02.07.2020 | 12:55 Uhr Regionale Unterschiede bei Waldschäden in Sachsen

Sachsens Wälder stehen durch die anhaltende Trockenheit erheblich unter Stress. Die Abwehrkräfte der Bäume werden außer Kraft gesetzt, Schädlinge haben leichtes Spiel. Betroffen sind laut Sachsenforst alle Baumarten. Es gebe aber regionale Unterschiede, so Landesforstpräsident Utz Hempfling.

Bei einem Krisentreffen am Mittwoch haben die sächsischen Forstbehörden eine aktuelle Bestandsaufnahme des Zustandes der sächischen Wälder zusammengetragen und über Maßnahmen beraten. "Die Situation ist besorgniserregend", sagte Landesforstpräsident Utz Hempfling.

Vor allem Fichten betroffen

Vor allem die Fichte sei von den Schäden betroffen. Seit 2017 entfielen alleine auf die häufigste Baumart in Sachsens Wäldern rund zwei Drittel der insgesamt über sieben Millionen Kubikmeter Schadholz, heißt es in einer Mitteilung des Sachsenforstes. Hauptproblem sei hier der Borkenkäfer, dessen Vermehrung sich auch in diesem Jahr "trotz intensiver Gegenmaßnahmen" fortsetze. Schwerpunkte der bisherigen Schäden lägen im Oberlausitzer Bergland, in der Sächsischen Schweiz und in Mittelsachsen.

Keine Wasserreserven

Auch Kiefern, Lärchen, Buchen oder Birken zeigten insbesondere in den nördlichen Gebieten Sachsens deutliche Krankheitssymptome und Absterbe-Erscheinungen. Die sandigen Böden im Norden Sachsens könnten die ohnehin schon geringen Regenmengen kaum speichern. Hinzu komme, dass die Grundwasserspiegel in den vergangenen Jahren drastisch gesunken seien, so dass Wasserreserven für die Bäume nicht zur Verfügung stünden, so Hempfling.

Monokulturen begünstigen Baumsterben

Die Schäden seien "dort am folgenreichsten, wo Mischbaumarten oder junge Bäume im Unterstand" fehlten. Hier würden Kahlflächen entstehen, die wichtige Waldfunktionen wie den Hochwasser- und Erosionsschutz nicht mehr garantierten. Besonders anfällig und gefährdet zeigten sich "Reinbestände, in denen nur Bäume derselben Art und desselben Alters wachsen". Durch den erfolgreichen Waldumbau der vergangenen Jahrzehnte wachse in Sachsen aber vielerorts "bereits der stabile Wald der Zukunft heran", betonte Hempfling. Man wolle und werde im Freistaat "die Wiederbewaldung und den Waldumbau hin zu stabilen und vielfältigen Mischwäldern weiter vorantreiben."

Quelle: MDR/rad

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.07.2020 | 09:33 Uhr

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