Tarifkonflikt Wieder Warnstreiks bei der Post in Sachsen

Mitarbeiter der Deutschen Post in Dresden streiken.
Bereits vor einer Woche gab es in Sachsen ebenfalls Warnstreiks bei der Post. Bildrechte: Tino Plunert

In Sachsen haben am Freitagmorgen rund 300 Mitarbeiter der Deutschen Post die Arbeit niedergelegt. Das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Sie hat im Tarifkonflikt mit dem Konzern bundesweit zu erneuten Warnstreiks am Freitag und Sonnabend aufgerufen.

Schwerpunkt Ostsachsen

Wie Gewerkschaftsvertreter Normen Schulze sagte, liegt in Sachsen der Schwerpunkt der Aktionen am Freitag in den Regionen Dresden, Bautzen und Görlitz. Dort seien Brief- und Paketverteilzentren sowie Zustellstützpunkte betroffen. Im Tagesverlauf sollten sich weitere Beschäftigte dem Warnstreik anschließen. Verdi geht davon aus, dass aufgrund der Aktion zahlreiche Briefe und Pakete erst kommende Woche zugestellt werden.

Hintergrund der Aktion sind die laufenden Tarifverhandlungen für bundesweit rund 140.000 Postmitarbeiter, darunter etwa 1.200 in Sachsen. Verdi fordert für sie ein Lohnplus von 5,5 Prozent sowie für Auszubildende und Studenten 90 Euro mehr im Monat. Die Deutsche Post hat den Angaben zufolge bisher 1,5 Prozent mehr Gehalt in Aussicht gestellt.

Wir wollen unserer legitimen Forderung nach einem deutlichen Plus bei den Einkommen noch einmal Nachdruck verleihen.

Normen Schulze Verdi-Gewerkschaftssekretär im Bereich Postdienste, Spedition und Logistik für den Landesbezirksfachbereich Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Verdi fordert mehr als nur Lob

Schulze erklärte, der Konzern müsse seinen Lobesliedern und Beifallsbekundungen für die Leistungs- und Einsatzbereitschaft der Postlerinnen und Postler in der Corona-Krise nun ordentliche Lohnprozente folgen lassen. Er verwies auf die guten Geschäftszahlen für diesen Zeitraum. Mit einem Umsatz- und Gewinnplus im zweiten Quartal dieses Jahres sei Deutsche Post DHL eine klare Krisengewinnerin.

Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Post und Verdi beginnt am kommenden Montag.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.09.2020 | 05:00 Uhr in den Nachrichten

1 Kommentar

Willow vor 6 Wochen

Manchmal fehlen einem die Worte.

Natürlich ist es nachvollziehbar, dass die Kollegen*innen eine entsprechende Entlohnung bekommen sollen und auch eine Anhebung finde ich prinzipell für richtig. Aber was mich persönlich wirklich stört, ist die Art und Weise. Wenn die Arbeitgeber aus dem Tarifvertrag aussteigen gibt es keine Erhöhung, das ist "guter Wille" des Unternehmens. Wäre es nicht auch mal genauso richtig für diejenigen in kleinen Betrieben ohne Tarifbindung zu kämpfen. Fahrer von Subunternehmern der Post bekommen meist nur einen Hungerlohn und müssen ackern ohne Ende. Und wehe man ist mal krank, dann bekommt man gleich die Kündigung.

Ich möchte einmal einen Streik vor einem kleinem Unternehmen sehen, Medial begleitet.
Versucht doch dort mal die Bedingungen zu verbessern. Bei den großen Unternehmen ist doch die Außenwirkung einfacher. Dort wird doch prinzipiell schon viel besser verdient.

Sorry :-/

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