Wettervorhersage Wetterbauer Uebel: "Für mich wird der September ein Altweibersommer"

Wetterbauer Rolf-Eckart Uebel hat wie immer zu Beginn des neuen Monats seine Wetter-Unterlagen ausgebreitet. Zu sehen sind Papierbögen mit Kreisen darauf und jeder Kreis steht für einen Monat. Der neunte Kreis ist der September und da sind Sonne und Wolken eingezeichnet. Was haben wir zu erwarten? Rolf-Eckart Uebel erklärt: "Der ganze September stellt sich so dar: Wir haben es bewölkt, haben Sonnenschein, haben es wechselhaft und wenig Niederschlag. Nur in der dritten Woche habe ich Sturm drin. Die dritte Woche scheint einen Witterungswechsel einzuleiten."

Gärtner aufgepasst!

Rolf-Eckart Übel
Wetterbauer Uebel aus dem Vogtland rät den Gärtnern, das Verhalten der Tiere zu beobachten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein Auf und Ab also. Klingt fast so, als ob wir auf einen schönen Altweibersommer verzichten müssen oder vielleicht doch nicht? Der Brauchtumsforscher sieht es so: "Also für mich ist der September ein richtiger Altweibersommer, aber nicht so, das man nur in der Sonne liegen kann. Auch die Temperaturen gehen zurück. Wenn wir Hochdruckeinfluss haben und die Sonne scheint tagsüber, müssen wir schon damit rechnen, dass die Nachtfröste kommen. Und dann sind natürlich die Dahlien und die Tomaten alle weg.“

Viel Arbeit für die Gärtner also. Aber die können sich beim Beobachten des Wetters auch auf die Tierwelt verlassen. Was wir von den Tieren ableiten können, weiß der Wetterbauer: "Die Mauersegler sind schon wieder Richtung Afrika unterwegs und die Schwalbe fliegt dann weg, wenn sie instinktiv merkt, dass Kaltluft kommt und sie es nicht mehr über die Alpen schafft."

Wenn die Schwalben Ende August schon ziehen, sie vor baldiger Kälte fliehen.

Rolf-Eckart Uebel | Wetterbauer und Brauchtumsforscher

In zwei Wochen geht es mit den Pilzen los!

zwei Pilze
Wie gemalt: In zwei Wochen können Pilzfreunde mit etwas Glück vielleicht solche festen Steinpilze finden. Bildrechte: PantherMedia / TTstudio

Hier und da, sagt der Wetterbauer, sammeln sich die Schwalben schon für ihren Flug in den Süden. Ein wenig wehmütig wird man da schon, wenn der Sommer sich so langsam verabschiedet. Aber Rolf-Eckhard Übel schmunzelt und kann dem Wechsel der Jahreszeiten auch viel abgewinnen.
In zwei Wochen, so der Experte, müsste es mit den Pilzen losgehen: "Nach dem Regen, den wir jetzt hatten, ist natürlich der Waldboden richtig schön durchfeuchtet. Ich kann auf alle Fälle allen Pilzsuchern raten: Geht in 14 Tagen, wenn der Mondwechsel stattfindet, also zunehmender Mond wird, in die Pilze."

Jetzt wird die Natur mystisch

Nicht nur die Pilzliebhaber kommen jetzt im September auf ihre Kosten, sondern auch alle anderen Naturmenschen. Der Wetterbauer macht Mut: "Tiefstehende Sonne, aufsteigender Nebel, mystische lange Schatten im Wald. Die Romantik ist zwar weg, aber das Mystische in der Natur nimmt zu."

Quelle: MDR/mk/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.09.2020 | von 5:00 - 10:00 Uhr

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