21.05.2020 | 11:15 Uhr Waldmeistersirup - frische Geschmacksnote für den Mai

Wonnemonat Mai - viele Pflanzen stehen in voller Blüte. Das sollten wir feiern. Am besten mit Wein-Bowle, verfeinert mit Waldmeistersirup. Wir erklären das Geheimnis des Rezepts und räumen mit Mythen rund um Waldmeister auf.

In einem Getränkeglas steckt ein grünen Zweig.
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Rezept für Waldmeistersirup

Zutaten:

40 g frische Waldmeisterblätter (ohne Blüten)
700 ml Wasser
400 g Zucker
1 Bio-Zitrone

Zubereitung:

  • Waldmeisterblätter waschen, 1 bis 2 Tage auf Papier trocknen, welken lassen, damit der Aromastoff Cumarin hervortritt
  • Sobald der Waldmeister getrocknet ist, Wasser und Zucker aufkochen, bis der Zucker gelöst ist (sollte dickflüssig wie Sirup sein)
  • Sirup auf ca. 40 Grad abkühlen lassen
  • Getrocknete, welke Waldmeisterblätter und die in Scheiben geschnittene Bio-Zitrone in den Topf geben, umrühren, abdecken und drei Tage ziehen lassen, einmal täglich umrühren.
  • Dann Waldmeister und Zitrone entfernen, nochmals aufkochen.
  • Jetzt kann der heiße Sirup in saubere, ebenfalls heiß ausgespülte Flaschen abgefüllt werden.
  • Wer das kräftige Grün mag, kann mit Lebensmittelfarbe nachhelfen (denn ohne bleibt der Sirup eher klar oder hellgrün)

Waldmeister-Sirup kann Weinbowle verfeinern, Sekt, Berliner Weisse oder auch Cocktails. Kinder lieben ihn verdünnt mit Wasser.


Was sollte man über den Waldmeister wissen? MDR SACHSEN hat bei Kräuterexpertin Koreen Vetter nachgefragt:

Kann man Waldmeister selbst im Garten anbauen?

Koreen Vetter:
Waldmeister lässt sich sehr gut kultivieren. Es reicht, wenn man eine kleine Staude beim Gärtner holt, denn Waldmeister vermehrt sich wunderbar. Er hat jetzt gerade Blütezeit. Es ist die beste Zeit für Waldmeister- oder auch Mai-Bowle.

Wird schon während der Blüte geerntet?

Ja, jetzt wird Waldmeister geerntet. Bei Obstbäumen ist das anders, als bei Kräutern. Kräuter sind in der Blüte reif.

Waldmeister auf einer Wiese
Frisches Grün: Waldmeister ist eine wunderbare Mai-Pflanze Bildrechte: imago images / blickwinkel

Was bedeuten die weißen Punkte auf den Blättern der Waldmeisterpflanze?

Die Punkte auf den Blättern sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die bei der Chlorophyll- und Zellatmung der Pflanze helfen. Das gesamte Blatt kann problemlos verarbeitet werden.

Viele Jahre lang hieß es: Waldmeister ist giftig. Stimmt das?

Nein, das stimmt nicht. Waldmeister hat sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, das sogenannte Cumarin, das ist ein Bitterstoff, der bei längerer Einnahme oder wenn er zu lange in der Bowle zieht, Kopfschmerzen verursachen oder etwas auf den Magen schlagen kann. Nicht die Masse, sondern in Maßen ist Waldmeister zu genießen.

Waldmeister ist ein schöner Einstieg in den Frühling.

Kräuterexpertin Koreen Vetter aus dem Kloster Altzella

Wie ist Waldmeister zu verarbeiten?

Kurz nach der Ernte soll man ihn anwelken. Das bedeutet, dass man ihn kurz liegen lässt. Wenn er angewelkt ist, gibt er seine Inhaltsstoffe noch besser frei und dann darf er zum Beispiel in die Bowle.

Kann man Waldmeister trocknen, falls man ihn erst später braucht?

Das ist schwierig. Er hat flüchtige Inhaltsstoffe, so dass er für die Trocknung nicht gut geeignet ist.

Was kann Waldmeister noch?

Er wirkt gut auf unser Verdauungssystem und verhindert Blähungen. Man könnte ihn auch als Tee einsetzen oder als Fassbrause trinken.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN Das Sachsenradio | 21.05.2020 | 10:00 - 12:00 Uhr