Ein Schild weist Waldbrandgefahrenstufe 5 aus.
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25.06.2019 | 14:56 Uhr Extreme Dürre: Sachsen droht hohe Waldbrandgefahr

Die Hitze kriecht dieser Tage nicht nur in die sächsischen Wohn- und Schlafzimmer, sondern setzt den Wäldern extrem zu. Der Sachsenforst spricht von einer angespannten Situation, die sich in den kommenden Tagen sogar noch zuspitzen wird.

Ein Schild weist Waldbrandgefahrenstufe 5 aus.
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Ein kaltes Eis, die Vorhänge zuziehen oder ins Freibad gehen - wir Menschen haben viele Möglichkeiten, uns die heißen Tage erträglicher zu machen. Für die Natur gilt das nicht. Die Hitze und die anhaltende Trockenheit setzen den sächsischen Wäldern im Moment extrem zu. In der aktuellen Hitzeperiode hat der Landkreis Nordsachsen bereits die höchste Waldbrandwarnstufe V ausgerufen.

Die Wälder sind sachsenweit ausgetrocknet

Doch die Situation ist landesweit problematisch, sagt Renke Coordes vom Sachsenforst. "Aktuell haben wir mehrheitlich eine hohe Waldbrandgefahr, vor allem in den nördlichen Regionen sowie in Teilen des Vogtlandkreises. Selbst in den Mittelgebirgslagen gilt eine mittlere Gefahrenstufe." Besserung sei zunächst nicht in Sicht. Im Gegenteil, die Lage wird sich am Mittwoch weiter verschärfen. "Dann haben wir im gesamten nordsäschischen Raum, Ost wie West, die höchste Waldbrandgefahrenstufe prognostiziert und für alle anderen Teile zumindest eine hohe Waldbrandgefahr."

Bei dieser Lage handle es sich schon um eine außergewöhnliche Situation, erklärt Coordes MDR SACHSEN. Zum Wochenende hin könnte die Waldbrandgefahr sinken. Das hänge allerdings entscheidend davon ab, ob und wo es regnet.

Kein Regen in Sicht

Schon an der Frage ob es regnet, könnte es scheitern, sagt Antje Khamis aus dem MDR-Wetterstudio. "Für Sachsen sind die Aussichten für Niederschläge bis zum Ende der Woche ziemlich schlecht. Es könnte einzelne Hitzegewitter geben, die dann allerdings sehr punktuell ausfallen und somit nur sehr lokal Entlastung bringen."

Eine besorgniserregende Vorstellung für Frieder Voigt von der Forstbehörde Nordsachsen. "Unsere Wälder sind derzeit voller Brennholz aufgrund vergangener Stürme. Alles was da liegengeblieben ist und jetzt aufgrund der Sonnenintensität vertrocknet, ist natürlich zündbereites Holz." Um sich gegen die drohende Brandgefahr zu wehren, arbeiten die Nordsachsen mit Feuerwachtürmen. Hochauflösende Kameras scannen die Waldumgebung ab und können so bereits auf entstehende Feuer aufmerksam machen. "Wir können auf 10 Kilometer Felder von 10 mal 10 Meter identifizieren. Gibt das System eine Warnung aus, müssen unsere Forstwirte identifizieren, ob es sich wirklich um ein Feuer oder etwa um einen staubenden Traktor handelt."

Der Mensch ist die größte Gefahr

In Sachsen gibt es 31 Regionen, für die ein tagesaktueller Waldbrandgefahren-Index errechnet wird. In die Berechnung fließen Faktoren wie Temperatur, Verdunstung, Niederschläge, Bodenfeuchte und Windgeschwindigkeit ein. Bei den höchsten Gefahrenstufen IV und V dürfen die Landkreise und kreisfreien Städte Verbote verhängen. Etwa, dass die Waldwege nicht mehr verlassen werden oder die Wälder überhaupt nicht mehr betreten werden dürfen. Das ist aktuell in Nordsachsen der Fall.

Schließlich sei der Mensch der häufigste Auslöser für Waldbrände. "Grundsätzlich gilt unabhängig von den Gefahrenstufen, dass der Umgang mit offenem Feuer im Wald und in der Nähe von Wald grundsätzlich das ganze Jahr über verboten ist. Das betrifft Lagerfeuer, das Grillen, aber auch das Rauchen im Wald", sagt Renke Coordes vom Sachsenforst. Selbst aus dem Autofenster geworfene Zigaretten könnten einen Waldbrand auslösen.

Quelle: MDR/cg/gb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.06.2019 | 06:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Regionalstudio Leipzig

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