Geschädigte Wälder Schäden durch Borkenkäfer in Sachsen auf Rekordniveau

Ein Borkenkäfer kriecht über eine befallene Fichte
Weibliche Borkenkäfer fressen Gräben durch die Rinde und das Holz von Bäumen, um dort ihre Eier abzulegen. (Symbolbild). Bildrechte: dpa

Die Schäden durch den Borkenkäfer in Sachsens Wäldern sind im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gestiegen. Wie Forstminister Wolfram Günther (Grüne) mitteilte, sind damit seit Oktober 2017 fast 8,5 Millionen Kubikmeter an Schadholz angefallen. Rund die Hälfte davon entfalle auf Schäden durch Borkenkäfer, der Rest auf Sturm- und Schneebruchschäden. Mehr als 56.000 Hektar Wald, und damit mehr als zehn Prozent der Gesamtwaldfläche, seien damit geschädigt, so Günther.

Weiteres Jahr mit Rekordschäden

Laut Wolfram Günther ist das Jahr 2020 das zweite Jahr in Folge mit Rekordschäden im Wald. Dürre, Borkenkäfer, Stürme und Spätfröste gingen an die Substanz der sächsischen Wälder und bedrohten ihre Bedeutung für Artenvielfalt und Erholung, als Wasserspeicher und Nutzforst.  

Unsere Antwort lautet: entschlossenes Vorgehen gegen die Ausbreitung des Borkenkäfers, unbürokratische Unterstützung der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, unter anderem mit unserer neuen Förderrichtlinie Wald und Forstwirtschaft und beschleunigter Waldumbau zu artenreichen, strukturreichen, altersgemischten und klimastabilen Wäldern.

Der sächsische Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Wolfram Günther (Grüne), spricht auf der 53. Landesversammlung der sächsischen Grünen.
Nach Angaben Günthers setze man vermehrt auf Naturverjüngung, also der Fähigkeit des Waldes, sich selbst zu regenerieren. Bildrechte: dpa

Auch die intensiven Kontrollen auf frischen Borkenkäferbefall trügen laut Günther ihren Teil dazu bei, den befürchtet exponentiellen Anstieg an Schadholz zu verhindern. Befallene Bäume müssen demnach unverzüglich gefällt werden. Ohne schnelles Handeln könne sich der Borkenkäfer schnell ausbreiten und zu einem flächigen Sterben ganzer Waldgebiete führen. Nachholbedarf bestünde weiterhin bei der Sanierung von privaten Waldstücken, so Günther.

Regionen unterschiedlich stark betroffen

Borkenkäfer am Czorneboh
So sieht ein vom Borkenkäfer befallener Baum von innen aus. (Archivbild). Bildrechte: MDR

Die Schäden verteilen sich laut Wolfram Günther unterschiedlich auf die Regionen in Sachsen. Insbesondere im Mittleren Erzgebirge, im Osterzgebirge und in der Sächsischen Schweiz, im Oberlausitzer Bergland sowie im Zittauer Gebirge seien stark steigende Schadholzmengen bei Fichten zu verzeichnen. Schwerpunktgebiet der Schäden an Kiefer und Lärche bliebe Nordwest-Sachsen, die größere Zunahme sei aber in Ostsachsen zu verzeichnen. Eine deutliche Zunahme der Schäden ist im Vergleich zu den Vorjahren bei Laubbaumarten zu beobachten, so Günther.

Warum so viel Schadholz? Neben den verheerenden Sturmschäden ist das historische Ausmaß der Schäden insbesondere auf die Aufeinanderfolge von drei Trockenjahren zurückzuführen. Nach den Messergebnissen der sächsischen Waldklimastationen ist 2020 bislang zwar deutlich mehr Niederschlag gefallen als im extremen Dürrejahr 2018, aber immer noch weniger als im langjährigen Durchschnitt und auch im Vergleich zu 2019. Die Waldböden sind tiefgreifend ausgetrocknet. Den Waldbäumen fehlen Wasserreserven in tieferen Bodenschichten. Durch die Trockenheit bleiben sie weiter anfällig gegenüber Insektenbefall.
Quelle: Sächsisches Umweltministerium

Quelle: MDR/kh

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