aufbewahrung von Waffen und über 1.000 Kontrollen zur waffenrechtlichen Zuverlässigkeit vorgenommen habe. Der Linke-Politiker wertet dies aber nicht als besonderen Fleiß des Mitarbeiters. Er bezweifelt vielmehr, dass ein einzelner Mitarbeiter die Arbeit mit der nötigen Sorgfalt schaffen könne: "Wir müssen genauer hingucken, wie gearbeitet wird. Wir müssen das Personal aufstocken, um diese Behörden arbeitsfähig zu halten."

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.07.2018 | 12:00 Uhr in den Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2018, 15:18 Uhr

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18 Kommentare

01.08.2018 19:47 Eulenspiegel 18

Hallo Wolfgang Nawalny 17
Ich zitiere sie noch ein mal:
„Einbruchskriminalität kann wirklich zeitnah von der Polizei nicht bedient werden, die Täter sind über alle Berge und kommen nachtens wieder. Die Polizei ist unterbesetzt.“
Die Frage ist doch: Was nützt ihnen eine Schusswaffe im Schrank wenn bei ihnen eingebrochen wird wenn sie gar nicht zuhause sind?
Ich denke da bringt eine gute Alarmanlage und spezielle Sicherheitstüren-und Fenster mehr. Aber ich denke ihnen geht es gar nicht um mehr Sicherheit ihnen geht es um die Schusswaffen. Die angleichen Sicherheitsrisiken sind für sie nur eine Arumentationshilfe.

01.08.2018 14:46 Wolfgang Nawalny 17

@Eulenspiegel - "Also ich denke für die Sicherung seines Eigentums ist doch jeder zuerst ein mal selbst verantwortlich. Denn gerade im mittelständigen Bereich, dort wo die Leute ein schönes kleines Häuschen habe glauben sie die alten Schlösser aus DDR Zeiten sind noch gut."

Sie unterstellen also, dass die Einbruch- und Diebstahlbetroffenen noch 30 Jahre alte Schlösser verbaut haben und somit selbst Schuld sind, wenn sie ausgeraubt, bestohlen und auf Sachschäden sitzen bleiben. Glauben Sie, dass jedes Dorfanwesen und jedes Eigenheim wie eine Burg gesichert werden soll?

"Also ich denke für die Sicherung seines Eigentums ist doch jeder zuerst ein mal selbst verantwortlich ... " Dann müssen Sie die selbst ergriffenen Maßnahmen in der von Ihnen genannten "Selbstverantwortung" auch hinnehmen.

Wenn der Staat oder besser gesagt das derzeitige Personal seine Bürger nicht mehr schützen kann oder schützen will, dann sollte sich das Wahlvolk neues Personal beschaffen.

01.08.2018 14:14 Eulenspiegel 16

Hallo Skywalker 15
„Von Polizei und Justiz ist ja nichts mehr zu erwarten, also schützt man sich selbst oder riskiert sein Leben....“
Also dies kann ich durch eigene Erfahrung so nicht bestätigen. Darum sollten sie diese Behauptung mal differenziert erklären und belegen.

01.08.2018 07:13 Skywalker 15

"Also ich denk das keine Privatperson in Deutschland eine Schusswaffe benötigt." Falsch! Genau das Gegenteil ist der Fall. Von Polizei und Justiz ist ja nichts mehr zu erwarten, also schützt man sich selbst oder riskiert sein Leben....

01.08.2018 06:43 Rennstädter 14

Die Ideen die Herr Stange hier bezüglich der Waffenaufbewahrung entwickelt wurden von Legalwaffenbesitzern schon x-mal diskutiert. Schießstände befinden sich in der Regel am Rande bzw. außerhalb von Wohngebieten, hier die Waffen eines Vereins zentral zu lagern wie es Herr Stange möchte - ein gefundenes Fressen für jeden „bösen Buben „ der sich eine Waffe, bei freier Auswahl, verschaffen möchte.
Ich bin Sportschütze und ich möchte nicht das Jeder X-beliebige in einen zentralen Waffenlager Zugriff auf meine Waffen hat, für die ich das Geld Groschen für Groschen mühsam zusammen gespart habe
Was die Jäger betrifft, möchte es Herr Stange wieder so habe wie in der DDR wo nur Wenige handverlesene ein Jagdwaffe besessen hatten. Der große Rest der Jäger dürfte sich eine Jagdwaffe auf dem Volkspolizeikreisamt abholen und sie nach der Jagd wieder zuzurück bringen.

31.07.2018 23:09 Eulenspiegel 13

Hallo Wolfgang Nawalny 11
„Einbruchskriminalität kann wirklich zeitnah von der Polizei nicht bedient werden, die Täter sind über alle Berge und kommen nachtens wieder. Die Polizei ist unterbesetzt.“
Also ich denke für die Sicherung seines Eigentums ist doch jeder zuerst ein mal selbst verantwortlich. Denn gerade im mittelständigen Bereich, dort wo die Leute ein schönes kleines Häuschen habe glauben sie die alten Schlösser aus DDR Zeiten sind noch gut.
Ich denke Jäger und Sportschützen benötigen die Waffen nicht für ihre Sicherheit und sie sind an der Waffe ausgebildet.

31.07.2018 19:41 Wolfgang Nawalny 12

@Eulenspiegel 10 - Was hier "die Sicherheit unkalkulierbar" werden lässt, ist doch ein ganz anderer und nicht die privaten Waffen von Bürgern, Jägern und Sportschützen.

31.07.2018 18:49 Wolfgang Nawalny 11

@Sven Illert - "Selbstjustiz ist ein Sargnagel der friedlichen Gesellschaft und wer sich unsicher oder bedroht fühlt, sollte die Polizei rufen."

Ihr Satz ist Satire, Halbwahrheit oder aus dem Wolkenkuckucksheim.
Gerade in Sachsen / Ost-Sachsen ist die Grenzkriminalität sehr hoch, jede Nacht ist die Lokalpresse voll damit und ich denke es sind nur ausgewählte Fälle ...
Einbruchskriminalität kann wirklich zeitnah von der Polizei nicht bedient werden, die Täter sind über alle Berge und kommen nachtens wieder. Die Polizei ist unterbesetzt.

Es ist kein "Gefühl" wie Sie so schön verharmlosen sondern Fakt.

Sie schreiben "friedliche Gesellschaft" - sind wir das noch ?

31.07.2018 18:19 Eulenspiegel 10

Also ich denk das keine Privatperson in Deutschland eine Schusswaffe benötigt. Und, man kann es in Amerika sehen, das gerade diese Personen, die meinen zu ihrer Sicherheit eine Schusswaffe zu benötigen, auch in der Regel den größten Unheil damit anrichten. Somit wird durch mehr Schusswaffen in privater Hand die Sicherheit nicht erhört. Ganz im Gegenteil werden unkalkulierbar.

31.07.2018 17:31 Ich 9

Ah also dürfen die Jäger in Sachsen darauf hoffen das sie wieder normale Blechschränk mit Schwenkriegelschloß nehmen dürfen. So sah die Waffenaufbewahrung in der DDR nämlich aus. Zentral war da für Jäger gar nix die Waffen wurden durchgetauscht und wer eine hatte hatte sie zu Hause.

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