08.04.2020 | 16:43 Uhr | Update Hohe Brandgefahr in Sachsens Wäldern

Die Brandgefahr in Sachsens Wäldern steigt. In allen nördlichen Gebieten Sachsens einschließlich Dresden wurden am Mittwoch die zweithöchste Waldbrandwarnstufe 4 ausgerufen. Hier ist das Betreten des Waldes abseits der öffentlichen Wege und Straßen verboten.

Keine Entspannung für das Osterwochenende

Im nördlichen Teil des Landkreises Bautzen ist die Gefahr eines Waldbrandes sogar sehr hoch (Stufe 5). In allen übrigen Regionen gilt die mittlere Waldbrandwarnstufe 3. Auf der Gefahrenkarte des Staatsbetriebs Sachsenforst sind alle aktuellen Einstufungen zu finden. Die aktuelle Prognose lässt auch für das Osterwochenende keine Entspannung erkennen.

Jahrelange Dürre verstärkt Waldbrandgefahr

"Die Dürre seit 2018 macht die Situation ungünstig für die Wälder", erklärt Andreas Marx, Leiter des Mitteldeutschen Klimabüros. "Das Problem ist, dass der Boden tiefgründig über lange Zeit ausgetrocknet ist", sagt er. "Viele Bäume sind noch unterversorgt mit Wasser." Auch die letzten Niederschläge hätten nicht ausgereicht. Wenn Waldbrände ausbrechen, sind diese laut Marx schwerer unter Kontrolle zu bekommen.

Um die Dürresituation zu entspannen, bräuchte es drei Wochen Dauerregen bei Temperaturen von deutlich unter 20 Grad. "In den roten Bereichen bräuchten wir ehrlicherweise aber eher sechs Wochen durchgängigen Regen", so Marx.

Wir brauchen das April-Schmuddelwetter, das eigentlich niemand will.

Andreas Marx Leiter des Mitteldeutschen Klimabüros.

Warnstufe 4 im Forstbezirk Dresden

Auch im Forstbezirk Dresden herrscht die Warnstufe 4. "Die Niederschläge vom Februar und März haben sich nur sehr wenig ausgewirkt auf die Bodenfeuchte", erklärt Markus Biernath vom Forstbezirk Dresden.

Die Spuren eines Schwelbrandes durch eine Zigarette, der zum Glück glimpflich verlaufen ist, zeigt Forstbezirksleiter Markus Biernath im Moritzburger Wald.
Bildrechte: MDR/Monika Werner

Es ist maximal in den obersten Zentimetern feucht, aber dann herrscht weiterhin Trockenheit und Dürre in den unteren Bodenschichten.

Markus Biernath Forstbezirk Dresden

Dass bereits jetzt im zeitigen Frühjahr Waldbrandgefahr ein Thema ist, sei normal, so Biernath. In den Jahren zuvor habe man allerdings Schneedecken bis in die erste Märzhälfte hinein gehabt. Das fehle jetzt. "Und wenn dazu noch eine stabile Hochdrucklage kommt, so wie jetzt, mit sehr trockener Luft, ist natürlich der Wald sehr trocken", sagt Biernath.

Waldbrände in Aue-Bad Schlema und Hoyerswerda

Am Montag hat es in Aue-Bad Schlema bereits den ersten größeren Waldbrand des Jahres gegeben. Im Wald an der Hakenkümme hat es auf einer Fläche von 500 Quadratmetern gebrannt, so Einsatzleiter Frank Georgi von der Feuerwehr Aue. Im Einsatz waren 35 Einsatzkräfte mit sechs Fahrzeugen der Feuerwehr und Polizei. Die aktuelle Waldbrandstufe für Aue ist die 3.

Quelle: MDR/al/kw

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.04.2020 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Dresden

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