Die Talsperre Cranzahl zu einer zeit, als sie besser gefüllt war Bildrechte: dpa

31.01.2020 | 17:25 Uhr

Wassermangel: Sachsens Umweltminister sieht "ernste Lage"

Stand: 31. Januar 2020, 17:24 Uhr

Sachsen macht die anhaltende Trockenheit zunehmend zu schaffen. Umweltminister Wolfram Günther erklärte bei einem Besuch der Talsperre Cranzahl im Erzgebirge, die aktuelle Lage sei sehr ernst. "Helfen würden nur überdurchschnittliche Niederschläge in den kommenden Wochen." Wenn es weiterhin so trocken bleibe, habe man spätestens im Frühsommer Niedrigwasser, das noch kritischer als 2018 oder 2019 ausfallen könne.

Wasserversorgung nicht gefährdet

Nach Angaben des Ministeriums sinken seit Jahresbeginn die Pegel von Flüssen und Talsperren. Zudem seien die Böden deutlich zu trocken, die Grundwasserstände lägen vielerorts unter den langjährigen Monatsmittelwerten. An der Talsperre Cranzahl musste am Donnerstag der Abfluss in den Lampertsbach eingestellt werden. Dort ist der Wasserstand auf 52 Prozent gesunken, der Inhalt beträgt noch 1,5 Millionen Kubikmeter. Eine akute Bedrohung der Wasserversorgung bestehe jedoch nicht.

Im Durchschnitt sind die 23 Trinkwasser-Talsperren nach Angaben des Ministeriums zu 73 Prozent gefüllt, die größte Talsperre in Eibenstock mit 78 Prozent. Dort stehen aktuell mehr als 50 Millionen Kubikmeter Wasser zur Verfügung.

Wassermangel hat Waldschäden mit verursacht

Der Wassermangel gilt auch als eine der Ursachen für die dramatischen Schäden in sächsischen Wäldern. Denn die Bäume verlieren so an Widerstandskraft und können nicht mehr ausreichend Harz zur Abwehr von Schädlingen wie dem Borkenkäfer produzieren. Am vergangenen Sonnabend hatte die sächsische Regierung beschlossen, rund 52 Millionen Euro für die Bewältigung der Schäden bereitzustellen.

Der aktuelle Bericht zum Wasserhaushalt des sächsischen Landesumweltamts verzeichnet seit Jahresbeginn zwischen 29 und 47 Prozent weniger Regen und Schnee als im langjährigen Durchschnitt. Auch der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig zeigt nach wie vor eine außergewöhnlich starke Bodentrockenheit für weite Teile Deutschlands.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSENMDR SACHSENSPIEGEL | 31.01.2020 | 19:00 Uhr

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